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Hannibals kleiner Bruder

Isabella Mueller Griechenland griechische Göttin @isabella_muenchen Piräus

Isabella Mueller Griechenland griechische Göttin @isabella_muenchen Piräus

Es gibt Morde, die manchmal schwer nachvollziehbar sind, da sie ohne klar erkennbares Motiv passieren. Eine dieser Mordserien, die zu einem der schlimmsten Massaker in der griechischen Kriminalgeschichte zählt, ist die des 24 Jahre alten Jurastudenten Theophilos Sehidis, der glatt als der kleine Bruder von Hannibal Lecter durchgehen könnte. Dieser hochintelligente Mann, der an der juristischen Fakultät der Universität Thrakien studierte, schlachtete in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 1996 seine gesamte Familie in deren Haus auf der Ägäisinsel in Thassos ab. Doch warum? Diese Frage beantwortete Theophilos damit, dass er sich nur selbst verteidigt hatte, da seine Familie sich gegen ihn verschworen hatte und ihn umbringen wollte. Theophilos war geisteskrank, was keiner auch nur in der Familie geahnt hatte. Alles begann an jenem schicksalhaften Tag mit einem Streit zwischen Theophilos und seinem 58 Jahre alten Onkel Vasilis, den er in Rage einfach die Klippe herunter gestoßen hatte. Um ihm weitere Schmerzen zu ersparen, enthauptete er diesen einfach. Die Leiche seines Onkels versteckte er hinter einem Busch. Danach kaufte er sich erstmal ein neues Hemd und ein Gewehr. Mit diesem kehrte er zum Haus zurück, wo er seinen 55 Jahre alten Vater Dimitris, danach seine 48 Jahre alte Mutter Marie und anschließend seine 27 Jahre alte Schwester Emmy erschoss. Danach lebte er mehrere Tage mit den Leichen im Haus, bis er diese enthauptete und ihre Gehirne entfernte. Diese legte er in den Kühlschrank, um sie später untersuchen zu können. Bei der ganzen Prozedur hörte er Tschaikowsky. Als seine 72 Jahre Großmutter Ermioni überraschend auftauchte, tötete er auch diese. Theofilos zerstückelte alle Leichen, bis auf die seines Onkels mithilfe einer Kettensäge. Anschließend steckte diese in schwarze Müllsäcke, die er auf der Mülldeponie von Kavala entsorgte. Als Eleni, die Ehefrau seines Onkels, die in Belgien lebte, über den Verbleib ihres Ehemannes misstrauisch wurde, meldete sie diesen bei der belgischen Polizei als vermisst. Theofilos beruhigte diese, in dem er beteuerte, dass seine Familie gesund und munter in Deutschland lebe. Dies ging einige Zeit gut. Doch dann fiel Theophilos am 21. Juli 1996 erstmals polizeilich auf. Er war in eine Verkehrskontrolle geraten. Als die griechische Polizei bei Theophilos das Gewehr entdeckte, nahm diese wegen unerlaubten Waffenbesitz fest. Er bekam 10 Monate Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 700.000 Drachmen. Theophilos wurde jedoch freigelassen, da er nicht vorbestraft war. Als ein weiterer Monat ohne Lebenszeichen seiner Familie vergangen war, wurde die Polizei hellhörig. Irgendetwas stimmte nicht, weshalb Theophilos zum Verhör aufs Polizeirevier bestellte und stundenlang verhört wurde. Schließlich knickte Thephilos ein, der die Morde gestand. Theophilos tischte der Polizei allen Ernstes auf, dass er aus Notwehr gehandelt hatte, da alle seine Familienangehörigen ihn mit einem Messer bedroht hatten, um ihn zu töten. Die Polizei durchsuchte danach das Haus in Thassos, das einem Schlachtfeld glich. Überall gab es Spritzer von getrocknetem Blut. Reste von Gehirnsubstanz klebten an den Wänden, den Badezimmern und den Decken. Auffällig war, das Theophilos das Wort „Fehler“ auf eine Wand geschrieben hatte. Auf die Frage eines Reporters, was dies bedeutete, antwortete Theophilos: „Fehler, bedeutet Fehler!“ Die grausame Tat beherrschte wochenlang die Titelseiten der griechischen Tageszeitungen. Das Privatfernsehen berichtete fast täglich live von den Morden und filmte die ermittelnden Polizisten. Theophilos, bei dem später Schizophrenie diagnostiziert wurde, wurde am 20. Juni 1997 wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Aufgrund seines geistigen Zustandes wurde er in dies psychiatrische Klinik des Korydallos-Gefängnisses verlegt. Dort verbrachte er die Zeit mit Lesen und dem Hören von klassischer Musik. Reue zeigte Thophilos aber nie. Am 12. Februar 2019 verstarb Theophilos dort an einem Herzinfarkt. Zu diesem Zeitpunkt war Theophilos 47 Jahre alt, der bereits 21 Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Während seiner gesamten Haft, hatte er nie Besuch bekommen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der griechischen Insel Santorini. 🙂

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