Einst existierte in der niederländischen Stadt Utrecht, die Mariakerk, auch Maria-Major genannt, die als eine der schönsten Kirchen im romanischen Stil galt, die im 11. Jahrhundert errichtet wurde. Diese Stiftskirche war das Zentrum der eigenen Gerichtsbarkeit in der Stadt, der Immunität von St. Marie. Von dieser Kirche ist lediglich der Kreuzgang, der früher als Friedhof genutzt wurde, erhalten. Dieser liegt zusammen mit dem Innenhof, dem „Pandhof Sinte Maria“ noch auf dem romanischen Stadtniveau, das eineinhalb Meter niedriger war als heute. An das Innere der ehemaligen Kirche erinnert ein Wandgemälde an einer Hausfassade am Mariaplaats, der direkt neben dem „Pandhof Sinte Maria“ liegt. Dieses riesige Gemälde wurde von dem Künstlerkollektiv De Strakke Hand nach einer Zeichnung von Pieter Saenredam aus dem Jahr 1636 gefertigt. Denn nach der Reformation im 16. Jahrhundert verfiel die Kirche, deren Chor als Ausstellungsraum genutzt wurde. Anno 1813 ließ Napoleon die Kirche abreißen. Nur der Chor, der als Konzertsaal diente, blieb bestehen. Dieser wurde erst 1844 abgerissen, dessen Reste in dem an dieser Stelle errichteten Gebäude für Künste und Wissenschaften noch sichtbar sind. Seit 1971 befindet sich das Utrechter Konservatorium in diesem und dem angrenzenden Gebäude des ehemaligen Krankenhauses St. Joannes de Deo. Anno 1940 errichteten die deutschen Besatzer an der Stelle der ehemaligen Mariakerk einen Bunker, der erst 1972 entfernt wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde der Grundriss der Marienkirche in das Pflaster eingezeichnet und die Gemeinde legte im Innenhof einen mittelalterlichen Garten an. Seit 1987 ist der Arbeitskreis „Pandhof Sinte Maria“ für die Pflege des Gartens verantwortlich, der viele Wild- und Kulturpflanzen, die im Mittelalter verwendet wurden und auch viele Marienpflanzen beheimatet. Auf Initiative der Anwohner wurde der Platz 2022 neu gestaltet, der heute die Naherholungsoase vom geschäftigen Treiben mitten in Utrechts Stadtzentrum ist. Auch ich machte bei meiner Sightseeing-Tour durch Utrecht einen Abstecher dorthin und wünsche dir mit meinen Fotos davon viel Freude. 🙂


















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