Eine der gefährlichsten Kombinationen, die Frauen haben können, ist Intelligenz gepaart mit überwältigender Schönheit. Eine Frau, die beides besaß, war Alice Kyteler. Diese verewigte sich in Irlands Kriminalgeschichte, da sie als erste Frau wegen Hexerei verurteilt wurde. Doch Alice wurde dafür nie belangt, da sie unter dem Schutz von König Edward III. stand. Doch wer war diese Frau mit feuerroter Mähne, deren vier Ehemänner alle das Zeitliche segneten, vorher aber ihr und ihrem einzigen Kind William ihr gesamtes Vermögen vermachten? Alice wurde 1263 als Kind einer flämischen Kaufmannsfamilie geboren, die sich in Kilkenny niedergelassen hatte. Im Alter von 17 Jahren ehelichte sie den vermögenden Kaufmann und Geldverleiher William Outlaw. Schon bald erblickte deren Sohn William das Licht der Welt. Alles schien perfekt, bis Alice Ehemann plötzlich und völlig unerwartet starb. Böse Zungen behaupteten, dass hinter dem schnellen Ableben von William seine Ehefrau Alice gesteckt hatte. Alice ging 1302 mit dem reichen Geldverleiher Adam Le Blund of Callan erneut den Bund fürs Leben ein. Nachdem dieser trotz seiner leiblichen Kinder aus erster Ehe Alice Sohn William sein gesamtes Hab und Gut überschrieben hatte, verstarb dieser plötzlich, was natürlich zu Gerüchten über Alice als schwarze Witwe führte. Nach 6 Jahren heiratete diese 1309 den vermögenden Grundbesitzer Richard de Valle, der wie bereits sein Vorgänger sein Testament zugunsten von Alice Sohn William änderte. Kurz danach segnete dieser das Zeitliche. Während Alice Sohn alles erbte, gingen dessen leibliche Kinder leer aus. Die Gerüchte über Alice wurden immer lauter. Doch dies beeindruckte Alice wenig, die 1324 Sir John Le Poer ehelichte. Auch Alice 4 Ehemann erkrankte schwer. Ihm fielen die Haare aus und er verlor rapide an Gewicht, bis er starb. Doch zuvor hatte dieser noch sein ganzes Vermögen Alice und ihrem geliebten Sohn William übertragen. Dies erzürnte die Kinder von Sir John Le Poer, die fest daran glaubten, dass Alice ihren Vater vergiftet hatte. Sie suchten die anderen Stiefkinder von Alice auf und verschworen sich gegen sie, in dem sie Alice der Hexerei beschuldigten. Bis dato existierte in Irland keine Hexenverfolgung. Die Stiefkinder von Alice klagten diese wegen Hexerei beim im England geborenen Franziskanerbischof von Ossory, Richard de Leberede, an. Alice hatte demnach ihren Vater Sir John Le Poer verhext und gezwungen das Testament zu ändern. Dieser berief daraufhin ein Inquisitionsgericht ein, das aus Rittern und Adeligen bestand. Zunächst wurden die Indizien für Alice angebliche Verbrechen überprüft. Danach war sich die Inquisitionsführung sicher, dass Alice eine Hohepriesterin eines Hexenzirkels war, die mit einem Dämon namens Artissen in Verbindung stand, der ihr half in Kilkenny zu wüten. Als Alice davon Wind bekam, ergriff diese gemeinsam mit ihrem über alles geliebten Sohn William die Flucht nach Dublin, wo ihr der König Schutz gewährte. Alice hatte es geschafft, die Gunst des Königs zu gewinnen, der nicht nur Alice Verhaftung verhinderte, sondern dafür sorgte, dass der Bischof Leberede selbst 17 Tage inhaftiert wurde. Dieser war nun von Hassgefühlen gegen Alice erfüllt, der nach seiner Haftentlassung, diese unerbittlich jagte. Doch Alice war längst über alle Berge. Sie war mit der Tochter Sarah ihrer Magd Petronilla de Meath nach England geflohen. Dort stand sie unter dem Schutz von König Edward III., der Alice einen sicheren und unauffindbaren Unterschlupf bot. Da der Bischof voller Hass war, verfolgte er Alice Komplizen gnadenlos. Insgesamt wurden nach 3 Inquisitionen 11 Personen und die verschwundene Alice wegen folgender 7 Verbrechen angeklagt. Diese bestanden aus dem Leugnen von Jesus und der Kirche, dem Töten von lebendigen Tieren zur Opferung an Dämonen, dem Stehlen von Kirchenschlüsseln, um dort nächtliche Versammlungen abhalten zu können, dem Brauen von Todestränken aus menschlichen Knochen, Sex mit Dämonen und dem Töten von Sir John Le Poer durch Vergiftung. Unter den Angeklagten befand sich neben Alice Sohn William auch deren Magd Petronilla de Meath. Alice Sohn William bekannte sich für schuldig. Seine Strafe wurde dadurch in Buße umgewandelt. Er musste ein Jahr lang jeden Tag drei Messen besuchen . Außerdem musste er die Armen speisen und das Dach der St. Canice Cathedral neu mit Blei verkleiden lassen. Während William wie die anderen Komplizen äußerst milde Strafen erhielten, traf es Alice Magd Petronilla de Meath besonders hart. Diese hatte selbst bezeugt, dass Alice Sex vor ihren Augen mit einem Dämon gehabt hatte und durch die Straßen von Kilkenny mit einem Besen gefegt sei, bis zur Tür ihres Sohnes, damit diesem der Reichtum der Stadt gehöre. Petronilla de Meath wurde als Hexe zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Am 3. November 1324 wurde sie zunächst vor den Augen vieler Schaulustiger gefoltert und auf Anordnung des Bischofs Leberede sechsmal ausgepeitscht, bevor sie auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leib angezündet wurde. Sie musste als einzige, die volle Schuld tragen, die Irlands erste Hexe war, die verbrannt wurde. Alice selbst lebte bis zu ihrem Tod mit Petronillas Tochter Sarah in England. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Irlands Hauptstadt Dublin. 🙂