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Kampen und der Stör mit der Glocke

Selig sind die Dummen. Diese Redewendung geht auf die sogenannten Schildbürger aus dem Städtchen Schilda zurück, die durch ihre Dummheit berühmt wurden. Ihre Erzählungen zählen zu einer der bekanntesten deutschen Sammlungen von Schelmengeschichten in Romanform. Auch in den Niederlanden gibt es Bürger, die aufgrund ihrer Dummheit berühmt wurden. Doch diese stammen nicht aus einem fiktiven Ort, sondern aus der Hansestadt Kampen in der Provinz Overjssel. Von diesen gibt es zahlreiche Spottgeschichten, die als Kampener Uien, Kampener Zwiebeln, bezeichnet werden. Eine von diesen fantastischen Geschichten, die seit mehreren hundert Jahren von Generation zu Generation weiter erzählt wird, ist die vom Stör mit Glocke um seinen Hals. Als Kampen noch eine Stadtmauer besaß, kündigte der Bischof seinen Besuch in der Stadt an. Die Bevölkerung wollte diesem hohen Besuch ein köstliches Mahl kredenzen. Als den Fischern ein großer Stör ins Netz ging, war klar, dass sie daraus ein Festmahl für den Bischof zubereiten wollten. Damit der Fisch nicht an Land verdarb, legten diese ihm eine Glocke um den Hals. Dann warfen sie den Stör zurück in den Fluss IJssel. Die Fischer glaubten, dass sie durch den Klang der Glocke den Stör wiederfinden würden, wenn der Bischof in Kampen eintreffen würde. Als der Bischof jedoch in Kampen angekommen war, liefen die Fischer zur IJssel, um den Stör durch den Glockenklang zu hören. Doch sie hörten keine Glocke läuten und so mussten sie dem Bischof eine andere Speise auftischen. Den Stör fanden die Fischer übrigens nie wieder. An diese Geschichte erinnert jedes Jahr für mehrere Wochen im Sommer ein Stör-Monument an der Stadtbrücke in der IJssel sowie ganzjährig eine Statue eines Jungen mit einem Stör am Kai. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der malerischen Hansestadt Kampen. 🙂

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