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Münchens letzter Hofnarr

Isabella Mueller @isabella_muenchen München

Isabella Mueller @isabella_muenchen München

In der bayerischen Landeshauptstadt München befindet sich mit über 40.000 Quadratmetern Grundfläche das größte Stadtschloss Deutschlands. Dieses ist die Münchner Residenz, die mit ihren mehr als 150 Schauräumen zu einem der bedeutendsten Schlossmuseen Europas zählt. Das Stadtschloss im Herzen von München, das zwischen dem Marienplatz und Odeonsplatz liegt, war von 1508 bis 1918 der Wohn- und Regierungssitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige. Dieses bewohnte auch der erste König von Bayern, Max I. Joseph, der als Begründer des modernen bayerischen Staates gilt und der sich dort durch den Hofnarr Georg Pranger, von allen nur „Prangerl“ genannt, bespaßen ließ. Dieser gilt als der letzte bayerische Hofnarr, der als Münchner Original als eine der vier Steinskulpturen im Mittelgewölbe des legendären Karlstor als Hofnarr mit Flöte und Klapper verewigt wurde. Prangerl, der 1745 in München geboren wurde, war von Beruf Geigenspieler am Hoforchester, der für seinen Schabernack stadtbekannt war. Angeblich soll Prangerl, der recht klein von Statur war und gern Reiterhosen mit grauem Frack und großem Hut trug, oft über den Marienplatz mit seinem kleinen Pony geritten sein und die Passanten um Hilfe bei der Suche nach seinem Verstand gebeten haben. Prangerl schreckte selbst nicht davor zurück König Max I. Joseph und dessen Ehefrau Karoline mit seinen derben Scherzen zum Narren zu halten. Seit Lebens steckte Prangerl stets in Geldnöten, da er nicht nur süchtig nach Glücksspielen, sondern auch nach reichlich Bier war. Prangerl, der unweit der Residenz in einer großen Wohnung in der damaligen Frühlingsstraße wohnte, starb am 6. November 1820 in München, wo er auf dem Alten Südfriedhof beigesetzt wurde. Der letzte Hofnarr Bayerns war so populär, das 1947 sogar eine Straße in Obermenzing nach ihm benannt wurde. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der imposanten Münchner Residenz, die zu Prangerls Lebzeiten, dessen Arbeitsplatz war. 🙂

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