Die Eisenbahnvergewaltiger

Ein mörderisches Duo, das in den 1980er Jahren im Umkreis von London an abgelegenen Bahnhöfen Jagd auf Frauen machte, um diese zu vergewaltigen und später auch einige zu töten, waren John Francis Duffy und David Mulcahy, besser bekannt als die Eisenbahnvergewaltiger und Eisenbahnmörder. Die beiden hatten sich während ihrer Zeit an der Haverstock Secondary School in Chalk Farm im Norden Londons kennen gelernt. Seitdem waren die beiden Außenseiter unzertrennlich. John wurde aufgrund seiner kleinen Größe und Akne von seinen Mitschülern gemobbt. Auch David galt als Sonderling. Es entstand eine tiefe Freundschaft, in der sich die beiden Jungs ihre gegenseitigen sadistischen Gewaltfantasien anvertrauten, die sie bald an Tieren in die Tat umsetzten. So benutzte David einen Igel als Cricketball, was ihm einen Schulverweis einbrachte. Nach der Schule heirateten beide und gingen einer geregelten Arbeit nach. Während David als Stuckateur tätig war, arbeitete John als Tischler, der auch von der British Rail engagiert wurde, weshalb er Wissen über das Eisenbahnnetz besaß. Denn ab dem 1. Juli 1982 startete die Vergewaltigungsserie an Frauen an abgelegenen Bahnhöfen. Die erste Vergewaltigung fand in Kilburn, im Norden von London statt. Das Opfer war eine 22 Jahre alte Frau, die sich auf dem Nachhauseweg von einer Party befand, als sie plötzlich entführt, in einen Schuppen gezerrt, entkleidet und schließlich brutal von beiden mit verbundenen Augen vergewaltigt wurde. Kurzeitig hörte die Vergewaltigungsserie 1983 auf, was mit der Scheidung von John zutun hatte. Doch dann wurden innerhalb kürzester Zeit nachts an Bahnhöfen im Norden Londons weitere Frauen brutal vergewaltigt. Innerhalb von 4 Jahren wurden insgesamt 18 Frauen vergewaltigt. Mit den Vergewaltigungen wurde die Metropolitan Police in West-London betraut, deren Ermittlungen unter dem Namen „Operation Heart“ auf Hochtouren liefen. Nach den Angaben der traumatisierten Frauen war einer der Täter ein kleiner, rothaariger Mann, während der andere deutlich größer war. Doch bald schon reichte die bloße Vergewaltigung nicht mehr aus. Am 29. Dezember 1985 fiel die 19 Jahre alte Alison Day dem Duo zum Opfer. Diese wollte ihren Freund von seiner Arbeitsstelle bei Fairway Graphics in einem einsamen Gewerbegebiet unweit des Bahnhofs Hackney Wick im Norden von London abholen. Dabei lief sie dummerweise John und David in die Arme, die Alison mit gezücktem Messer vergewaltigten, bevor sie diese zwangen, über stromführende Gleise zum Geländer einer Brücke zu laufen. Alison fiel von der Brücke in den Kanal, wo sie sich ans Ufer retten konnte. Aber dort warteten schon John und David, die sie aus dem Wasser zogen, um sie mit einem Tourniquet zu erwürgen. Dann beschwerten sie ihre Leiche, in dem sie Pflastersteine in ihre Manteljacke legten, um sie im River Lea zu entsorgen. Die Metropolitan Police führte die Ermittlungen unter dem Namen „Operation Lea“ durch. Ein halbes Jahr später wollte das Duo am 17. April 1986 die 15 Jahre alte niederländische Schülerin Maartje Tamboezer in West Horskey durch einen gespannten Draht über die Straße von ihrem Fahrrad stoßen. Da Maartje den Draht bemerkte und bremste, wurde diese kurzerhand entführt, in einen Schuppen geschleppt und abwechselnd von beiden vergewaltigt. Danach wurde sie stranguliert. Sie erhielt mehrere Schläge auf ihren Kopf mit einem Stein. Anschließend wurde ihr Körper angezündet. Die Polizei in Surrey startete die Operation „Bluebell“. Die Ermittlungen im Mordfall Alison Day hatte der Superintendent Charles Farquhar übernommen, der schon bald einen Zusammenhang mit den Vergewaltigungen in Nähe der Eisenbahnen feststellte. Ebenso stellte er Parallelen zu dem Mord an Maartje Tamboezer fest. Knapp einen Monat nach dem Mord an Maartje Tamboezer wurde am 18. Mai 1986 die 29 Jahre alte Anne Lock, eine Sekretärin des London Weekend Television gekidnappt und ermordet, nachdem sie am Bahnhof Brookmans Park in Hertfordshire aus dem Zug gestiegen war. Die Ermittlungen im Mordfall liefen unter dem Namen „Operation Trinity“. Erstmals wurden Computer und eine frühere Version von HOLMES, einem Informationstechnologiesystem eingesetzt. Nach intensiven Ermittlungen führte eine heiße Spur zu John, der wegen sexuellem Übergriff auf seine frühere Ehefrau polizeibekannt war. Bei der Hausdurchsuchung wurde eine Schnur namens „Somyarn“ gefunden, die ihn mit den ersten beiden Mordopfern in Verbindung brachte. Wegen seines Jobs als Tischler für die British Rail verfügte er über Kenntnisse des Eisenbahnsystems. Außerdem ließ die Polizei ein Täterprofil von dem Psychologen David Canter erstellen, von dessen 17 Punkten, 13 Punkte auf John zutrafen. Auch David wurde im Zuge der Ermittlungen als dessen bester Freund verhört. Schließlich wurde John am 26. November 1986 verhaftet, als er einer Frau in einen abgelegenen Park gefolgt war. Es wurden nicht nur Gegenstände bei ihm entdeckt, die ihn mit zwei Morden in Verbindung brachten, sondern einige der Vergewaltigungsopfer konnten ihn trotz ihres Traumas eindeutig als ihren Vergewaltiger identifizieren. Die Beweise gegen John reichten aus ihn wegen 3 Morden und mehreren Vergewaltigungen anzuklagen. Die Polizei wusste, dass John die Taten nicht allein verübt hatte, aber John schwieg eisern, wer sein Komplize war. John wurde 1988 vor Gericht gestellt und wegen zweifachen Mordes und vierfacher Vergewaltigung für schuldig befunden. Er wurde wegen der Tötung an Anne Lock freigesprochen. Er erhielt die Mindeststrafe von 30 Jahren, die später vom Innenminister auf eine lebenslange Haftstrafe erhöht wurde. Einem forensischen Psychologen vertraute John nach seiner Verurteilung an, dass er einen Komplizen gehabt hatte. Doch er wollte dessen Namen, um keinen Preis verraten. Die Polizei war sich sicher, dass David sein Komplize war, aber die Beweise gegen ihn reichten nicht aus. Aus diesem Grund wurde der junge Polizeibeamte Les Bolland in Johns Zelle geschickt, der sich mit diesem anfreundete und ihn interviewte. Er arbeitete mit der Psychologin Dr. Jenny Cutler zusammen und es gelang beiden, dass John endlich nach über 9 Jahren Haft die ganze Wahrheit erzählte und endlich auspackte, wer sein Komplize war. Dies lag vielleicht auch daran, dass sich David nie bei John gemeldet hatte. John wurde 9 Monate nach den Interviews wegen 17 Vergewaltigungen angeklagt. Er bekannte sich für alle schuldig, die er gemeinsam mit seinem besten Freund David begangen hatte. Dieser war auch die treibende Kraft gewesen, die Frauen nicht nur zu vergewaltigen, sondern auch zu töten. So hatte er den ersten Mord damit in die Wege geleitet, in dem er versehentlich bei Alisons Vergewaltigung im Eifer des Gefechts den Namen von John genannt hatte. Ihre Opfer suchten sie sich in der Nähe der Bahnhöfe aus, in dem sie nachts mit dem Auto umherfuhren. Dabei hörten sie stets den Song „Thriller“ von Michael Jackson. John konnte nicht mehr wegen dem Mord von Anne Lock angeklagt werden, da er bereits für nicht schuldig befunden worden war. Nach dem Geständnis von John, wurde nun David verhaftet, der wegen Körperverletzung an einem seiner vier Söhne bereits vorbestraft war. Am 11. September 2000 begann dessen Prozess im Saal 1 des Central Criminal Courts. David stritt während des Prozesses alles ab. Aber es half nichts, denn er wurde am 2. Februar 2001 dank der fortschrittlichen Forensik und DNA-Technologie, die nun in der Lage war, Material aus den früheren Verbrechen zu untersuchen, wegen fünf Vergewaltigungen, fünf Verschwörungen und drei Morden für schuldig befunden und zu drei lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Während David seine Strafe im Gefängnis HMP Full Sutton in der Nähe von Pocklington in East Yorkshire verbüßt, sitzt John im Gefängnis HMP Frankland in der Grafschaft Durham ein. Beide werden niemals lebend aus dem Gefängnis entlassen werden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der englischen Stadt Southampton. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!