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Lüttichs imposante St.-Pauls-Kathedrale

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Die belgische Metropole Lüttich war über 8 Jahrhunderte lang die Hauptstadt eines geistlichen Fürstentums, das von den Fürstbischöfen regiert wurde, weshalb sie den Beinamen „Stadt der 100 Glocken“ erhielt. Bis heute zeugen von diesem religiösen Erbe Lüttichs 7 Stiftskirchen. Eine davon ist die heutige Kathedrale Saint-Paul, deren vollständiger Name Cathédrale de la Conversion de Saint-Paul et de l´Assomption de Marie lautet. Bereits im Jahre 966 gründete der Fürstbischof Erbacher das Paulsstift. Nach dessen Zerstörung wurde die Bischofskirche des römisch-katholischen Bistums Lüttich 1240 als gotische Basilika erbaut. Zunächst entstanden der Chor, das Querhaus und die Joche des östlichen Langhauses. Am 11. April 1289 wurde die Kirche geweiht. Nach 1333 wurden die 4 westlichen Joche des Langhauses, das Seitenportal, die Kapelle, die polygonale Apsis und der Turm errichtet. Der Kreuzgang an der Südseite entstand ab 1445. Das Westportal über dem Turm kam Anfang des 16. Jahrhunderts hinzu. Anno 1803 wurde während den Wirren der Französischen Revolution die Lambertuskathedrale zerstört. Dadurch wurde die Kirche in Übereinstimmung mit dem Konkordat in den Rang einer Kathedrale erhoben. Kurz darauf wurde der Glockenturm, um ein Glockengeschoss und einen Spitzhelm erhöht, dessen Form an den Turm, der dem Erdboden gleichgemachten Lambertuskathedrale erinnert. Im Zeitraum von 1850 bis 1875 wurde die Kathedrale im Stil der Neugotik restauriert. Der Chor erhielt zwei zusätzliche Seitenschiffe und das Kirchenäußere wurde mit Statuen und Zierelementen versehen. Das Kircheninnere beherbergt zahlreiche Kunstwerke wie die Buntglasfenster aus dem 16. Jahrhundert und den liegenden Christus von Jean De Cour aus dem Jahr 1696. Bemerkenswert sind darüber hinaus die 18 Oberfenster für das Mittel- und Querschiff von Goffried Honegger zu dem Thema „Die 7 Tage der Schöpfung“. Die Fenster wurden als Glasmosaik in Kupferfassung im Atelier Gabriel Loire in Chartres hergestellt und 2013 und 2014 in der Kirche angebracht. Die Orgel auf der Westempore wurde 1870 vom Orgelbauer Merklin-Schütze gefertigt. Im Jahr 1992 wurde die legendäre Schatzkammer der Kathedrale im Kreuzgang mit den erhaltenen Schätzen der Lambertuskathedrale, das Kunst- und Geschichtsmuseum des ehemaligen bischöflichen Fürstentums Lüttich, eröffnet. Auf 3 Etagen beherbergt diese mehrere beeindruckende Werke des Lütticher Kulturguts, darunter die mit einer Höhe von 159 Zentimetern und einer Breite von 107 Zentimetern größte spätgotische Reliquienbüste des heiligen Lambertus um 1512 sowie den Reliquienschrein von Karl dem Kühnen um 1471. Im Kreuzgang gibt es neben der berühmten Schatzkammer, auch zahlreiche Grabsteine zu bewundern. Eine komplette Außenrenovierung erfolgte von Mai 2016 bis Dezember 2021. Bei meinem Abstecher nach Lüttich war der Besuch der Kathedrale, einer der Hauptattraktionen der Stadt, natürlich obligatorisch, mit deren Fotos ich Dir nun viel Freude wünsche. 🙂

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