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Schloss Moyland

Eines der bedeutendsten neugotischen Bauwerke in Nordrhein-Westfalen ist das Schloss Moyland, dessen Name sich von dem niederländischen Wort „mooi land“, was „schönes Land“ auf deutsch bedeutet, ableitet. Das malerische Wasserschloss bestehend aus einer vierflügeligen Anlage aus Backstein mit vier Ecktürmen wurde erstmals 1307 urkundlich erwähnt, als der Graf Otto von Kleve einen mit Wällen und Gräben befestigten Hof an den Geistlichen Jacob van Egern in Erbpacht nahm. Danach gab es bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts mehrere Besitzerwechsel. Dies änderte sich erst 1695 als der Kurfürst Friedrich III. die zum Schloss umgebaute Anlage erwarb. Am 11. September 1740 traf sich hier der Preußenkönig Friedrich II. und der französische Philosoph Voltaire, um auf dem Schloss die Philosophenakademie „Wahrheitsmanufaktur“ zu gründen. Daran erinnert das Treppengeländer am Aufgang zum Portal des Hauptschlosses mit seinen Tierfiguren. Die „Mops- und Wolf-Treppe“ symbolisiert mit dem Wolf den Besuch von Voltaire, der für seine Bissigkeit bekannt war und mit dem Mops den Aufenthalt von Sir Winston Churchill während des Zweiten Weltkrieges anlässlich der Operation Plunder. Anno 1766 gelangte das Schloss in den Besitz der niederländischen Familie Steengracht, da Adrian von Steengracht dieses als Entschädigung für geliehene Darlehen im Siebenjährigen Krieg vom preußischen Königshaus erhalten hatte. Unter Niklaus Johann von Steengracht erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen. Denn dieser ließ es von 1854 bis 1862 durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner im Stil der Neugotik umgestalten. Das Schloss Moyland wurde bis 1945 von der Familie Steengracht bewohnt. Es war schon damals ein populäres Ausflugsziel am Niederrhein. Im Jahr 1990 schenkte der Baron von Steengracht das nach dem Zweiten Weltkrieg verfallene Schloss der am 11. Juli 1990 gegründeten Stiftung Museum Schloss Moyland. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde das Schloss samt Schlosspark am 24. Mai 1997 eröffnet, das ein Museum für zeitgenössische und moderne Kunst beherbergt. Neben der ehemaligen Privatsammlung der Gebrüder Hans und Franz Joseph van der Grinten, gibt es dort das Joseph Beuys Archiv als internationale Forschungsinstitution. Dieses besitzt die weltweitgrößte Sammlung der Werke von Joseph Beuys. Bemerkenswert ist die wunderschöne, weitläufige Parkanlage, die ebenso wie das Schloss beim Wiederaufbau nach dem letzten historisch tradierten Aussehen rekonstruiert wurde. So wurde der Schlosspark von Juli 1995 bis Mai 1997 unter der Leitung von Gustav und Rose Woerner mit altem Baumbestand sowie Eichen- und Lindenalleen im „Gemischten Stil“ restauriert. Partien des „Englischen Gartens“ wurden mit den des „Architektonischen Gartens“ verknüpft. Ein besonderes Highlight des Parks sind Skulpturen von Künstlern aus aller Welt, die Kunst im öffentlichen Raum für jedermann erlebbar machen. Neben dem Skulpturenpark besitzt der Park auch einen Kräutergarten, der 1999 nach dem Vorbild des Anholter-Moyländer Kräuterbuches von 1470 angelegt wurde und in 16 Einzelbeeten über 300 heimische und ausländische Kräuter beheimatet. Darüber hinaus besitzt der Park die größte Hortensiensammlung in Deutschland. Hier gibt es 2500 Pflanzen aus über 530 unterschiedlichen Hortensiensorten zu bestaunen. Seit 2024 ist der Moyländer Park Teil des Europäischen Gartennetzwerkes. Das märchenhafte Wasserschloss wurde 2011 erneut umfangreich saniert, das ich dieses Jahr im Mai zum ersten Mal besuchte und Dir viel Freude mit meinen Fotos vom Schloss und seinem idyllischen Schlosspark wünsche. 🙂

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