Die unglaublichen Abenteuer des Klaus Störtebeker, dem legendären Piraten der Ostsee
Isabella Mueller
Isabella Müller @isabella_muenchen
In den düsteren Gewässern der Ostsee, wo Nebel und Schatten die Sicht trüben, lebte einst ein Mann, dessen Name bis heute in den Annalen der Seefahrt fortlebt, Klaus Störtebeker. Dieser Pirat, auch bekannt als Klaas Störtebeker oder Nikolaus Storzenbecher, war eine Legende seiner Zeit und ist es bis heute geblieben. Störtebeker wurde um das Jahr 1360 geboren und soll angeblich am 21. Oktober 1401 auf dem Grasbrook vor Hamburgs Hafeneinfahrt hingerichtet worden sein. Er war neben den berüchtigten Kapitänen Gödeke Michels, Hennig Wichmann, Klaus Scheld und Magister Wigbold einer der Anführer der sogenannten Vitalienbrüder, einer Gruppe von Seeräubern, die als „Likedeeler“, niederdeutsch für „Gleichteiler“ bekannt waren. Störtebeker stammte aus einfachen Verhältnissen. Doch schon in jungen Jahren zeigte sich sein Talent für die Seefahrt. Mit seiner Kühnheit, Gerissenheit und Führungsstärke stieg er schnell in den Reihen der Vitalienbrüder auf und wurde bald zu einem der gefürchtetsten Piraten der Ostsee. Seine Bande überfiel Handelsschiffe, plünderte Küstenstädte und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Doch Störtebeker war nicht nur ein brutaler Räuber, sondern auch ein charismatischer Anführer, der seine Mannschaft mit Geschick und Loyalität führte. Er teilte die Beute stets gerecht unter seinen Männern auf, was ihm den Beinamen „Likedeeler“ einbrachte. Eine der bekanntesten Geschichten über Störtebeker ist die Legende vom „Störtebeker-Trunk“. Demnach soll der Seeräuber in der Lage gewesen sein, einen ganzen Krug mit 4 Liter Bier in einem Zug zu leeren, ohne abzusetzen. Dieses Kunststück brachte ihm nicht nur Respekt, sondern auch den Spitznamen „Störtebeker“ ein, was so viel wie „Stürz-den-Becher“ bedeutet. Trotz seiner Erfolge als Freibeuter konnte Störtebeker seinem Schicksal auf Dauer nicht entkommen. Anno 1401 wurde er verhaftet, da angeblich ein Verräter sein Schiff manövrierunfähig gemacht hatte. Auf dem Schiff „Bunte Kuh“ wurde er mit seiner Crew nach Hamburg gebracht und zum Tode verurteilt. Laut Überlieferung soll er vor seiner Hinrichtung an Hamburgs Bürgermeister eine unglaubliche Forderung gestellt haben. Er wollte, dass all die Männer, an denen er nach seiner Enthauptung vorbeiginge, begnadigt würden. Störtebeker schaffte es an 11 vorbeizugehen, bevor ihm der Henker den Richtblock vor die Füße warf. Doch der Bürgermeister hielt sein Versprechen nicht und so wurden alle 72 Männer von Störtebekers Crew enthauptet, deren Köpfe längs der Elbe aufgespießt wurden. Eine andere Legende besagt, dass Störtebeker versucht hatte, den Rat mit Gold zu bestechen, um so sein Leben und das seiner Mannschaft zu retten. Aber darauf ließ sich der Rat nicht ein. Nach seiner Hinrichtung wurde auf seinem Schiff verzweifelt nach dem Goldschatz gesucht. Als dieser nicht gefunden wurde, wurde das Schiff an einen Schiffszimmermann verkauft. Als dieser seine Säge ansetzte, fiel der Schatz aus dem Mast des Schiffes. Der Schatz war so riesig, dass der Schiffszimmermann den Turm der Hamburger St.-Katharinen-Kirche fertigen ließ. Auch nach Störtebekers Tod lebt die Legende von ihm weiter. Er gilt bis heute als einer der bekanntesten Piraten der Ostsee, der Künstler, Schriftsteller und Historiker gleichermaßen bis heute inspiriert. Sein Name ist Sinnbild für Abenteuer, Freiheit und Rebellion geworden. Viele Orte in Norddeutschland erinnern noch heute an den berüchtigten Seeräuber, sei es durch Straßennamen, Denkmäler oder Museen. Wer weiß, vielleicht taucht Störtebeker ja eines Tages wieder auf, um neue Abenteuer zu erleben. Schließlich ist er eine Legende, die niemals stirbt. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von dem Ostseebad Wustrow, das nahe des sagenumwobenen Störtebekerhafen liegt, wo sich dieser regelmäßig mit seinen Vitalienbrüder versteckt haben soll. 🙂