Bambergs Hexenbürgermeister

Eine grausame Hochburg der Hexenverfolgung war die bayrische Stadt Bamberg. In diesem damals selbst verwaltetem katholischen Fürstbistum im Heiligen Römischen Reich fanden zwischen 1623 bis 1631 die größten Massenprozesse und Massenhinrichtungen von Hexenprozessen statt. Verantwortlich dafür war der Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, ein fanatischer Katholik und Hexenjäger, der rigoros jeden in seinem mitten in Bamberg gebauten Haus, dem sogenannten Drudenhaus, inhaftieren und foltern ließ, der denunziert worden war, mit dem Teufel höchstpersönlich im Bunde zu stehen. Einen den dieses Schicksal ereilte war Johannes Junius, der Bürgermeister und Ratsherr von Bamberg war. Zuerst fiel seine Ehefrau Helena der Hexenverfolgung zum Opfer, die im Frühjahr 1628 der Hexerei beschuldigt worden war. Unter Folter gestand sie schließlich eine Hexe zu sein, weshalb sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Johannes selbst wurde kurze Zeit später am 28. Juni 1628 verhaftet, da er vom Kanzler des Fürstbischofs Georg Haan, der selbst wegen Hexerei festgenommen worden war, unter Folter als Hexenmeister beschuldigt worden war. Georg Haan wurde am 14. Juli auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wie alle Gefangenen wurde Johannes ins Drudenhaus gebracht, wo er gefoltert wurde. Auch er gestand unter der schmerzhaften Folter, die ihm vorgeworfenen Beschuldigungen. Am 24. Juli 1628 schrieb er einen herzergreifenden Abschiedsbrief an seine Tochter Veronica, der bis heute einen Einblick in das dunkle Kapitel der Bamberger Hexenverfolgung gibt, aber den seine Tochter nie erhielt, da er abgefangen und zu den Akten gelegt worden war. Über 1.000 Bamberger wurden von 1623 bis 1631 auf Anordnung des Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim hingerichtet. Zunächst wurde jeder, der denunziert worden war, erst verhaftet, dann gefoltert und nachdem Geständnis auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Da die Hexenverfolgung und die Hexenprozesse aber viel Geld kosteten, wurden bald nur noch reiche Bürger gejagt. Denn nachdem diese hingerichtet worden waren, zog sich der Fürstbischof deren Vermögen ein. Dies brachte ihm die staatliche Summe von über 500.000 Gulden ein. Natürlich war dies illegal, weshalb der Reichshofrat am Wiener Kaiserhof den Fürstbischof mehrfach ermahnte seine Hexenjagd zu beenden. Aber dieser ignorierte entweder die Aufforderung oder er kam mit fadenscheinigen Ausreden daher, um die Prozessunterlagen nicht herausrücken zu müssen oder deren Herausgabe zu verzögern, damit er diese fälschen konnte. Dem ganzen wurde erst im Juni 1631 ein Ende gesetzt, als der Reichshofrat durchsetzte, dass niemand mehr durch bloße Denunziation der Hexerei angeklagt werden kann. Daraufhin zogen die Hexenkommissare ab, das Drudenhaus wurde abgerissen und kurz danach starb der Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim. Was für ein Zufall. Dies half jedoch Johannes Junis nicht, der bereits am 6. August 1628 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Im erzwungenen Geständnis gab er zu, dass er 1624 in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt hatte. Er war daraufhin von einer Frau verführt worden, die sich als sogenannte Succubus herausstellte. Sie habe ihn mit dem Tod gedroht, wenn er sich nicht Gott abwenden würde. Seitdem bekam er den Hexennamen Krix und den Familiennamen Fuchs. Andere Stadtbewohner hatten sich ihm ebenfalls als Verbündete zu erkennen gegeben. Fortan ritt er regelmäßig auf einem schwarzen, geflügelten, riesigen Hund zum Hexensabbat. Er besuchte schwarze Messen, auf denen ihm der Beelzebub erschien. Er sollte ein Kind töten, aber er weigerte sich trotz Schlägen. Stattdessen opferte er sein Pferd und entweihte die Hostie. Dieses Geständnis ähnelte vielen anderen zur Zeit der Hexenverfolgung, die den Beschuldigten unter qualvoller Folter in den Mund gelegt wurden, um diese auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Die Hexenverfolgung gilt bis heute als dunkles Kapitel in der europäischen Geschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Bamberg, wo viele unschuldige Menschen auf dem Scheiterhaufen ihr Leben ließen. 🙂


Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Verfasst von

Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!