Lord Blummekohl

Isabella Müller @isabella_muenchen Wiesbaden Frankfurt am Main

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden wurde in ihrer Glanzzeit, als Kaiser Wilhelm stets im Mai dort residierte, um sich in den warmen Mineralquellen der mondänen Kurstadt zu erholen und in der Spielbank im historischen Kurhaus sein Glück zu versuchen, auch als „Nizza des Nordens“ bezeichnet. Zu jener Zeit lebte dort auch Franz Bossong alias „Lord Blummekohl“. Dieser Name leitete sich davon ab, dass Franz Bossong nicht nur äußerlich den perfekten Gentlemen verkörperte, sondern auch tatsächlich ein Mann von Welt war, der bis heute als Wiesbadener Original gilt. Doch wer war Franz Bossong, der sich als Verleger, Mundartdichter, Buchhändler und Karnevalist schon zu Lebzeiten in der alten Nassau-Stadt einen Namen machte? Franz wurde am 16. September 1872 als Sohn der alteingesessenen Bäckerfamilie Bossong in Wiesbaden geboren. Doch anders als sein älterer Bruder Fritz trat dieser nicht in die Fußstapfen seiner Eltern. Nach dem Abschluss am humanistischen Gymnasium begann er eine Ausbildung zum Buchhändler bei der Buchhandlung mit Antiquariat und Verlag der Firma Keppler & Müller in der Kirchgasse 45, die er ab 1893 selbst übernahm und die seit 1896 seinen Namen trug. Er ergänzte diese durch eine lithographische Einrichtung und eine Druckerei. Schon früh betätigte sich Franz als Autor. Er war auch der Herausgeber der satirischen Zeitung „Wäsch-Bitt“ für die er viele Artikel, auch in Wiesbadener Mundart verfasste, deren Illustrator Ferdinand Nitzsche war. Darüber hinaus war er auch Verleger des Wiesbadener Fremdenführers „Illusrirte Fremden-Führer durch Wiesbaden und Umgebung“, der von 1893 bis 1897 in vier Auflagen erschien. Franz war nicht nur Mitglied im Karnevalsverein Sprudel, dessen Büttenreden in Gestalt des Virreche, so wurden die alteingesessenen Bewohner Wiesbadens genannt, legendär waren, sondern Franz Bossong war auch Gründer des nassauischen Taubstummenvereins, der sich nicht nur für die Rechte dieser, sondern auch für die Interessen der Wiesbadener Geschäftsleute einsetzte. Franz Bossong war als Mitglied einer der Sekretäre des Gewerbevereins für Nassau und der Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins Wiesbaden. Kurzum er war ein Mann mit Weitblick. Anno 1895 heiratete Franz Bossong Josephine Pauline Steiger, die von allen nur Phia genannt wurde. Diese war die Tochter des Herdfabrikanten Steiger. Schon ein Jahr nach der Hochzeit erblickte deren gemeinsamer Sohn Franz Bossong junior in Wiesbaden das Licht der Welt. Doch die Ehe zerbrach und 1899 kehrte Franz Bossong gemeinsam mit seinem Sohn Wiesbaden für 10 Jahre den Rücken, um in Frankreichs Hauptstadt Paris sein Glück zu suchen. Nach seiner Rückkehr aus Paris knüpfte Franz Bossong wieder an seine frühere journalistische Tätigkeit an, in dem er bis Februar 1914 weitere Ausgaben der Zeitschrift Wäsch-Bitt auf den Markt brachte, um die Bürger über die politische Situation sowie das gesellschaftliche Leben in Wiesbaden zu informieren. Dies tat er bis zu seinem Tod am 11. Juli 1914. An jenem Tag verstarb dieses Wiesbadener Original, das nur 42 Jahre alt wurde. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!