Auf den Spuren des Mittelalters in Mönchengladbach
Isabella Mueller
Isabella Müller @isabella_muenchen Bad Homburg Hessen Germany
Die größte Stadt am linken Niederrhein mit über 272.000 Einwohnern ist Mönchengladbach, die 1365 die Stadtrechte verliehen bekam. Dies war der Startschuss für den Bau einer Stadtmauer, die erstmals 1388 urkundlich erwähnt wurde. Über 5 Jahrhunderte lang sorgte die Stadtmauer errichtet aus Feldbrandziegeln, die insgesamt 12 Türme besaß, vor Schutz vor feindlichen Angriffen. Noch heute zeugen denkmalgeschützte Reste im Geropark von dieser Stadtmauer, die einst die Altstadt komplett umschloss. Der fast 50.000 Quadratmeter große Geropark befindet sich mitten im historischen Stadtkern von Mönchengladbach, dessen Herzstück der Große Weiher ist. Um zu verhindern, dass über den Großen Weiher feindliche Angreifer übersetzten konnten, wurde dort am Fuße des Abteiberges eine Stadtmauer errichtet. Diese besaß an der Südostseite den noch bruchstückhaft erhaltenen Kampenturm. Dieser hufeisenförmige Schalenturm aus dem frühen 15. Jahrhundert war zur Stadt hin geöffnet. Der Turm war nicht höher als die Stadtmauer, auf dessen Gewölbe sich eine Wehrplattform befand, die von der Stadtmauer aus erreichbar war. Insgesamt existierten drei Zugänge in die Stadt. Neben den beiden Stadttoren Judenpforte und Viersener Tor, gab es noch das Weihertor am Großem Weiher. Dieses Tor wurde auch „Eickerpfortzen“ genannt, das 1458 erstmals urkundlich als „Wiierportzen“ erwähnt wurde. Das Weihertor bestand aus einem hohen viereckigen Turmtor und einem später gebauten Zwinger, der auf der Stirnseite ein Vortor hatte. Da das Tor 1809 der Abrissbirne zum Opfer fiel, existieren dank seines Standortes innerhalb des Münsters St. Vitus und der Abteiberg geprägten Stadtsilhouette drei historische Abbildungen. Die älteste Darstellung des Weihertores ist ein Altarbild aus dem Jahr 1597, das aber im Zweiten Weltkrieg verschwand. Anhand der Zeichnung des holländischen Barockmalers Lambert Doomers aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist der um 1588 neu errichtete Stadtmauerabschnitt mit seinem hervorstechenden Bogenfries des Wehrgangs gut erkennbar. Die ganze mittelalterliche Stadtgeschichte von Mönchengladbach ist durch einen Altstadtrundweg, der entlang der ehemaligen Stadtmauer sowie an historischen Gebäuden vorbeiführt, an denen sich Tafeln mit Informationen des jeweiligen Standortes befinden, hautnah erlebbar. Auch ich machte bei meinem Besuch von Mönchengladbach einen Abstecher in den Geropark, wo ich dank der Überreste der alten Stadtbefestigung auf den Spuren des Mittelalters wandeln konnte und mit deren Foto-Impressionen ich Dir viel Freude wünsche. 🙂