Das Münster in Bad Doberan gilt als die Perle der norddeutschen Backsteingotik, das eine der kostbarsten mittelalterlichen Ausstattung in ganz Europa besitzt. Das erste Kloster Mecklenburgs wurde 1186 in Althof-Doberan gegründet. Dieses Zisterzienserkloster wurde bereits nach 7 Jahren durch kriegerische Auseinandersetzungen dem Erdboden gleichgemacht. Danach versprach Fürst Heinrich Borowin I. von Mecklenburg dem Volk dort ein Kloster zu errichten, wo er einen Hirsch erlagen würde. Tatsächlich war dem Fürsten das Jagdglück hold, der einen Hirsch erlegte. Doch die Stelle befand sich in einem sumpfigen Gebiet. Konnte diese Gegend tatsächlich für den erneuten Bau eines Kloster geeignet sein? Als er und seine Jagdgesellschaft ihre Zweifel darüber laut aussprachen, flog just in diesem Moment ein Schwan über sie, der „Dobre, dobre“ rief. Dies bedeutet in slawischer Sprache „gut, gut“, damit stand dem Bau eines Klosters nichts mehr im Wege. An diese Legende erinnert bis heute nicht nur eine Schwan-Skulptur vor dem Münster, sondern auch das Stadtwappen, das einen Schwan, einen Hirsch und einen Bischofsstab darstellt. Das heutige Münster in Bad Doberan geht auf einen romanischen Vorgängerbau zurück, der 1232 geweiht wurde. Im Jahr 1296 war der Rohbau des gotischen Münsters nach nur 20 Jahren Bauzeit vollendet, dessen Schlussweihe 1368 erfolgte. Im Mittelalter hatte das Münster höchste politische und gesellschaftliche Bedeutung, das landesfürstliche Hauptgrabgelege war. Diese Funktion behielt es auch nach der Reformation 1552 inne, die zur Auflösung des Klosters führte. Nachdem 1564 dort der erste evangelische Pastor in das Münster zog, wurde es seitdem als Doberaner Pfarrkirche genutzt. Um diese zu erhalten, wurde das Münster immer wieder saniert. Um 1900 erfolgte eine neogotische Restaurierung durch den Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel. Wie durch ein Wunder überlebte das Doberaner Münster den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Im Jahr 1984 wurde die Generalsanierung beendet. Danach kam es 2002 zu einer erneuten Restaurierung. Im Jahr 2014 wurde der Vierungsturm und dessen Bekrönung saniert. Dieses Jahr wird das Dachdeckengewölbe, die Dachkonstruktion und die Gedenktafeln der mecklenburgischen Herzöge saniert. Besonders bemerkenswert ist das Mittelschiff mit seinem Kreuzrippengewölbe das unglaubliche 26 Meter hoch ist. Die Fassade des Kirchenschiffes hat eine beachtliche Länge von 80 Metern, dessen Inneres bedeutende Kunstschätze beherbergt, da es weder durch Bilderstürme geplündert noch durch Kriege zerstört wurde. Einer dieser Kunstschätze ist der Hochaltar um 1300, der als ältester erhaltener Flügelaltar der Kunstgeschichte gilt. Darüber hinaus ist besonders erwähnenswert der Kreuzaltar aus dem Jahr 1365. Dieser zählt zu den monumentalsten Werken seiner Art und Zeit in Europa, der den Raum der Laienmönche vom Mönchschor separierte. Auch der Leuchter mit Marienfigur um 1300 ist beachtenswert, genauso wie das Reiterstandbild des Samuel von Behr, Minister, Kanzler und Erzieher mit Hirschgeweih und Schwan aus der Klostergründungslegende. Doch nicht nur die Innenausstattung des Münsters ist sehenswert, auch dessen Klosteranlage. Denn auf dem Gelände des Klosters befinden sich über jahrhundertverfallene Gebäude. Neben der imposanten Ruine der dreigeschossigen Backhausmühle, gibt es auch ein achteckiges Beinhaus, das aus dem Jahr 1230 stammt. Dieses Gebäude ist eine echte Seltenheit im norddeutschen Raum, denn nur noch in Paderborn gibt es noch ein solches Gebäude. Auch ich kam bei meinem Besuch des Münsters in Bad Doberan, das Erwachsene ohne Führung gegen 3 Euro besichtigen können, aus dem Staunen nicht mehr heraus und wünsche Dir viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂






















































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