Schloss Rheydt: das einzige komplett erhaltene Renaissance-Schloss am Niederrhein
Isabella Mueller
Isabella Müller @isabella_muenchen
Das Schloss Rheydt im gleichnamigen Stadtteil in Mönchengladbach ist das besterhaltene Renaissance-Schloss am Niederrhein. Die dreiteilige Anlage bestehend aus Torburg, Vorburg und Herrenhaus mit herrlicher italienischer Renaissancefassade sowie mit ihren Wällen, Bastionen und Wassergräben, wurde auf den Resten einer mittelalterlichen Motte errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Schloss in einem Dokument von Erzbischof Philipp I. von Heinsberg im Jahre 1180, als dieser die Lehnsrechte von den Herren von Rheydt erwarb, um im Falle eines Angriffs auf die Gladbacher Abtei, diese durch die militärische Funktion des Schlosses zu schützen. Das prächtige Renaissance-Schloss mit niederländischen Einflüssen wurde von 1558 bis 1591 im Auftrag von Otto von Bylandt erbaut, einem der mächtigsten Räte des Herzogs Wilhelm von Jülich und Berg. Der Baumeister war der Jülicher Architekt Maximilian von Pasqualini, der älteste Sohn von Alessandro Pasqualini, der das Rathaus und die Zitadelle in Jülich geschaffen hatte. Das Schloss Rheydt war bis zur Abschaffung der Lehnsabhängigkeit 1794 über 300 Jahre lang Eigentum der Familie Bylandt. Anno 1917 kaufte die Stadt das Schloss, die dort 1922 das Städtische Museum Schloss Rheydt eröffnete. Seitdem wird in der oberen Etage eine Sammlung von Kunst- und Kulturgegenständen der Renaissance- und der Barockzeit sowie zur Textilgeschichte von Mönchengladbach gezeigt. Die Vorburg wird für Ausstellungen zur lokalen Geschichte genutzt. In der Torburg ist das Museumsatelier beheimatet. Über das Festungsbauwesen wird in den Kasematten informiert. Der Innenhof wird außerdem für die Open-Air-Reihe Sommermusik Schloss Rheydt genutzt. Jährlich finden zudem dort Ritterspiele mit einem Mittelaltermarkt statt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde 1939 mit dem Innenausbau von Schloss Rheydt zum Gästehaus nach den Plänen des Architekten und Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie Emil Fahrenkamp auf Befehl des Propagandaministers Joseph Goebbels begonnen. Die Außenanlagen, die im 18. und 19. Jahrhundert zum Landschaftsgarten angelegt worden waren, wurden von 1994 bis 1997 durch die Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner neu gestaltet. Auch ich besuchte dieses Wahrzeichen der Stadt Mönchengladbach, das eine wunderschöne Außenanlage besitzt, die man durch Rundwege erkunden kann, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂