Einer der einst schönsten Renaissance-Gärten Deutschlands, der weit bis ins 17. Jahrhundert hinein auch als der erste höfische Lustgarten Deutschlands galt, war der Hortus Palatinus des imposanten Heidelberger Schlosses aus rotem Neckartaler Sandstein. Dieser Pfälzische Garten wurde von 1616-1619 im Auftrag des Kurfürst Friedrich V. durch den französischen Ingenieur und Gartenarchitekten Salomon de Caus angelegt, der jedoch nie vollendet wurde, da Friedrich V. in Böhmen zum König gewählt wurde. Obwohl dessen Herrschaft nur einen Winter dauerte, weshalb er von der Bevölkerung spöttisch der Winterkönig genannt wurde, da er bei der Schlacht am weißen Berg bei Prag 1620, der 1. Schlacht des Dreißigjährigen Krieges vernichtend geschlagen wurde, worauf er aus Böhmen fliehen musste, wurden die Arbeiten am Hortus Palatinus nie fortgesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde dieser zum Großteil zerstört. Doch die Reste dieses Garten locken bis heute viele Tausende Menschen nach Heidelberg und zum Heidelberger Schloss, der berühmtesten Ruine Deutschlands. Die immer noch erhaltenen geometrisch gegliederten Terrassen des Gartens, die im schluchtenartigen Friesental liegen, wo sich zuvor der Hasengarten, ein kleiner Burggarten befand, waren der Grund, dass der Garten einst als achtes Weltwunder bezeichnet wurde. Auf der Hauptterrasse des Gartens, der sogenannten Großen Terrasse, die einen fantastischen Blick auf die Ostfront des Schlosses und die Rheinebene bietet, befindet sich in dessen südöstlicher Ecke die Große Grotte. Bei der Großen Grotte handelt es sich um in den Fels gesprengte mit Steinen, Korallen und Muscheln verzierte Räume mit herrlichen Wasserspielen. Vor dem Portal der Großen Grotte, das als Portalanlage mit Tierskulpturen gestaltet wurde, befindet sich der Vater-Rhein-Brunnen. Dieser Brunnen wurde dem keltisch-römischen Flussgott Rhenus gewidmet, der als Personifikation des Rheins gilt. Der Brunnen besteht aus 3 Wasserbassins, in dessen Zentrum die monumentale Figur des Rheins als Flussgott auf einer Felsen- und Grottenlandschaft, umgeben von Amphoren, liegt. Nach der Restaurierung des Brunnens und der Großen Grotte wurde eine Kopie des Vater Rheins angefertigt. Das Original aus Sandstein liegt zersägt in der Grotte. Auch ich kam bei meinem Besuch des Heidelberger Schlossgartens an der Großen Grotte und dem faszinierenden Vater-Rhein-Brunnen vorbei, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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