Anfang des 15. Jahrhunderts war Frankreichs Hauptstadt Paris von den Engländern besetzt worden. Die Stadt war gezeichnet durch grassierende Epidemien, anhaltende Wirtschaftskrisen und große Hungersnöte. Die Pariser Bevölkerung kämpfte ums Überleben, dabei war jedes Mittel recht. Im Île de la Cité, der Wiege von Paris, in dem sich die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame befindet, hatte der Barbier Barnabé Cabard in der Rue des Marmousets-en-la-Cité sein Friseurgeschäft. Daneben befand sich die angesagte Patisserie des Konditors Pierre Miquelon, der für seine Pasteten mit zarter Fleischfüllung so berühmt war, dass selbst König Karl VI., genannt der Wahnsinnige, der mit eiserner Hand über Frankreich herrschte, diese liebend gern verspeiste. Beide Männer waren Meister ihres Handwerks, die stets viele Kunden hatten. Zum Leidwesen des Schmieds Gomire, der direkt gegenüber seine Werkstatt hatte. Er musste 8 Mäuler stopfen und beneidete insgeheim seine beiden so erfolgreichen Nachbarn, die stets viel Geld in ihrer Hosentasche hatten. Doch er ahnte nicht, dass diese in Wahrheit teuflische Kriminelle waren. Denn das Duo arbeitete seit langer Zeit zusammen. Während Cabard immer mal wieder einem Kunden mit seinem Rasiermesser die Kehle durchschnitt, um ihn anschließend auszurauben und dann über eine Falltür direkt in Miquelons Keller zu befördern, stellte letzterer daraus seine beliebten Pasteten her. Keiner seiner Kunden ahnte, dass diese aus Menschenfleisch bestanden. Wahrscheinlich wäre dies nie ans Licht gekommen, wenn nicht ein Hund, der vor dem Laden des Monsieur Cabard auf sein Herrchen wartete, so laut gejault und gebellt hätte, dass die Nachbarn kurzerhand im Landen des Barbiers nachschauten und dabei die Falltür entdeckten. Als sie sahen, was sich dort unten im Keller befand, alarmierten sie die Gendarmerie. Diese fanden im Keller nicht nur die Leiche des jungen Mannes, dessen Hund Alarm geschlagen hatte, sondern auch den Block zum Ausweiden der Leichen. Cabard und Miquelon wurden umgehend festgenommen und ins Marschallgefängnis gebracht, wo sie Hunderte von Morden aus Habgier gestanden, aus dessen Fleisch die populären Pasteten hergestellt wurden. Beide wurde zum Tode verurteilt und deren Läden dem Erdboden gleichgemacht, was damals eine bekannte Praxis war, um Kriminelle zu ächten. Das Todesurteil wurde unter den Augen von Tausend Schaulustigen am Place de Gréve, der Hinrichtungsstätte von Paris, vollzogen. Die beiden Gefangenen wurden in Eisenkäfige gesteckt, wo sie bei lebendigem Leib, als abschreckendes Beispiel für die Öffentlichkeit, angezündet wurden. In diesem Sinne „Karma is a bitch“. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der französischen Hafenstadt Le Havre, dem Tor zu Paris. 🙂














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