Website-Icon Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!

Das märchenhafte Gohliser Schlösschen

Mitten im Herzen der Pleißemetropole Leipzig im schönen Stadtteil Gohlis befindet sich das Gohliser Schlösschen, das zu den Highlights der sächsischen Rokokobaukunst zählt. Dieses faszinierende Kleinord mit seinem pittoresken Musenhof am Rosental blickt auf fast 270 Jahre Geschichte zurück. Im Zeitraum von 1755 bis 1756 beauftragte der Leipziger Kaufmann, Ratsherr und Ratsbaumeister Johann Caspar Richter den Dresdner Oberlandbaumeister Christoph Knöbel mit dem Bau eines repräsentativen, bürgerlichen Landhauses als Sommerresidenz im Dorf Gohlis. Dieses war nur 20 Minuten von Leipzig entfernt, dessen Wassergraben, von dem Leipzig umgeben war, im Sommer entsetzlich stank und schon damals galt der Spruch: „Wem´s zu wohl ist, der zieht nach Gohlis“. Die Pläne für das Sommerhaus werden übrigens dem Dresdner Landbaumeister Johann Christoph Knöffel und dem Leipziger Stadtbaumeister Friedrich Seltendorff zugeordnet. Darüber hinaus soll auch der Leipziger Baumeister Georg Werner am Bau des Landhauses beteiligt gewesen sein. Doch durch den Siebenjährigen Krieg, in dem Leipzig von preußischen Truppen besetzt war und den damit einhergehenden Kontributionszahlungen, die vermögende Leipziger Bürger an die Besatzungstruppen leisten mussten, verzögerte sich der Innenausbau des Sommerpalais. Im Jahr 1770 verstarb Johann Caspar Richter. Der neue Gemahl seiner Witwe, Johann Gottlob Böhme, Geschichtsprofessor an der Leipziger Universität ließ den Bau schließlich 1780 fertigstellen. Von 1781 bis 1792 lebte dort der Justizrat Johann Hieronymus Hetzer, der als Liebhaber der Künste, das Schlösschen zum „Musenhof am Rosental“ machte. Es wurde zum geistigen Zentrum der Hautevolee, in dem Friedrich Schiller oder Gottfried Körner verkehrten, um nur einige zu nennen. Anno 1793 fiel das Gohliser Schlösschen testamentarisch an die Stadt Leipzig. Allerdings unter der Bedingung, dass diese für den Erhalt und der Verschönerung des Schlösschen sorgen. Während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wurde das Schlösschen geplündert und diente als Militärkrankenhaus. Anno 1832 erwarb die Familie des Halberstädter Domherrn Karl Wilhelm Rudolf von Alvensleben von der Stadt Leipzig das Anwesen, das 32 Jahre später in den Besitz des Leipziger Kaufmanns Christoph Conrad Nietzsch überging, der eine grundlegende Renovierung des gesamten Schlösschens in Auftrag gab. Im Jahr 1906 kaufte die Stadt Leipzig das Gohliser Schlösschen zurück, das nach einer umfassenden Sanierung und Umbau in den Jahren von 1934 bis 1935 zum „Haus der Kultur“ wurde, das auch der Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht wurde. Durch die Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges musste das Anwesen erneut saniert werden, bevor Teile davon ab 1950 bis 1985 vom Bach-Archiv genutzt wurden. Von 1990 bis 1998 wurde das Gohliser Schlösschen komplett saniert und in seinen ursprünglichen Zustand des 18. Jahrhunderts zurückversetzt. Fortan betrieb der Kulturrat der Stadt Leipzig das Schlösschen, das Ende 2003 aufgrund von Sparmaßnahmen sogar geschlossen werden musste. Im Jahr 2003 übernahm der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. den Veranstaltungsbetrieb, der 2005 zum Betreiber wurde. Seit dem 1. April 2021 ist die neu gegründete Gohliser Schlösschen/ Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH Betreiberin des Anwesens. Die Räumlichkeiten des Gohliser Schlösschen werden für allerhand kulturelle Veranstaltungen genutzt. Im Oesersaal im Obergeschoss, benannt nach dem Maler und Bildhauer Adam Friedrich Oeser, der das Deckengemälde „Triumph der Psyche“ schuf, können standesamtliche und freie Trauungen vollzogen werden. Während der Steinsaal für Trauerfeiern genutzt werden kann. Einige der Räume dienen als Kulturcafé. Das Gohliser Schlösschen ist mit seinem 5-achsigen Haupttrakt bestehend aus einer 40 Meter langen Dreiflügelanlage sowie dem Mansardengeschoss mit Dacherkern und seinem reichen Schmuckelementen des Rokokos und dem 56 Meter hohen Turmaufbau mit Helm und Zwiebelhaube des Mitteltrakts ein wahres Juwel. Übrigens ist dessen Schlossgarten mit Springbrunnen und Statuen der letzte erhaltene Garten, der einst berühmten Leipziger Gartenkultur des Bürgerlichen Rokokos. Auch mein Herz schlug beim Besuch des märchenhaften Gohliser Schlösschen mit seinem malerischen Schlossgarten höher, mit dessen Fotos ich Dir einfach nur viel Freude wünsche. 🙂

Die mobile Version verlassen