Im Mittelalter stand auf Hochverrat die Todesstrafe. Einem, dem diese fragwürdige Ehre zuteil wurde, war der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf, der letztlich wegen seiner Pflichttreue im Widerstand gegen den Herzog Leopold und dessen ungerechte Forderungen sein Leben lassen musste. Konrad Vorlauf wurde gemeinsam mit seinen beiden Ratsherren Konrad Ramperstorffer und Hans Rockh am 11. Juli 1408 auf dem Schweinemarkt durch das Schwert geköpft. Die Hinrichtung am Schweinemarkt sowie die anschließende Beerdigung auf dem Freithof St. Stephan galten dabei als besondere Schmach. Doch warum wurden diese hingerichtet, die posthum nach der Machtergreifung Albrechts V. rehabilitiert wurden? Schon lange herrschte zwischen den Habsburger Herzögen Leopold IV. und Ernst dem Eisernen Erbschaftsstreitigkeiten, die mit dem Konflikt zwischen den Handwerkern und der bürgerlichen Oberschicht einhergingen. Nach dem Tod des kinderlosen Habsburger Rudolf IV. herrschten zunächst dessen beide jüngeren Brüder Albrecht III. und Leopold II. gemeinsam über Österreich. Als jedoch 1395 Herzog Albrecht III. von Österreich verstarb, einigte sich sein Sohn Albrecht IV. und dessen Neffe Wilhelm auf eine wechselseitige Regentschaft in den habsburgischen Erblanden und damit im Herzogtum Österreich. Diese erließen für Wien 1396 das Ratswahlprivileg. Dadurch wurden jährlich der Bürgermeister und die Ratsherren gewählt sowie die paritätische Zusammensetzung des Ratskollegiums aus den Kreisen der Erbbürger, Kaufleute und Handwerker. Damit stellten die Handwerker nun ein Drittel der Ratssitze, was das Ende der Vorherrschaft der Patrizier bedeutete. Anno 1404 starb Albrecht IV., sodass Wilhelm die Vormundschaft für dessen 7 Jahre alten Sohn Albrecht V. übernahm. Nur zwei Jahre später segnete auch Wilhelm das Zeitliche, dessen beide Brüder Leopold IV. und Ernst der Eiserne sich nun um die Vormundschaft Albrechts V. stritten. Erst auf Drängen der österreichischen Landesräte kam es zu einer Einigung zwischen den Brüdern. Leopold wurde alleiniger Vormund, der aber bald schon in Konflikt mit der bürgerlichen und politischen Schicht geriet, die daraufhin im November 1407 die Herrschaft in Österreich seinem Bruder Ernst anboten. Dadurch kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern. Während das einfache Wiener Volk auf der Seite von Leopold stand, sympathisierte die bürgerliche und politische Elite mit seinem Bruder Ernst. Im Jahr 1408 standen sich die beiden zerstrittenen Brüder mit ihrem Gefolge nördlich von Wien gegenüber. Es sollte ein Aufstand zugunsten von Leopold angezettelt werden. Daraufhin ließ der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf, der auf der Seite von dem Herzog Ernst stand, im Januar 1408 fünf Handwerker als Rädelsführer festnehmen. Diese wurden am 5. Januar 1408 auf dem Hohen Markt enthauptet. Nur 9 Tage später schlossen die Brüder einen Waffenstillstand. Leopold lud den Wiener Rat unter dem Bürgermeister Konrad Vorlauf zu Verhandlungen in die Wiener Neustadt und St. Pölten ein. Auf deren Rückreise am 9. April 1408 wurde die Delegation bei Gablitz von dem Ritter Hans Laun überfallen und als Geiseln genommen. Erst nach der Zahlung des Lösegeldes von 10.000 Gulden, kamen diese am 16. Juni 1408 frei. Um das dadurch entstandene Loch in der Staatskasse zu begleichen, erhob die Stadt Wien nun eine Sondersteuer auf Wein. Dies führte zu einem Aufstand der Handwerker, die Vorlauf die Schuld an der neuen Steuer gaben. Der Druck war so groß, dass Leopold am 7. Juli 1408 den Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf und dessen Ratsherren verhafteten ließ. Schließlich wurde am 11. Juli 1408 Konrad Vorlauf sowie die beiden Ratsherren Konrad Ramperstorffer und Hans Rockh am Schweinemarkt, dem heutigen Lobkowitzplatz in Wien, durch Schwerthiebe enthauptet. Nach deren Rehabilitierung 1430 wurden diese exhumiert und im Stephansdom beigesetzt. Eine Grabplatte dort vor dem Friedrichsgrab im Südchor erinnerte an diese, die jedoch beim Brand des Doms im April 1945 abhanden kam. Doch bis heute gedenken an diese neben drei Straßenzügen, die nach ihnen benannt wurden, auch eine Gedenktafel, die 1867 am Lobkowitzplatz 3 angebracht wurde. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wien, wo sich alles ereignet hatte. 🙂
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