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Der größte Hexenprozess der Niederlande

Niederlande Outlet Roermond Isabella Mueller @isabella_muenchen

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In der historischen Stadt Roermond, die dank ihres Outlet Centers weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, fand in den Jahren von 1613 bis 1614 der größte Hexenprozess in der Geschichte der Niederlande statt. In kürzester Zeit wurden 64 angebliche Hexen vor das Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Während eines Monates wurden jeden Tag 2 Menschen auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Das erste Opfer dieser Massenhinrichtung wurde Tryntjen van Zittaert, die zusammen mit ihrer 12 Jahre alten Tochter verhaftet wurde. Beide stammten aus Sittard, das nicht wie Roermond gegenreformatorisch orientiert war. Ein Mitglied des Magistrats hatte beobachtet wie das Mädchen Münzen aus ihrem Mund gezaubert hatte. Daraufhin wurden beide in den Rattenturm gebracht, der von 1613 bis 1614 als Gefängnis für die Frauen genutzt wurde, die der Hexerei beschuldigt wurden. Bis heute wird dieser auch als Hexenturm bezeichnet. Der Scharfrichter verhörte dort die Frauen, die er so lange folterte, bis diese gestanden. Auch Tryntjen wurde diese Tortur zuteil, die unter Folter gestand 41 Kinder sowie 3 Männer, 7 Frauen und unzählige Tiere mithilfe von Magie getötet zu haben. Ferner hatte sie durch Hexerei Missernten herbeigeführt. Sie beschuldigte den Arzt Jan van Ool aus dem Herzogtum Jülich ebenfalls der Zauberei. Nach ihrem Geständnis wurde Tryntjen lebendig auf dem Scheiterhaufen auf der Richtstätte am Galgenberg verbrannt, während ihre Tochter für den Rest ihres Lebens ins Kloster gesteckt wurde. Nach Tryntjens Geständnis wurde Jan van Ool verhaftet, der unter Folter gestand, dass er versucht hatte, seine Ehefrau davon zu überzeugen, dass diese einen Pakt mit dem Teufel eingehe. Da diese sich jedoch geweigert hatte, hatte er sie kurzerhand zerstückelt. Er hatte ihre Leichenteile in einen Brunnen geworfen und deren Verschwinden vorgetäuscht. Außerdem hatte ihn der Teufel dazu gezwungen für 10 geheilte Personen einen Patienten durch Zauberei zu töten. Insgesamt hatte er in 16 Jahren 150 Menschen ums Eck gebracht. Jan van Ool beschuldigte darüber hinaus 41 andere Personen der Hexerei, der nach seinem Geständnis ebenfalls lebendig verbrannt wurde. Daraufhin wurden 41 Hexen verhaftet, die gestanden Kinder und kranke Menschen auf Anordnung des Teufels getötet zu haben. Danach wurden weitere 10 angebliche Hexen in der Nähe von Straelen festgenommen. Diese bezichtigten die Hebamme Entjen Gillis der Hexerei. Unter Folter gab diese zu Föten von 40 schwangeren Frauen sowie 150 Babys kurz nach der Geburt ermordet zu haben. Auch ihre Mutter, ihren Ehemann und ihre Kinder hatte sie durch Magie getötet. Auch sie wurde lebendig verbrannt. Bis heute gilt Roermond als die Stadt, die den Rekord in der Hexenverfolgung in den Niederlanden hält. Im Jahr 2007 entschuldigte diese sich öffentlich dafür und setzte am Galgenberg zum Gedenken an die Opfer der grausamen Hexenverfolgung als Wiedergutmachung ein Denkmal. Auch ich besuchte Roermond, deren Innenstadt durch die mittelalterliche Architektur geprägt ist und wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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