Ein Kriminalfall, der glatt aus einem Horrorfilm entsprungen sein könnte, ereignete sich im Jahr 1984 in Mönchengladbach, das mit seinen 272.000 Einwohnern die größte Stadt am linken Niederrhein im Westen von Nordrhein-Westfalen ist. Es war der 20. Februar 1984 als der Stadtgärtner im Bunten Garten an der Bettrather Straße die Entdeckung seines Lebens machte. Er fand unter Rhododendronbüschen eine Tüte mit gruseligem Inhalt. In 42 Gefrierdosen und Plastiktüten befand sich Menschenfleisch. Manches schien zu einer Art Gulasch verarbeitet worden zu sein, andere Leichenteile wie ein Schädel waren offenbar in einem Backofen gegart worden. Der Stadtgärtner alarmierte sofort die Polizei, die eine 13-köpfige Sonderkommission bildete. Wer war nur zu solch einer abscheulichen Tat fähig? Aber die zentrale Frage war, wer überhaupt so grausam zerstückelt und im Bunten Garten entsorgt worden war? Anhand von Fingern, die unversehrt in den Gefrierbeuteln gefunden wurden, konnte die zerstückelte Leiche als der vorbestrafte 32 Jahre Hans-Josef Wirtz identifiziert werden, der ein Liebesverhältnis mit der 26 Jahre alten Martina Zimmermann hatte. Martina war eine äußerst attraktive Frau, die geschieden und Mutter von zwei kleinen Kindern war. Als diese verhört wurde, gestand sie den Mord an Hans-Josef Wirtz, den sie am 29. April 1983 betäubt und dann zerstückelt hatte. Martina hatte sich danach extra eine Tiefkühltruhe gekauft, um die Leichenteile dort zu deponieren. Die Tiefkühltruhe hatte sie aus Platzmangel in ihrem Schlafzimmer aufgestellt. Um den Geruch zu übertünchen, hatte sie den Schädel im Backofen gebacken, mit dem sie immer wieder Gespräche führte. Andere Körperteile hatte sie zu Gulasch verarbeitet. Als der Gestank unerträglich wurde, hatte sie die Leichenteile im Botanischen Garten entsorgt. Martina war Fan von okkulter Literatur, die Horrorfilme liebte und Schlangen sowie Spinnen als Haustiere hielt. Darüber hinaus war Martina schwer medikamentenabhängig, die im Alter von 14 Jahren an Magersucht gelitten hatte, die einherging mit Fressattacken. Martina sagte aus, dass sie mit Hans-Josef einen gemeinsamen Selbstmordversuch unternommen hatte, der aber gescheitert war. Sie schlug vor, dass sie Hans-Josef ermordete und ihm dann nachfolgen würde, wenn ihre Kinder sicher versorgt seien. Natürlich sorgte der Mordfall für großes Medieninteresse. Martina erhielt die Beinamen „Mord-Hexe“, „Horror-Martina“ oder „Blutgierige Martina“, da diese ohne Reue eiskalt ihren Geliebten getötet, mit einer Kreissäge zerstückelt, gekocht, gebacken und eingefroren hatte. Bei Martina wurde eine tiefgreifende psychiatrische Störung diagnostiziert. Durch ihre verminderte Schuldfähigkeit wurde sie zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren mit anschließender Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt. Martina unternahm mehrere Fluchtversuche, die angeblich wieder in Freiheit in Amsterdam ums Leben kam. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Mönchengladbach, wo sich der grausame Mord an Hans-Josef Wirtz einst zugetragen hatte. 🙂