Isabella Müller @isabella_muenchen Nordsee Niederlande Holland Urlaub Meer Geheimtipp
Im Norden der Niederlande südwestlich des Ortes Santpoort Zuid inmitten eines riesigen Waldgebietes liegt an einer Küstendüne, deren Ausläufer in ein Moor mündet, die malerische Wasserburgruine Brederode. Die beeindruckende Ruine Brederode ist eines der ersten Nationaldenkmäler der Niederlande, die seit 2016 Eigentum der Stiftung Monumenten Bezit ist und von der Stiftung Heerlijkheid Brederode verwaltet wird. Die Ruine bestehend aus einer Vorburg und einer Kernburg, die getrennt voneinander mit Wassergräben umgeben ist und zahlreiche Türme besitzt, wurde 1282 von Willem von Brederode errichtet, um von dort aus die anliegenden Handelsstraßen zu kontrollieren, da dort die Hauptstraße von Haarlem nach Alkmaar verlief. Um 1300 erhielt die Kernburg drei viereckige und einen runden Wehrturm. Anno 1351 wurde die Burg durch die Kabeljauwischen Truppen unter dem Kommando von Gijsberts van Nijenrode, dem Marschall des Grafen Willem V. belagert und zerstört. In den Jahren von 1354 bis 1426 erfolgte die Rekonstruktion der Anlage, die bis 1426 Sitz und Residenz der Herren von Brederode war. Doch nach der Wiederherstellung des Schlosses, wurde dessen südlicher Teil durch feindliche Truppen schwer beschädigt, weshalb die Herren von Brederode Schloss Batenstein als ihre neue Residenz wählten. Seitdem diente das Schloss als Steinbruch für die Einwohner Haarlems. Im Jahr 1464 wurde der Nordteil des Schlosses wieder bewohnbar gemacht. Doch fast 30 Jahre später wurde das Schloss 1491 von deutschen Truppen geplündert, bis 1573 spanische Truppen die Anlage anzündeten, damit keine neue Grafschaft entstehen konnte. Danach verfiel die Anlage zusehends und wurde zur Ruine. Diese wurde 1679 nach dem Ableben von Johann Wolfart van Brederode an die Grafen von Holland übertragen und danach an den Staat Niederlande. Die Schlossruine verschwand bis 1862 unter den Küstensanddünen, um den vollständigen Niedergang zu stoppen, stellte die Regierung nun finanzielle Mittel bereit. So wurde die Ruine von 1862 bis 1902 ausgegraben und konserviert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit der Rekonstruktion der Ruine unter der Leitung von A.J. Enschede begonnen. Private Spender unterstützten den Wiederaufbau, so dass die Ruine größtenteils wiederhergestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. Die Ruine ist von März bis Oktober immer mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet und kann gegen 6 Euro Eintritt für Erwachsene und 4 Euro Eintritt von Kindern zwischen 4 bis 11 Jahre besichtigt werden. Auch ich besuchte diese Ruine, deren Zugang über schmale Brücken erfolgt, die mich auf den Spuren der Herren von Brederode dank der zahlreichen Ausstellungen wandeln ließ. Beim Erklimmen des Bergfriedes wurde ich mit einer herrlichen Aussicht über die Umgebung belohnt. Auch Kinder kommen dank Verkleidungen und einer Schatzsuche voll auf ihre Kosten. Wer eine Zeitreise ins Mittelalter liebt, der ist bei der Ruine Brederode genau richtig, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂