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Die Stiftskirche Saint-Denis in Lüttich: ein außergewöhnliches Kulturerbe der Wallonie

Die belgische Stadt Lüttich war 8 Jahrhunderte lang die Hauptstadt eines geistlichen Fürstentums, an dessen Spitze die Fürstbischöfe standen. Dies brachte Lüttich den Beinamen „Stadt der 100 Glocken“ ein, die als „Hölle der Weiber, Fegefeuer der Männer und Paradies der Pfaffen“ bezeichnet wurde. Von diesem religiösen Erbe zeugen bis heute die 7 Stiftskirchen. Eine davon ist die Stiftskirche Saint-Denis, die das älteste Kirchenschiffs Lüttichs aus dem frühen 11. Jahrhundert besitzt. Die Kirche, die dem Patrozinium des heiligen Dionysius von Paris unterstellt ist, wurde bereits 987 durch den Lütticher Fürstbischof Notger gegründet, die am 12. März 990 erstmals geweiht wurde. Die Kirche aus steinkohlehaltigem Sandstein war Teil der Stadtmauer, deren romanischer Turm, der um 1100 hinzugefügt wurde, ein idealer Beobachtungsposten zur Verteidigung der Stadt darstellte. Insgesamt weist die Kirche diverse verschiedene Baustile auf, die von Romanik über Gotik und Barock bis hin zum Rokoko reichen, da die Kirche ständig verändert wurde. Ihr romanischer Chor wurde Anfang des 15. Jahrhunderts durch einen gotischen ersetzt. Die Innenausstattung der Kirche wurde Ende des 17. Jahrhunderts im Stil des Barocks umgestaltet, da dieser zur damaligen Zeit en vogue war. Nach der Lütticher Revolution, einer Aufstandsbewegung, die sich 1789 gegen den Fürstbischof Cäsar Konstantin Franz von Hoensbroech richtete und der Aufhebung des Kapitels, ging ein Teil des wertvollen Kirchenschatzes verloren. Anno 1797 wurde die Kirche aufgehoben, aber nachdem Konkordat von 1801 zwischen Napoleon Bonaparte und Papst Pius VII. wurde die Pfarrei wieder eröffnet. Das Highlight der römisch-katholischen Kirche, die etwas versteckt in der Rue de la Cathedralé 64 liegt, ist das bemerkenswerte Holzaltarbild „Retable de la Passion“ aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das die Passion Christi und das Leben des heiligen Dionysius symbolisiert und als Meisterwerk der Holzskulptur gilt. Ebenfalls beeindruckend ist der Hauptaltar aus weißem Marmor aus dem Jahr 1747 sowie das prächtige Orgelgehäuse aus dem 16. Jahrhundert. Seit dem 14. Juli 1936 steht die Kirche Saint-Denis unter Denkmalschutz, die in die Liste des außergewöhnlichen kulturellen Erbes der Wallonie aufgenommen wurde. Auch ich kam bei meinem Besuch von Lüttich, der Geburtsstadt von Karl dem Großen, an dieser beeindruckenden Kirche vorbei, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂

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