Einer der schönsten spätmittelalterlichen Marktplätze im gesamten Ostseeraum ist der Alte Markt in der malerischen Hansestadt Stralsund. An diesem historischen Ort begann im 13. Jahrhundert die Besiedlung Stralsunds. Auf dieser guten Stube, dem Herz der Hansestadt, befindet sich mit dem imposanten Rathaus nicht nur einer der schönsten, sondern auch eines der ältesten gotischen Profanbauten Deutschlands. Dieses Denkmal aus Backstein besitzt eine repräsentative spätgotische Prunkfassade, die durch ihre einheitliche Gliederung mit filigranen Spitzbogenportalen, zierlichem Maßwerk, Pfeilern und spitzen Giebeln besticht. Mit dem Bau des Rathauses, das sich wie ein Wächter über die Altstadt erhebt, wurde vermutlich um 1310 begonnen, der 1350 abgeschlossen war. Damals gehörte Stralsund der Hanse an, einem mächtigen Handelsbund, der die Ostseeregion dominierte. Stralsund spielte eine wichtige Rolle in diesem Netzwerk. Das Rathaus war nicht nur Sitz der Stadtverwaltung, sondern auch Treffpunkt der Kaufleute, die hier ihre Geschäfte abwickelten. Denn ursprünglich wurde die Vierflügelanlage als Kaufhaus genutzt. Im Erdgeschoss befanden sich 40 ehemalige, von außen begehbare Kaufläden. Der großzügig gestaltete Keller mit Kreuzrippengewölbe auf schmalen Kalksteinsäulen, der einer der größten gewölbten Kelleranlagen im Hanseraum ist, diente bis Mitte des 15. Jahrhunderts als Tuchhalle. Danach wurden die Gewölbe eingezogen und deren Nutzung geändert. Die Nordseite des Rathauses beherbergt den Ratssaal, der als Löwenscher Saal bezeichnet wird. Sein Name stammt von dem schwedischen Generalgouverneur Axel von Löwen. Dieser vermachte Stralsund seine Buch- und Kunstsammlung. Im Jahr 1370 wurde in diesem der Stralsunder Friede geschlossen. Über den 6 Fenstern dieses Saals sind im 1. Stock die Stadtwappen der großen Hansestädte: Stralsund, Hamburg, Lübeck, Bremen, Lüneburg, Wismar und Rostock zu sehen. Diese erinnern an die bedeutende Zeit der Hanse. Während die Obergeschosse des Rathauses früher als Lagerräume genutzt wurden, dienten die Böden der Satteldächer als Speicher. Anno 1559 wurde im Rathausdurchgang die Renaissancetreppe errichtet. Nachdem Stadtbrand im Jahr 1680 erfolgte der Einbau einer barocken Hofgalerie. Die zweigeschossige Säulenstellung entstand vermutlich nach dem Vorbild des Kirchgangs im Heiliggeist-Hospital. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Barockportal an der Ossenreyerstraße am Durchgang zur Nikolaikirche mit dem beeindruckenden Stralsunder Wappen aus der Schwedenzeit errichtet. Anno 1750 wurde die Fassade des Rathauses barock verputzt, die 1881 durch eine umfassende Restaurierung von dem Stadtbaumeister Ernst von Haselberg im gotischen Stil rekonstruiert wurde. Das Rathaus von Stralsund wird seit den 1980er Jahren kontinuierlich saniert und restauriert. Neben seiner historischen Bedeutung stellt dieses auch ein architektonisches Juwel dar, das verschiedene Baustile vom gotischen Backsteinbau bis hin zu Renaissance-Elementen vereint. Das Stralsunder Rathaus mit seiner einzigartigen Silhouette ist ein faszinierender Bürgerpalast, den auch ich erkundete und mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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