Ein bizarrer Mordfall, der in die Kriminalgeschichte als das „Leichen-Puzzle von Anhalt“ einging, ereignete sich im Jahr 1962 in Bitterfeld. Es war der 24. März 1962 als der Meister Otto Meier und zwei seiner Arbeitskollegen, die in der Bauabteilung der VEB Papier- und Kartonfabrik Bitterfeld arbeiteten, im Wasser der Muldewehr ein 30 Zentimeter langes und 35 Zentimeter breites Paket schwimmen sahen. Dieses holten sie mit einem Eisenhaken aus dem Wasser, das mit einem alten Teppich umwickelt und mit einem Strick zusammengebunden war. Als sie den Strick zerschnitten, wurde ein Kartoffelsack sichtbar, der den Rumpf eines Mannes enthielt. Sofort alarmierten sie die Polizei. Seitdem übernahm die Mordkommission Halle die Ermittlungen. Die Obduktion des 20 Kilogramm schweren Leichenteiles ergab, dass der Mann, der zwischen 35 bis 45 Jahre alt war, nach seinem Tod zerstückelt worden war. Als Tatwaffe wurde eine Säge vermutet. Die Ermittler konzentrierten sich zunächst auf die Vermisstenanzeigen und stießen dabei auf den 40 Jahre alten Hans Senft, der seit dem 19. März 1962 als vermisst gemeldet worden war. Dieser hatte am Tag seines Verschwindens um 15.30 Uhr bei der Post in Bitterfeld ein Telegramm an die VEB Förderanlage Cabe aufgegeben, wo er als Monteur tätig war. Dieses lautete: „Ab 20.3 Urlaub, meine Frau krank, Geld nach Heimatadresse“. Daraufhin suchten die Ermittler, die Frau von Hans Senft auf, die sich als kerngesund entpuppte. Merkwürdig war, dass Hans Senft seine Arbeit auf der Außenstelle des Kombinats „Schwarze Pumpe“ bereits am 20. März 1962 wieder aufnehmen wollte. Nachdem sich seine 31 Jahre Ehefrau Anneliese immer mehr in Widersprüche verstrickte, klickten am 26. März 1962 gegen 18 Uhr die Handschellen, als diese die Tür zu der Verkaufsstelle abschließen wollte. Anneliese Senft war eine attraktive, blonde Frau, die Leiterin der HO-Universal in Bitterfeld war. Nach der 8. Klasse Volksschule hatte sie ein Jahr lang in der Landwirtschaft und danach als Streckenläuferin bei der Reichsbahn gearbeitet. Im Verhör schilderte Anneliese, dass ihre Ehe die reinste Hölle war. Sie gab zu ihren Ehemann aus Notwehr im Affekt getötet zu haben. Dieser war am 16. März nach drei Tagen auf Montage nach Hause zurückgekehrt. Gegen 21 Uhr hatte er es sich im Wohnzimmer auf einem Stuhl mit zwei Gläsern Wein gemütlich gemacht, um fernzusehen. Als Anneliese ins Wohnzimmer kam, bedrängte er sie sexuell. Anneliese schlug ihm ins Gesicht. Daraufhin holte Hans ein Beil und ging damit auf Anneliese los, die versuchte zu fliehen. Dabei stürzte Anneliese, die nun am Fußboden lag. Hans beugte sich über sie und wollte sie vergewaltigen. Er legte das Beil zur Seite, das Anneliese griff und ihm auf den Kopf schlug. Danach zerteilte sie dessen Leichnam mit einer Säge. Die Leichenteile schnürte sie zu Päckchen, die sie in der Mulde entsorgte. Dummerweise kam eines am 24. März 1962 zum Vorschein. Alles deutete auf Notwehr hin. Doch dann stellte sich durch ein toxikologisches Gutachten heraus, dass Anneliese den Mord eiskalt geplant hatte. Sie hatte ein Schlafmittel in das Glas Wein ihres Mannes gegeben. Als dieser schlief erschlug sie Hans, der sie permanent demütigte mit dem Beil, zerteilte den Leichnam und entsorgte die Körperfragmente in der Mulde. Anneliese Senft wurde am 4. November 1962 zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach 23 Jahren Zuchthaus wurde die inzwischen 54 Jahre Anneliese begnadigt und nach Magdeburg entlassen. Der Beilmord zählte zu einem der spektakulärsten Mordfälle der ehemaligen DDR. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von The Style Outlet Halle in Brehna, das ebenfalls wie Bitterfeld im Bundesland Sachsen-Anhalt liegt. 🙂










Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
