Ein bis heute geheimnisvoller Cold Case ist der Mord an dem polnischen Einwanderer Isidore Fink, der auch als „Locked-room mystery“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um ein unmögliches Verbrechen, das in einem verschlossenen Raum stattfand. Der Mord an Isidore Fink gilt als ein Paradebeispiel dafür. Am Abend des 9. März 1929 ereignete sich in New York City ein Verbrechen, das die Gemüter von Polizeibeamten und Kriminalanalysten bis heute beschäftigt. Der Hauptakteur dieses bizarren Dramas war der 30-jährige Isidore Fink, der nach dem Ersten Weltkrieg für ein besseres Leben in die USA emigriert war. Er war ein stiller Zeitgenosse und stolzer Besitzer einer kleinen Wäscherei in der East 132nd Street Nr. 4 im Stadtteil Harlem im Stadtbezirk Manhattan in New York City. In dieser gefährlichen Gegend, in der Raubüberfälle an der Tagesordnung waren, begegnete Isidore Fink dem Risiko mit äußerster Vorsicht, in dem er seine Fenster in seinem zwei Raum großen Laden in einem Mietshaus im Erdgeschoss stets verriegelte und seine Tür abgeschlossen hielt, besonders wenn er nachts arbeitete. Nur Kunden, die er persönlich kannte, durften die Wäscherei betreten. An diesem besagten Abend hörte Finks Nachbarin, Mrs. Locklin Smith, gegen 22:30 Uhr tumultartige Geräusche, die aus der Wäscherei drangen. Es klang nach einem heftigen Streit zwischen zwei Männern. Voller Angst rannte sie um Hilfe zu holen. Die Hilfe kam in Gestalt von Patrouillenmann Albert Kattenborn. Als er das Gebäude betrat und an Finks Tür klopfte, bekam er keine Antwort. Die Tür war von innen verschlossen. Er bemerkte ein oberhalb der Tür offenstehendes schmales Oberlicht. Da es für Kattenborn unmöglich war, durch dieses kleine Fenster zu klettern, fand er einen Jungen, der hindurchschlüpfen konnte. Der Junge öffnete von innen die Tür, so dass Kattenborn eintreten konnte. Im hinteren Bereich der Wäscherei fand er Fink leblos auf dem Boden liegend. Er war zweimal in die Brust und einmal in die linke Hand geschossen worden. Ein heißes Bügeleisen, das noch auf dem eingeschalteten Gasofen stand, deutete darauf hin, dass der Wäschereibesitzer mitten bei der Arbeit angegriffen worden war. Kattenborn suchte instinktiv nach einer Waffe, konnte aber keine finden. Auch die kurz darauf eintreffenden Mordermittler blieben erfolglos. Vermutungen, Fink könne eine raffinierte Selbstmordvorrichtung benutzt haben, führten ins Leere. Sie fanden nichts dergleichen. Frustriert nahmen die Ermittler sogar den Raum auseinander, prüften Bodenbretter und Wände, doch ohne Erfolg. Nachdem Selbstmord ausgeschlossen worden war, standen die Polizisten vor einem sogenannten „Verschlossenen Zimmer“-Rätsel, einem altbekannten literarischen Motiv in der Detektivliteratur. Die Ausgangslage ist simpel: Ein Mordopfer wird in einem von innen verschlossenen Raum gefunden, und es scheint unmöglich, dass der Täter den Raum betreten und wieder verlassen konnte. In diesem realen Fall jedoch wollte die Lösung einfach nicht gelingen. Die New Yorker Polizei spekulierte zunächst, der Mörder habe das Oberlicht als Fluchtweg benutzt. Doch diese Theorie war angesichts des schmalen Fensters und der Tatsache, dass der Täter dann sehr klein hätte sein müssen, unwahrscheinlich. Eine alternative Theorie besagte, der Angreifer habe von außen durch das Oberlicht geschossen. Auch diese These scheiterte, denn Schmauchspuren an Finks Handgelenk zeigten eindeutige Anzeichen eines Nahschusses. Der Gerichtsmediziner kam zu dem Schluss, dass Fink in einem Kampf um die Waffe angeschossen wurde. Zwei weitere Schüsse trafen ihn anschließend in die Brust. Noch verwirrender war die Frage nach dem Motiv. Ein Raubüberfall konnte ausgeschlossen werden, da sowohl Geld in Finks Tasche als auch in der Kasse gefunden wurden. Wer würde also einen unauffälligen Wäschereibesitzer ermorden wollen? Berichte über zwei gut gekleidete Frauen, die kurz vor der Tat im Treppenhaus gesichtet worden waren sowie einem Paar, das wissen wollte, ob Fink gebrauchte Unterwäsche verkaufe, führten ebenfalls zu nichts. Finks Vermieter, Max Schwartz, beschrieb ihn als jemanden, der kaum soziale Kontakte, geschweige denn Feinde hatte. Das Warum und das Wie des Mordes an Isidore Fink blieben ungeklärt. Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Polizei weder das Motiv noch den genauen Tathergang aufklären. Es gab weder Fingerabdrücke, außer von Fink, noch wurde die Tatwaffe gefunden. Zwei Jahre später, am 3. August 1931, gestand NYPD-Kommissar Edward P. Mulrooney in einer Radiosendung namens „Man in the Front Row“ seine Ratlosigkeit über den Mord an Fink, den er als „unlösbares Geheimnis“ bezeichnete. Anfangs wurde vermutet, Fink sei im Flur angeschossen worden und habe sich dann zurück in die Wäscherei gerettet, wo er die Tür verriegelte. Diese Theorie verwarf der Gerichtsmediziner jedoch, da die Brustwunden tödlich gewesen wären und Fink keine Zeit gehabt hätte, die Tür zu verschließen. Eine Geschichte aus Übersee Jahre später zeigte allerdings, wie überraschend widerstandsfähig der menschliche Körper bei schweren Verletzungen sein kann. Im Fall einer beinahe identischen Tat in England überlebte das Opfer trotz schwerer Schussverletzungen lang genug, um Maßnahmen zur Selbstverteidigung zu ergreifen. Eine andere Theorie ging davon aus, dass die Ermittler Beweisstücke aufgrund von Bestechung einer unbekannten Person hatte verschwinden lassen. Trotz aller Theorien bleibt die wahre Natur des Verbrechens um Isidore Fink ein ungelöstes Rätsel. Vielleicht liegt die Antwort verborgen in den Details, vielleicht war Fink ein Opfer von Umständen, die nie ans Licht kommen werden. Das Mysterium um den verschlossenen Raum und den rätselhaften Mord bleibt eines der faszinierendsten und zugleich frustrierendsten Kapitel der Kriminalgeschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von New York City, wo sich einst der perfekte Mord an Isidore Fink ereignet hat, der eines der ungelösten Geheimnisse der Geschichte ist. 🙂

The mysterious murder of Isidore Fink: An unsolvable mystery of history
One cold case that remains a mystery to this day is the murder of Polish immigrant Isidore Fink, also known as the “locked-room mystery.” This refers to an impossible crime that took place in a locked room. The murder of Isidore Fink is considered a prime example of this. On the evening of March 9, 1929, a crime took place in New York City that continues to occupy the minds of police officers and criminal analysts to this day. The main character in this bizarre drama was 30-year-old Isidore Fink, who had emigrated to the United States after World War I in search of a better life. He was a quiet man and the proud owner of a small laundry at 4 East 132nd Street in the Harlem neighborhood of Manhattan, New York City. In this dangerous neighborhood, where robberies were commonplace, Isidore Fink responded to the risk with extreme caution, always locking the windows of his two-room shop on the ground floor of an apartment building and keeping his door locked, especially when he worked at night. Only customers he knew personally were allowed to enter the laundry. On the evening in question, Fink’s neighbor, Mrs. Locklin Smith, heard tumultuous noises coming from the laundry around 10:30 p.m. It sounded like a violent argument between two men. Filled with fear, she ran to get help. Help came in the form of patrolman Albert Kattenborn. When he entered the building and knocked on Fink’s door, he got no answer. The door was locked from the inside. He noticed a narrow skylight open above the door. Since it was impossible for Kattenborn to climb through this small window, he found a boy who could slip through. The boy opened the door from the inside so that Kattenborn could enter. At the back of the laundry, he found Fink lying lifeless on the floor. He had been shot twice in the chest and once in the left hand. A hot iron still standing on the gas stove, which was still on, indicated that the laundry owner had been attacked in the middle of his work. Kattenborn instinctively searched for a weapon but could not find one. The homicide detectives who arrived shortly afterwards were also unsuccessful. Speculation that Fink might have used a sophisticated suicide device came to nothing. They found nothing of the sort. Frustrated, the investigators even took the room apart, checking floorboards and walls, but without success. After suicide had been ruled out, the police were faced with a so-called “locked room” mystery, a well-known literary motif in detective fiction. The basic scenario is simple: a murder victim is found in a room locked from the inside, and it seems impossible that the perpetrator could have entered and left the room. In this real-life case, however, the solution simply would not come. The New York Police Department initially speculated that the killer had used the skylight as an escape route. But this theory was unlikely given the narrow window and the fact that the perpetrator would have had to be very small. An alternative theory suggested that the attacker had shot from outside through the skylight. This theory also failed, as gunshot residue on Fink’s wrist showed clear signs of a close-range shot. The medical examiner concluded that Fink had been shot in a struggle for the gun. Two more shots then hit him in the chest. Even more confusing was the question of motive. Robbery could be ruled out, as money was found both in Fink’s pocket and in the cash register. So who would want to murder an inconspicuous laundry owner? Reports of two well-dressed women who had been seen in the stairwell shortly before the crime, as well as a couple who wanted to know if Fink sold used underwear, also led nowhere. Fink’s landlord, Max Schwartz, described him as someone who had few social contacts, let alone enemies. The why and how of Isidore Fink’s murder remained unclear. Despite intensive investigations, the police were unable to determine either the motive or the exact course of events. There were no fingerprints except Fink’s, nor was the murder weapon found. Two years later, on August 3, 1931, NYPD Commissioner Edward P. Mulrooney confessed on a radio show called “Man in the Front Row” that he was at a loss regarding Fink’s murder, which he described as an “unsolvable mystery.” Initially, it was suspected that Fink had been shot in the hallway and then fled back to the laundry room, where he locked the door. However, the medical examiner rejected this theory, as the chest wounds would have been fatal and Fink would not have had time to lock the door. A story from overseas years later, however, showed how surprisingly resilient the human body can be when seriously injured. In an almost identical case in England, the victim survived long enough to take measures to defend himself despite serious gunshot wounds. Another theory suggested that investigators had removed evidence due to bribery by an unknown person. Despite all the theories, the true nature of the crime surrounding Isidore Fink remains an unsolved mystery. Perhaps the answer lies hidden in the details, or perhaps Fink was a victim of circumstances that will never come to light. The mystery surrounding the locked room and the puzzling murder remains one of the most fascinating and frustrating chapters in criminal history. I hope you enjoy my photos of New York City, where the perfect murder of Isidore Fink, one of history’s unsolved mysteries, once took place. 🙂
Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
