Einer der schlimmsten Serienmörder Italiens war Giancarlo Giudice, der am 11. März 1952 in Turin geboren wurde. Dieser ist besser bekannt als „Das Monster von Turin“, da er neun Prostituierten in Turin zwischen 1983 und 1986 auf brutale und menschenverachtende Weise tötete, die ihn allesamt an seine verhasste Stiefmutter erinnerten. Denn laut Giancarlo waren diese „hässlich, schmutzig und alt“. Beim Töten dieser Frauen lief ihm „ein Schauer über den Rücken“. Doch warum wurde Giancarlo zu einem der schrecklichsten Serienkiller Italiens? Giancarlo wuchs in einem schwierigen familiären Umfeld auf. Sein Vater, Primo, ein Veteran des Russlandfeldzugs, der bei der italienischen Automobilmarke Fiat arbeitete, war ein rauer und alkoholkranker Mann, während seine Mutter, zu der Giancarlo eine enge Bindung hatte, sich rührend um Giancarlo sorgte. Doch als Giancarlo 8 Jahre alt war, erkrankte diese an einer Herzkrankheit. Giancarlo begann sich aufopfernd um seine kranke Mutter zu kümmern. Doch sein überforderter Vater Primo schickte ihn stattdessen auf das Internat Don Orione in Fubine. Während seines Aufenthaltes dort, wo Giancarlo psychisch und physisch misshandelt wurde, starb seine geliebte Mutter. Giancarlo war erst 13 Jahre alt, der daraufhin einen Selbstmordversuch mit Tabletten unternahm, woraufhin er das Internat verlassen musste. Er lebte fortan wieder bei seinem Vater Primo, wobei das Verhältnis der beiden äußerst schwierig war. Giancarlo begann mit seiner Volljährigkeit eine militärische Ausbildung. Doch schon bald riss er im Militärdienst aus, woraufhin er eine Zeitlang ins Militärgefängnis eingesperrt wurde. Danach durfte er seinen Dienst fortsetzen. Zwischenzeitlich hatte sein Vater eine neue Frau geheiratet, mit dieser zog er ohne Rücksicht auf Giancarlo nach Kalabrien. Das Verhältnis zu Giancarlos neuer Stiefmutter war äußerst schwierig, da diese ihm seinen Vater weggenommen hatte. Seitdem wurden Giancarlos psychische Probleme stärker. Der Missbrauch von Drogen, insbesondere von Kokain und LSD, führte zu einem unsteten Lebensstil, der durch häufige Jobwechsel und soziale Isolation gekennzeichnet war. Nachdem Tod seines Vaters Primo, dessen Beerdigung er fern blieb, verlor er jeglichen Halt. Trost fand er nur in seiner Arbeit als Lkw-Fahrer. Er galt als fleißiger und zuverlässiger Arbeiter, der eine Vorliebe für pornografische Heftchen und Waffen hatte. Giancarlo lebte in einem heruntergekommenen Viertel in der Nähe von Turin. Seine Nachbarn beschrieben ihn als seltsamen und ungehobelten Mann, der oft in Unordnung lebte und kaum soziale Kontakte pflegte. Der erste Mord wird Giancarlo am 27. Dezember 1983 zur Last gelegt. Er traf an jenem Tag die 40-jährige Prostituierte Francesca „Franca“ Pecoraro und ermordete sie in ihrer Wohnung. Er vergewaltigte diese nicht nur, sondern peitschte diese auch aus. Ihre Hände hatte er mit Elektrokabeln gefesselt. Nach dem Mord steckte Giancarlo die Leiche in einen gestohlenen Wagen und setzte diesen in Brand, um Spuren zu verwischen. Diese brutale Vorgehensweise war der Auftakt zu einer bestialischen Mordserie, die die Stadt Turin erschüttern sollten. Doch die Leiche von Pecoraro wurde erst im August 1986 entdeckt. Am 1. Januar 1984 folgte der Mord an Annunziata „Nunzia“ Pafundo, einer 48-jährigen Prostituierten, die zuvor wegen Kindesmords verurteilt worden war. Giancarlo vergewaltigte und folterte sie, bevor er sie erstickte. Er warf ihren nackten Körper in einen Fluss. Im März versuchte er, die 24 Jahre alte Lidia Geraci zu töten, ließ jedoch von seinem Vorhaben ab, nachdem sie ihm von ihren Kindern erzählte. Dies führte zu einer kurzen Inhaftierung, doch Giancarlo blieb unbeeindruckt und kehrte bald zu seinen grausamen Handlungen zurück. Im Jahr 1985 tötete Giancarlo mehrere Frauen, darunter die 64-jährige Giovanna „Gianna“ Bricchi und die 47-jährige Addolorata Benvenuto, deren Leichen er wie Müll in Flüsse entsorgte. Seine Gewalttaten wurden zunehmend brutaler und erfolgten in immer kürzeren Abständen. Das Töten von älteren Prostituierten war für Giancarlo zur Sucht geworden. Im Februar 1986 tötete er die 44 Jahre alte Maria Rosa Corda mit einem Hammer und erwürgte die 66 Jahre alte Laura Belmonte mit einem Strumpf. Beide Frauenleichen warf er in Kanäle. Nur zwei Monate später erschoss er die 44 Jahre alte Prostituierte Maria Galfré, deren Leiche er in einer Hütte verbrannte. Am 21. Mai 1986 folterte und erwürgte er die 58 Jahre alte Prostituierte Clelia Mollo in ihrer Wohnung. Sein letztes Opfer wurde am 28. Juni 1986 die 36 Jahre alte Maria Rosa Paoli, die er mit einer 9-Millimeter-Pistole erschoss. Dieser Mord wurde Giancarlo schließlich zum Verhängnis, da er kurz nachdem Mord in eine Polizeikontrolle geriet. Bei der Durchsuchung seines Autos fand die Polizei die 9-Millimeter-Pistole, mit der er Maria Rosa Paoli erschossen hatte sowie Blut auf dem Rücksitz und einen blutbefleckten Lappen. Giancarlo wurde verhaftet. Giancarlo gestand schnell den Mord an Paoli und führte die Beamten zu ihrem Leichnam. Bei weiteren Verhören bekannte er sich auch zu den anderen Morden, die schockierende Details und ein Motiv enthüllten, das sich um seine verzerrte Wahrnehmung von Schönheit und Ekel drehte. Er gab an, dass er die Frauen ermordete, weil sie seiner Stiefmutter glichen. Er empfand beim Töten eine seltsame Art der Befriedigung. Sein Prozess begann am 22. März 1989, und die gut dokumentierten Beweise führten zu einer lebenslangen Haftstrafe. Dieses Strafmaß wurde später auf 24 Jahre reduziert. Während seiner Haft versuchte Giancarlo einen Wachmann zu strangulieren, was zu einer weiteren Haftstrafe von 8 Jahren führte. Letztlich verbüßte er, trotz der Schwere seiner Verbrechen, nur 22 Jahre in einem Gefängnis, bevor er am 25. Oktober 2008 auf Bewährung entlassen wurde. Nach seiner Freilassung erhielt Giancarlo eine neue Identität. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Natürlich löste seine vorzeitige Haftentlassung mit neuer Identität heftige Debatten über die Strafjustiz und den Umgang mit Sexualstraftätern in Italien aus. Die Geschichte von Giancarlo Giudice ist nicht nur die eines Serienmörders, sondern wirft auch Fragen über die Extreme menschlicher Psyche, sozialer Vernachlässigung und die Komplexität von Recht und Ordnung auf. Giancarlos entsetzliche Mordserie stellt ein düsteres Kapitel in der Geschichte Italiens dar, die bis heute für Gänsehaut sorgt, weil sie auf erschreckende Weise die dunkle Seite der menschlichen Natur enthüllt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Turin. 🙂














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