Eine Frau, die selbst für Gerechtigkeit sorgte, war die italienische Serienmörderin Milena Quaglini, die im Zeitraum von 1995 bis 1999 drei Männer tötete, die sie sexuell bedrängt und missbraucht hatten. Milena erblickte am 25. März 1957 in Mezzanino in der Provinz Pavia in der Lombardei das Licht der Welt. Ihre Kindheit war geprägt von ihrem alkoholkranken und missbräuchlichen Vater, weshalb Milena bereits mit 18 Jahre von Zuhause weglief. Fortan lebte Milena zwischen Como und Lodi, wo sie ihren Lebensunterhalt als Betreuerin, Kassiererin und Putzfrau bestritt. Dann lernte Milena ihren zukünftigen Mann kennen, mit dem sie einen Sohn zeugte. Endlich schien sich bei Milena alles zum Guten gewendet zu haben. Sie führte eine glückliche Ehe, bis ihr Ehemann schwer an Diabetes erkrankte und schließlich starb. Milena verkraftete den Verlust ihres geliebten Mannes nicht und ertränkte ihren Kummer in Alkohol. Seitdem Tod litt Milena an Depressionen, weshalb sie Antidepressiva schluckte. Sie zog nach Travacó Siccomario, wo sie den LKW-Fahrer Mario Fogli kennen und lieben lernte. Mit diesem herrschsüchtigen und krankhaft eifersüchtigen Mann ging sie den Bund fürs Leben erneut ein. Zwei Töchter gingen aus der gewalttätigen Ehe hervor. Da Mario panische Angst davor hatte, dass Milena bei ihrer Arbeit ihn mit einem Arbeitskollegen fremd gehen könnte, musste diese ihre Arbeit aufgeben. Doch das Geld reichte nicht zum Leben, weshalb bald das Haus unter den Hammer kam. Daraufhin zog Milena einen Schlussstrich unter ihre Ehe mit Mario. Kurzerhand zog sie mit ihren beiden Töchtern nach Este. Milena arbeitete als Empfangsdame in einem Fitness-Studio in Venetien. Doch das Geld reichte nicht zum Leben, woraufhin sie eine Stelle bei dem 83 Jahre alten Giusto Dalla Pozza als dessen Betreuerin annahm. Dieser lieh ihr 4 Millionen Lire, die er am 25. Oktober 1995 wieder zurückverlangte. Milena sollte ihm monatlich 500.000 Lire zahlen, wenn nicht sollte sie ihm sexuell zu Diensten stehen. Doch Milena weigerte sich, weshalb es zu einem handfesten Streit kam, der damit endete, dass Milena den Vergewaltigungsversuch von Giusto damit abwehrte, in dem sie ihm eine Lampe auf den Kopf schlug. Milena verließ das Haus und rief den Notarzt. Giusto erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Zunächst ging die Carabinieri von einem tragischen Unfall aus, bis Milena alles gestand, die zu 20 Monaten Gefängnis wegen exzessiver Selbstverteidigung verurteilt wurde. Milena kehrte danach wieder zu Mario zurück. Sie wollte ihrer Ehe eine 2. Chance geben. Doch schon bald kriselte es wieder. Milena griff wieder zur Flasche und beruhigte sich mit Antidepressiva, bis sie einen Selbstmordversuch unternahm, in dem sie eine Überdosis Schlaftabletten schluckte und sich die Handgelenke aufschnitt. Milena wurde gerettet. Doch die Ehe war weiterhin von Gewalt geprägt, bis Milena am 2. August 1998 kurzen Prozess machte. Milena war wieder einmal sturzbetrunken. Nachdem sie ihre Töchter zu Bett gebracht hatte, kam sie zu Mario ins Schlafzimmer, der bereits schlief. Aus Spaß legte sie ihm eine Rollladenschnur um den Hals. Als dieser wach wurde, wehrte er sich heftig. Schließlich erwürgte Milena Mario mit der Schnur. Dann wickelte sie ihn in eine blutbefleckte Decke und rollte ihn in einen Teppich ein, den sie auf den Balkon legte. Gegen 4 Uhr am Nachmittag alarmierte sie die Polizei. Sie erhielt wegen dem Mord an ihrem Ehemann 6 Jahre und 8 Monate Haft, die sie in einer Genesungsanstalt verbüßte. Die Strafe war recht mild, da Milena als geisteskrank eingestuft worden war. Nach weniger als einem Jahr wurde diese aus der Anstalt entlassen. Trotz Alkoholentzug verfiel Milena dem Alkohol erneut. Sie lernte schon bald einen Mann namens Salvatore kennen, der Milena bei sich aufnahm. Doch als dieser versuchte Milena zu vergewaltigen, floh diese und erstattete Anzeige. Dadurch lernte sie Angelo Porrello einen vorbestraften Sexualtäter kennen, der sich an seinen drei Töchtern sexuell vergangen hatte. Dafür hatte Angelo 6,5 Jahre im Knast verbracht. Natürlich konnte die Beziehung mit Angelo nur scheitern, den Milena am 5. Oktober 1995 in ihrem Haus tötete. Milena sollte sich an jenem Tag sexy kleiden, doch darauf hatte sie keine Lust. Daraufhin schlug Angelo Milena und vergewaltigte sie zweimal. Nachdem er ihr mit einer 3. Vergewaltigung gedroht hatte, überredete Milena Angelo eine Pause einzulegen. Sie kochte ihm einen Kaffee, in dem sie 20 ihrer Beruhigungstabletten auflöste. Angelo fiel sofort, nachdem er davon getrunken hatte, um. Milena brachte ihn ins Badezimmer, wo sie ihn in eine mit Wasser gefüllte Badewanne legte. Dann verließ sie das Haus. Als sie dorthin zurückkehrte, war Angelo bereits ertrunken. Die Leiche entsorgte sie auf einem Misthaufen. Schnell geriet Milena unter Tatverdacht. Nachdem im Haus Drogen und DNA-Spuren sichergestellt wurden, gestand Milena den Mord. Angelos Leiche wurde zwei Wochen nach dem Mord, am 20. Oktober 1999, gefunden. Milena wurde zu einer Haftstrafe im Vigevano-Gefängnis verurteilt. Sie machte eine Therapie, um ihre Depression in den Griff zu bekommen. Während dieser Zeit malte Milena viel. Doch am 16. Oktober 2001 nahm sie sich das Leben. Mithilfe eines Hakens im Spind, zerschnitt sie ihr Laken in Streifen, mit dem sie sich erhängte. Um 1.50 Uhr in der Früh wurde sie von einer Gefängniswärterin entdeckt. Sie lebte noch, verstarb aber um 2.15 Uhr in der Notaufnahme. Ihren drei Kindern hatte Milena einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem sie sich bei ihnen entschuldigte. Ihr tragisches Leben sorgt bis heute für reichlich Lese- und Filmstoff. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der italienischen Hafenstadt Neapel. 🙂















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