Einen wahrlich skurrilen Tod erlitt George Plantagenet, der Herzog von Clarence. Dieser spielte in den turbulenten Zeiten der Rosenkriege in Großbritannien im 15. Jahrhundert eine entscheidende Rolle. Bei George Plantagenet Geburt am 21. Oktober 1449 in Dublin, dachte niemand, dass dieser einmal eine Schlüsselfigur in den politischen Intrigen und Machtkämpfen, die das England des 15. Jahrhunderts erschütterten, spielen würde. Sein Leben, geprägt von Verrat und Ehrgeiz, liest sich wie ein spannender historischer Roman, dessen Kapitel voller Wendungen und dramatischer Höhepunkte sind. Doch wer war dieser damals so bedeutende Mann? George Plantagenet war der zweite Sohn von Richard Plantagenet, Herzog von York, dessen Streben nach der Krone die brutalen Konflikte der Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster auslöste. Edwards IV., Georges älterer Bruder, bestieg im März 1461 mithilfe seines Bruders den Thron. Aus Dank wurde George kurz darauf zum Herzog von Clarence ernannt. Im folgenden Jahr wurde er zum Lord Lieutenant von Irland ernannt, eine Position, die seine Macht und seinen Einfluss erheblich vergrößerte. In den späten 1460er Jahren geriet Clarence unter den Einfluss von Richard Neville, dem mächtigen Earl of Warwick, auch bekannt als „der Königsmacher“. Warwick, der zunehmend die Kontrolle über König Edward IV. verlor, sah in Clarence einen Verbündeten gegen den König. 1469 heiratete Clarence Warwicks Tochter Isabella in offener Rebellion gegen Edward, was zu einer tiefen Spaltung innerhalb der Familie führte. Im März 1470 unterstützten Clarence und Warwick heimlich einen bewaffneten Aufstand im Norden Englands. Als Edward von diesem Verrat erfuhr, flohen sie nach Frankreich. Im September desselben Jahres kehrten sie jedoch zurück und setzten den machtlosen König Heinrich VI. von Lancaster wieder auf den Thron. Clarence war jedoch bald unzufrieden mit Warwicks Regierung und wechselte erneut die Seiten. Als Edward im März 1471 aus dem Exil zurückkehrte, versöhnten sich die Brüder und kämpften Seite an Seite, um Edward wieder auf den Thron zu bringen, was ihnen auch glückte. Edward V. wurde erneut 1471 zum König gekrönt. Clarence wurde daraufhin 1472 zum Earl of Warwick und Salisbury ernannt. Nach dem Tod seiner Frau Isabella im Alter von nur 25 Jahren, glaubte Clarence, dass diese von ihrer Hofdame vergiftet worden sei. Clarence schaffte es, dass gegen die Hofdame ein Prozess geführt wurde, in dem diese zum Tode verurteilt wurde. Doch dieses Todesurteil hob König Edward IV. wieder auf, was zu Spannungen zwischen den Brüdern führte. Diese wurden verstärkt, als Clarence im Jahr 1476 Mary, Herzogin von Burgund, heiraten wollte. Doch König Edward IV. lehnte diese Verbindung ab, da er darin eine erneute Bedrohung für seinen Thron sah. Clarence, verbittert über die Ablehnung dieser Ehe, begann erneut, gegen seinen Bruder zu intrigieren. So mischte sich Clarence immer mehr in die Gerichtsprozesse seines Bruders ein, der einen zum Tode verurteilten Mann auf dem Schafott eine Unschuldserklärung vorlesen ließ. Dies brachte das Fass zum Überlaufen. Edward war nun gänzlich davon überzeugt, dass Clarence die Krone anstrebte, und ließ ihn schließlich verhaften. Im Januar 1478 legte Edward IV. dem Parlament die Anklagepunkte gegen seinen Bruder vor. Clarence wurde beschuldigt, den König verleumdet, Treueeide gegenüber sich selbst und seinen Erben angenommen und eine neue Rebellion vorbereitet zu haben. Beide Häuser des Parlaments verabschiedeten das Gesetz zur Verurteilung, und das Todesurteil wurde im Tower of London vollstreckt. Gerüchten zufolge endete Clarence nicht auf dem Schafott, sondern er durfte sich angeblich seine Tötungsart selbst aussuchen. Er wollte in einem Fass Malvasia-Wein ertränkt werden, der als Wein der Könige gilt. Ein makabrer und spektakulärer Schlusspunkt, der bis heute in der Legende weiterlebt. Das Leben und der Tod von George Plantagenet sind bis heute Gegenstand vieler Mythen und Spekulationen. Sein dramatisches Ende, insbesondere die Umstände seiner Hinrichtung, haben die Fantasie der Nachwelt beflügelt. Einer der hartnäckigsten Mythen ist, dass er tatsächlich in einem Weinfass ertränkt wurde – eine Geschichte, die sowohl grotesk als auch faszinierend ist und zahlreiche Darstellungen in Literatur und Kunst inspiriert hat. Clarence hinterließ zwei Kinder: Margaret, Gräfin von Salisbury, und Edward, Graf von Warwick. Beide Kinder ereilte ein tragisches Schicksal: Margaret wurde 1541 hingerichtet, während Edward den größten Teil seines Lebens im Gefängnis verbrachte und schließlich 1499 enthauptet wurde. Ihr Schicksal unterstreicht die unerbittlichen und oft grausamen Mechanismen der Machtkämpfe in dieser Zeit. Die Geschichte von George Plantagenet, Herzog von Clarence, ist nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern auch ein Spiegelbild der politischen Instabilität und der erbitterten Fraktionskämpfe, die das England des 15. Jahrhunderts prägten. Seine Handlungen und ihr dramatisches Ende verkörpern die Komplexität und Brutalität der Rosenkriege, die letztlich den Weg für die Tudor-Dynastie ebneten. Die Rosenkriege selbst endeten schließlich mit der Schlacht von Bosworth im Jahr 1485, in der Richard III. besiegt wurde und Henry Tudor den Thron bestieg, wodurch nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs eine neue Ära der Stabilität und des Friedens eingeleitet wurde. Das Leben und der Tod von George Plantagenet sind ein anschauliches Zeugnis der turbulenten Zeiten, die zur Entstehung der Tudor-Dynastie führten, und werfen ein Licht auf die dunklen, oft vergessenen Ecken der englischen Geschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von London, wo George Plantagenets Leben in einem Weinfass endete. 🙂

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