Das alte Fischerdorf Wieck und seine Holzklappbrücke
Isabella Mueller
Eines der ältesten Fischerdörfer an der norddeutschen Ostseeküste, das über 800 Jahre alt ist, ist Wieck. Dieses idyllische Fleckchen Erde, das an der Flussmündung des Ryck liegt, der in die Dänische Wieck, einem Teil des Greifswalder Boddens mündet, entstand 1248 aus einer slawischen und dänischen Siedlung. Seit 1939 gehört es zu der Universitätsstadt Greifswald, deren unübersehbares Wahrzeichen die Holzklappbrücke ist. Diese Klappbrücke, die die beiden Ortsteile Wieck und Eldena der Hansestadt Greifswald verbindet, wurde vor über 125 Jahren erbaut. Bereits 1833 spielte Greifswald mit dem Gedanken dort eine Brücke zu errichten, damit diese ihre Güter auf der Wiecker Seite besser bewirtschaften und die Stadt freie Fahrt für die Schiffe zum Hafen in die Altstadt hatte. Deshalb wurde 1887 vom Schiffbaumeister August Spruth eine Doppel-Waagebalken-Brücke aus Holz nach holländischem Vorbild erbaut. Diese Brücke, die den Ryck überspannt, wurde am 25. Juli 1887 feierlich eingeweiht. Bis heute werden ihre beiden 13,30 Meter langen Klappen zur vollen Stunde per Hand geöffnet, damit die Schiffe passieren können. Die Brücke, die ein technisches Denkmal darstellt, ist nur für Radfahrer und Fußgänger zugänglich. Der Autoverkehr ist nur mit Sondergenehmigung möglich. Von der Brücke aus hat man eine fantastische Aussicht auf den malerischen Hafen von Wieck mit seinen Fisch- und Segelbooten sowie den Greifswalder Bodden, das schönste Segelrevier zwischen den Inseln Rügen und Usedom. Auf der südlichen Hafenseite gibt es die Fischkutter, Bootshäuser und Fangnetze der Wiecker Fischer zu bewundern, während es auf der nördlichen Hafenseite die charakteristischen Reetdachhäuser sowie Kapitänshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu bestaunen gibt. Hier steht auch das alte Zollhaus aus Backstein, in dem das Hafenamt beheimatet ist. Entlang der Hafenpromenade befinden sich zahlreiche urige Fischrestaurants, in denen fangfrischer Zander, Scholle und Hering serviert wird. Ebenfalls sehenswert sind die Holzskulpturen von regionalen und internationalen Künstlern entlang der Promenade. Im verträumten Wieck mit seinen knapp 500 Einwohnern findet jedes Jahr am 3. Juliwochenende das größte maritime Volksfest Vorpommerns, das sogenannte Fischerfest Gaffelrigg, statt. Auch ich machte bei meinem Besuch von Greifswald einen Abstecher zum 5 Kilometer entfernten Wieck, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂