Isabella Müller Le Havre Frankreich @isabella_muenchen
Einer der größten Verbrecher in der Geschichte Frankreichs war François Ravaillac, der König Heinrich IV. heimtückisch ermordete. Aber warum? François Ravaillac erblickte 1578 in Touvre bei Angoulême das Licht der Welt. Er wuchs in einfachen Verhältnissen bei seiner Mutter auf, einer streng gläubigen Katholikin. Ravaillac arbeitete eine Zeit lang als Prozessbevollmächtigter, der seine Arbeitgeber darin unterstützte, in Paris Prozesse zu betreiben, weshalb er sich dort oft aufhielt. Aufgrund von Schulden, durfte er diese Arbeit jedoch nicht mehr ausüben. Fortan verdiente er seinen Lebensunterhalt als Lehrer, in dem er Religionsunterricht gab. Der katholische Glaube war der einzige Halt im Leben des großen, rothaarigen Mannes, der als Laiensbruder dem Orden der Feuillanten beitrat, einem Tochterorden der Benediktiner. Aus diesem wurde er jedoch wegen seiner Visionen während einer Andacht ausgeschlossen. Anno 1609 versuchte er vergeblich den Jesuiten beizutreten. Doch diese lehnten ihn ab, da er bereits Mitglied eines anderen Ordens war. Seitdem wurde Ravaillac immer wieder von Visionen eingeholt. Sein religiöser Fanatismus ging soweit, dass er den französischen König Heinrich IV. dazu bewegen wollte, dass die Hugenotten sich zum Katholizismus bekennen. Doch alle Versuche mit dem König in Kontakt zu treten, scheiterten kläglich. Als dieser einen Angriff auf die von Spanien besetzten Niederlande befahl, sah Ravaillac darin eine Anfeindung auf den Papst. Aus diesem Grund musste der französische König Heinrich IV. getötet werden. Um dies zu realisieren, plante Ravaillac ein Attentat auf den französischen Monarchen. Am 14. Mai 1610 war der König Heinrich IV. ohne seine Leibwache auf dem Weg zu seinem Finanzminister. In der schmalen Rue de la Ferronerie 11 in Paris versperrten seiner Kutsche jedoch zwei Lastkarren den Weg. Just in diesem Augenblick sprang Ravaillac in die Königskutsche und stach dem König zweimal mit einem Messer in die Brust, der auf der Stelle verstarb. Ravaillac unternahm keinen Fluchtversuch und ließ sich ohne Gegenwehr verhaften. Er wurde ins Hotel de Retz gebracht, da ihn der Mob lynchen wollte. Ravaillac, der zum Zeitpunkt des Mordes 32 Jahre alt war, wurde verhört und gefoltert, um die Namen angeblich weiterer Komplizen zu erhalten. Doch Ravaillac schwor trotz Folter, dass er das Attentat auf den König im Alleingang ausgeführt hatte. Am 27. Mai 1610 verhängte die Grand´Chambre des Pariser Parlaments des höchsten Gerichtshofes das Todesurteil gegen Ravaillac. Dieser bedauerte den Königsmord sehr. Er entschuldigte sich bei Gott, der Witwe des Königs, dessen Sohn und dessen Nachfolger Ludwig XIII. sowie der ganzen Welt. Noch am selben Tag als das Todesurteil ausgesprochen worden war, wurde Ravaillac nackt im Hemd mit Kerze in der Hand auf der Armesünderkarre vors Haupttor der Notre-Dame-Kathedrale gefahren, um Buße zu tun. Anschließend wurde er zum Place de Gréve, der Hinrichtungsstätte in Paris gebracht, wo er aufs Schafott gestellt wurde. Er bat den Gerichtsschreiber, dass das Volk während seiner Hinrichtung das Marienlied „Salve Regina“ singen sollte. Dieser Bitte kam das Volk nach. Auf dem Schafott wurde ihm vom Henker vor den Augen Tausend Schaulustiger mit Zangen in die Brustwarzen, Arme und Beine gezwickt. Danach wurde seine rechte Hand, die Täterhand, mit Schwefel verbrannt. Auf die Wunde wurde geschmolzenes Blei, kochendes Öl und brennendes Pech geträufelt, bevor an seine beiden Arme und Beine je ein Pferd festgemacht wurde, um ihn in Stücke zu reißen. Die Vierteilung mit Pferden galt als gängige Strafe für Attentäter auf den König. Nach Ravaillacs Vierteilung, die ungewöhnlich lange gedauert haben soll, wurde dessen Leichnam verbrannt und seine Asche im Wind verstreut. So grausam endete das Leben des Königsmörders. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Le Havre, dem Tor zu Frankreichs Hauptstadt Paris. 🙂