In der belgischen Stadt Hasselt befindet sich Europas größter Japanischer Garten mit einer Fläche von 25.000 Quadratmetern, der durch die langjährige Freundschaft seit 1985 der Stadt Hasselt mit der japanischen Stadt Itami entstand. Die japanische Stadt Itami ließ den prächtigen Spaziergarten mit seinen geschwungenen Kieswegen 1992 im traditionellen Stil aus dem 17. Jahrhundert nach den Plänen des japanischen Architekten Takayuki Inoue anlegen. Als Dank spendete Hasselt den Einwohnern von Itami ein Turmglockenspiel. Am 20. November 1992, nach 250 Werktagen, wurde der Japanische Garten feierlich eingeweiht, der aus insgesamt 257 Felsen und mehr als 250 Kirschbäumen besteht. Der Garten ist in drei Bereiche gegliedert. Der erste Bereich wurde offen mit breiten Wegen, Wasserläufen, in denen sich die Kois nur so tummeln und leichter Bepflanzung gestaltet. Er bildet mit seiner zickzackförmigen Brücke im Wasser, die böse Geister fernhalten soll, den Übergang zum zweiten Bereich, dem original Japanischen Garten mit seinem wunderschönen Drachentor-Wasserfall mit Trittsteinen und dem 14 Tonnen schweren Felsen. Dieser Felsen unter dem Wasservorhang symbolisiert einen japanischen Koi, der einen Wasserfall hinaufspringt. Sobald er oben angekommen ist, verwandelt er sich in einen Drachen, einem der reinsten und schönsten Kreaturen in der östlichen Kultur. Der Drache sitzt somit an der Quelle des Lebens, weshalb der Wasserfall den Namen Drachentor-Wasserfall erhielt. Das Wasser im Japanischen Garten steht für das Leben, die ständige Veränderung und den Wandel, das in Kombination mit dem Felsen für das Ying und Yang, das Unbewegliche und das Fließende steht. Der Felsen wird von Moos bedeckt, der bedeutendsten Pflanze im Japanischen Garten. Denn Moos suggeriert das Vergehen der Zeit und macht den Garten zu einem harmonischen Ort, der zur Ruhe und Meditation einlädt. Durch das Moos finden die Felsen und das Wasser zu einer perfekten Harmonie. In diesem Bereich finden sich auch die ikonisch geschnittenen Kiefern, die für langes Leben oder die Ewigkeit stehen sowie die japanischen Ahornbäume. Der dritte Bereich steht ganz im Zeichen der Kirschblüte. Hier findet sich auf einer halben Hektar großen Fläche eine beachtliche Sammlung japanischer Kirchbäume. Die Kirschblüte ist für den Japaner ein Grund zum Feiern, weshalb der Kirschbaumpark zu einem Veranstaltungsort mit dem sogenannten Jushoan-Teehaus sowie dem Korokan-Zeremoniehaus und einer Picknickwiese angelegt wurde, auf der seit Oktober 2016 eine Friedensglocke steht. Diese erinnert an die seit über 150 Jahren währenden diplomatischen Beziehungen zwischen Belgien und Japan. Jeder kann diese für den Frieden läuten. Gegenüber von dieser steht der Shinto-Shrein. Diese kleinen Schreine finden sich oftmals entlang japanischer Straßen und Bergpfade, in denen die Japaner kurz stehen bleiben, zweimal in die Hände klatschen, sich dann verbeugen, um anschließend einige Augenblicke innezuhalten. Der Japanische Garten in Hasselt ist ein paradiesisches Fleckchen Erde, in dem eine idealisierte Nachbildung der Natur und Welt im Miniaturformat versucht wurde, in dem die Hügel und Teiche als Berge und Ozeane anzusehen sind, die mythologische Stätten präsentieren. Ich war wirklich begeistert vom Japanischen Garten in Hasselt und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂