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Der Puzzle-Mord

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Ein absolut perfides Verbrechen, das glatt aus der Feder eines Krimiautors entsprungen hätte sein können, ereignete sich im Juli 2011. Dieses Verbrechen ging in die deutsche Kriminalgeschichte als der Puzzle-Mord ein. Der Name leitet sich davon ab, dass nacheinander einzelne Leichenteile gefunden wurden. Diese wurden wie bei einem Puzzle zusammengesetzt, um die Identität der Leiche zu klären. Zuerst bargen Angler Anfang Juli einen tätowierten Torso aus der Spree. Nach diesem schrecklichen Fund, wurden Suchhunde eingesetzt, die nach 3 Tagen Arme und Beine unter einer Brücke fanden. Der Kopf der Leiche wurde nach weiteren 2 Tagen aus dem Schäfersee in Reinickendorf geborgen. Anhand von diesem konnte die Leiche als der 31 Jahre alte Tätowierer Raoul Schmidhuber aus Wien identifiziert werden, der in Berlin als Tätowierer von einem Tattoo-Studio zum anderen tingelte. Die Obduktion ergab, dass auf Raoul über 52 Mal mit einem Beil eingeschlagen worden war, der letztlich an seinem eigenen Blut erstickt war. Wer war nur zu solch einer Wahnsinnstat fähig und warum? Schnell geriet der 29 Jahre alte James S. ins Visier der Ermittler, der Raoul zuletzt lebend gesehen hatte. Der Tattoo-Künstler aus New York, der wegen Gewaltdelikten bereits 5 Jahre im US-Knast eingesessen hatte und per US-Haftbefehl gesucht wurde, war erst seit Kurzem in Deutschland. Trotz weniger Monate in Deutschland lief abermals ein Verfahren in Potsdam gegen James S., der seit wenigen Monaten sich mit der 21 Jahre alten Lara S. verlobt hatte, die er im Fußballstadion von „Eisern Union“ kennen- und lieben gelernt hatte. Lara absolvierte gerade eine Ausbildung als Tierarzthelferin. Ihr Weg zur Berufsschule führte genau am Schäfersee vorbei, wo der Kopf von Raoul mit Hanteln beschwert gefunden worden war. Konnte dies ein Zufall sein? In den Verhören verstrickte sich der alkoholkranke James immer wieder in Widersprüche, der schließlich den Mord an Raoul gestand. Es war der 5. Juli als sich die beiden Männer in einem Tattoo-Studio in Schöneberg trafen. Danach fuhren sie in die Wohnung seiner Verlobten Lara in der Edisonstraße in Oberschöneweide. Dort zechten die beiden kräftig. Lara hatte sich bereits Schlafen gelegt, als es zu einem Streit zwischen den beiden Männern kam. Dieser eskalierte so sehr, dass beide handgreiflich wurden. Dann geschah das Unfassbare. James griff zu einem Beil und schlug damit auf Raoul über 52 Mal ein. Zuerst spaltete er mit dem Beil dessen Ober- und Unterkiefer sowie seinen Gaumen. Nach seiner unglaublichen Bluttat, weckte er Lara, die ihm helfen musste die Leiche von Raoul in der Badewanne mit Hammer, Säge, Beil und Messer zu zerstückeln. Während er die Organe in den Hausmüll warf, packte er die Gliedmaße in Plastiktüten, die er in einen Rollkoffer steckte. Doch zuvor versuchte er die tätowierte Haut abzuziehen, um eine Identifizierung der Leiche zu verhindern. Mit dem Rollkoffer begab er sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die Spree, wo er die Leichenteile entsorgte. Während Lara akribisch die Wohnung säuberte. Dies hatte Lara vorzüglich gemacht, da selbst die Spurensicherung kaum Blutspritzer bei der Wohnungsdurchsuchung fand. Doch dies war nicht Laras einzige Aufgabe. Denn Lara wurde von James mit der Entsorgung von Raouls Kopf beauftragt. Diese packte kurzerhand den Schädel in ihren Rucksack und warf ihn auf ihrem Weg zur Berufsschule in den Schäfersee. Was für ein teuflisches Paar! James S. wurde wegen des Mordes an Raoul Schmidhuber angeklagt, aber nur wegen Totschlags verurteilt. Da er fast 3 Promille Alkohol im Blut hatte, wurde ihm eine verminderte Schuldfähigkeit zu gesprochen. Er wurde zu 10,5 Jahren Haft verurteilt. Lara, die über 5 Monate in U-Haft gesessen hatte, verlor zwar ihren Ausbildungsplatz, aber ihr Verfahren wurde wegen Strafvereitelung gegen Zahlung einer Geldstrafe von 1000 Euro eingestellt. Damit war das Rätsel um den Puzzle-Mord endgültig gelöst, der ganz Berlin in Angst und Schrecken versetzt hatte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wien, die Heimatstadt des getöteten Raoul Schmidhuber, der auf furchtbare Weise getötet worden war. 🙂

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