Isabella Müller Schloss Orth Wien Österreich @isabella_muenchen
Ein abscheulicher Mord ereignete sich am 12. Juni 1920 in der Erdgeschosswohnung in der Preysinggasse 21 im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Das Opfer war der 30 Jahre alte Zuckerbäcker Franz Wittmann, der von dem Gastwirt Alois Schremler gefunden worden war. Dieser hatte im selben Haus eine Gastwirtschaft und wollte gegen 00.30 Uhr zu Bett gehen. Als er ein Geräusch hörte, begab er sich auf den Flur, wo er ein lautes Stöhnen vernahm. Dieses kam aus der Wohnung des Zuckerbäckers, weshalb Alois Schremler zur Wohnung lief, um zu klingeln. Doch just in diesem Moment öffnete ihm der blutüberströmte Franz Wittmann die Wohnungstür. Alois Schremler alarmierte die Hausbewohner, die sich um den Schwerverletzten kümmerten und einen Krankenwagen riefen. Dieser brachte den Schwerletzten zum Kaiserin-Elisabeth-Spital. Doch noch vor dem Eintreffen, erlag Franz Wittmann seinen schweren Verletzung. Währenddessen war Alois Schremler nochmals in seine Gastwirtschaft gegangen. Als er von dort einen Blick auf die Straße warf, sah er einen jungen Mann, der aus dem Fenster der Erdgeschosswohnung von Wittmann stieg. Sofort rannte Alois Schremler zu diesem, der sogleich in Richtung Goldschlagerstraße flüchtete. Alois folgte ihm, dem sich zwei Passanten und ein Stadtschutzmann anschlossen. Ihnen gelang es tatsächlich den Mann zu stellen und festzunehmen. Der junge Mann entpuppte sich als der 19 Jahre alte Tischlergehilfe Leopold Bartl. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass Franz Wittmann, der am 18. August 1889 zu Orth an der Donau das Licht der Welt erblickt hatte, homosexuell war. Zwar hatte Wittmann einmal eine Frau namens Anna geheiratet. Doch sie lebten nur 8 Monate zusammen, da Wittmann sich unsittlich ihren 4 Buben aus Annas erster Ehe genähert hatte. Franz Wittmann, der im Hause seine Backstube hatte, vergnügte sich fortan mit Strichbuben, bei denen er äußerst beliebt war. Er zahlte gut und gab den Buben für ihre Dienste Waren aus seiner Backstube. Wittmann galt im Strichermilieu als reicher Mann. Dies hatte auch der arbeitslose Leopold Bartl erfahren, der Wittmanns Lieblingsjunge wurde. Kennengelernt hatte er Wittmann in der Weinhalle Wimberger zu Weihnachten. Eines Tages hatte Wittmann Bartl erzählt, dass er viel Geld gespart hatte, mit dem er sich zur Ruhe setzen wollte. Dies war sein Todesurteil, denn Bartl wollte nun das Geld an sich bringen. Am 12. Juni 1920 vergnügte sich Wittmann wieder mit Bartl. Nachdem Sex legten sie sich schlafen. Nach zwei Stunden stand Bartl auf und holte aus der Küche eine Holzhacke. Mit dieser schlug er auf dem schlafenden Wittmann in den Hals. Wittmann schreckte hoch und lief zur Tür. Als er diese öffnete, fiel er Alois Schremler in die Arme. Durch den Hieb von Bartl hatte Wittmann einen Bruch des Kehlkopfes erlitten, der zur Erstickung führte. Leopold Bartl wurde wegen meuchlerischen Raubmords angeklagt und einstimmig von den Geschworenen für schuldig befunden. Er wurde zu 15 Jahren schweren Kerkers, verschärft mit hartem Lager und einsamer Absperrung in dunkler Zelle an jedem Jahrestag der Bluttat verurteilt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Schloss Orth Nationalpark Zentrum, das in Orth liegt, der Geburtsstadt des ermordeten Zuckerbäcker Franz Wittmann. 🙂