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Die St. Anna-Kirche in Heidelbergs Altstadt

Im Herzen der Heidelberger Altstadt am Ende des Plöcks, der damaligen Heidelberger Vorstadt, befindet sich die katholische St. Anna-Kirche mit ihrer prächtigen Barockfassade aus rotem Sandstein. Der Name Plöck wie die Straße bis heute heißt, leitete sich davon ab, das dort das Vieh angepflockt wurde. Diese kleine Kirche wurde 1714 nach dem Heidelberg durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pfälzischen Erbfolgekriege in Trümmern lag, als Spitalkirche nach dem Konzept von Theodor Sartori und Johann Adam Breunig errichtet. Sie diente als Ersatz für das abgebrannte Lazarett am Westende der Plöck, wo damals ein Brunnen mit besonders guter Wasserqualität stand, der als sogenannter „Gesundbrunnen“ bezeichnet wurde. Am 24. Juni 1714 wurde der Grundstein für den zweiflügligen Krankenhauskomplex mit der Kirche im Zentrum von dem Regierungspräsidenten Franz Willem Caspar von Hillesheim gelegt. Zunächst erfolgte östlich von der Kirche der Bau eines Flügel. In diesem wurde ein Spital eingerichtet, das allen Konfessionen offen stand, dessen Pendant im Westen sollte nach 3 Jahren errichtet werden. Aber dazu kam es nicht. Denn nach dem Tod des Kurfürsten Johann Wilhelm hatte sein Nachfolger Karl III. Philipp von der Pfalz zwar die Kurwürde übernommen, jedoch wollte dieser lieber ein zweites Schloss Versailles in Mannheim errichten, weshalb es zum Erliegen von sämtlichen Baumaßnahmen in Heidelberg kam. Dies änderte sich als Karl Theodor Kurfürst wurde, dessen Hofarchitekt Franz Wilhelm Rabaliatti 1749 die beeindruckende barocke Fassade gestaltete. Dieser war ein Meister seines Faches, der über dem Portikus durch einen mehrfach geschwungenen Giebel eine Kuppel vortäuschte, auf der eine Laterne mit Welscher Haube gesetzt wurde. Diese Wirkung ging jedoch, nachdem die Fenster eingebaut und unter der Laterne eine Uhr installiert wurde, wieder verloren. Das Innere der einschiffigen Kirche ist schlicht und bescheiden gehalten. Ins Auge sticht der hellblaue Chorraum, in dem zentral der Hochaltar mit mächtigen Kruzifix steht. Dieser Hochaltar ist der einzig erhaltene Barockaltar Heidelbergs, der noch an seinem ursprünglichen Standort steht und der vermutlich von dem Hofbildhauer Paul Egell des Kurfürsten Carl Philipp oder dessen Schüler Ignaz Günther geschaffen wurde. Am Fußende des Kreuzes ist Rochus von Montpellier in Pilgergewand, der Schutzpatron gegen die Pest, zu sehen, dem ein betender Engel in gebückter Haltung gegenüber steht. Diesem schließen sich jeweils zwei barocke Seitenaltäre an. Der rechte Altar ist dem Heiligen Franz Xaver geweiht, dem Patron der Missionare und Mitbegründer des Jesuitenordens. Der linke Altar zeigt die heilige Anna, die Mutter Mariens und Namenspatronin der St. Anna-Kirche. Im dreigeschossigen Anbau befindet sich heute ein Pflegeheim. Bei meinem Besuch der Altstadt kam auch ich an dieser kleinen, aber feinen Kirche vorbei, die zu den populärsten Gotteshäusern in der Region zählt und mit dessen Fotos ich dir viel Freude wünsche. 🙂

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