Als weiblicher Hannibal Lecter gilt Katherine Mary Knight, die am 24. Oktober 1955 in Tenterfield geboren wurde und die erste Frau in der Geschichte Australiens ist, die zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt wurde. Ihre Tat, die sie im Februar 2000 beging, als sie ihren Lebensgefährten John Charles Thomas Price ermordete, sorgt bis heute für Entsetzen und Faszination. Der Fall hat nicht nur die kriminologische Landschaft Australiens geprägt, sondern auch das öffentliche Interesse an psychologischen und sozialen Aspekten des Verbrechens geweckt. Denn der Mord an ihrem ehemaligen Lebensgefährten war so brutal, dass er zu einem der entsetzlichsten Verbrechen in der Geschichte Australiens zählt. Katherine Knight wurde in ein dysfunktionales familiäres Umfeld hineingeboren. Ihre Mutter, Barbara Roughan, hatte eine schwierige Beziehung zu ihrem schottisch stämmigen Ehemann John Roughan, mit dem sie vier Söhne zeugte. Sie lebten in Aberdeen, doch Barbara begann eine Affäre mit Kenneth „Ken“ Charles Knight, einem guten Freund und Arbeitskollegen von John, was zu einem lokalen Skandal führte. Schließlich zog Barbara mit dem gewalttätigen Alkoholiker Ken ohne ihre Söhne nach Morree. Sie brachte dort 4 weitere Kinder zur Welt, darunter waren auch Zwillingsschwestern, von denen eine Katherine war. Als Katherine 4 Jahre alt war, starb John, weshalb die beiden älteren Söhne, die bislang bei John gelebt hatten, nun zu Barbara und Ken zogen. Dies führte zu familiären Spannungen. Katherine wuchs in einer Umgebung auf, in der Gewalt und Missbrauch alltäglich waren. Bis zu ihrem 11 Lebensjahr wurde Katherine von ihren Familienmitgliedern, außer ihrem Vater sexuell missbraucht. Katherine erlebte bereits in jungen Jahren zahlreiche traumatische Erlebnisse, die bei ihr tiefe seelische Wunden hinterließen. Sie prägten ihre späteren Beziehungen sowie ihr Verhalten in der Gesellschaft. Ihr großer Onkel Oscar war die einzige Person in der Familie, zu der sie eine enge Bindung hatte. Sein Suizid 1969 traf sie sehr und soll bis zu ihrer Inhaftierung Spuren in ihrem psychischen Zustand hinterlassen haben. Während ihrer Schulzeit in Muswellbrook fiel Katherine vor allem durch ihre aggressive und einschüchternde Art auf. Klassenkameraden beschrieben sie als Mobberin, die kleinere Schüler bedrohte und mit Waffen angriff. Trotz dieser aggressiven Verhaltensweise galt sie als eine Musterschülerin, wenn sie sich benahm. Nach dem Verlassen der Schule mit nur 15 Jahren arbeitete sie in einer Bekleidungsfabrik, bevor sie ihre Karriere in einem Schlachthaus begann – einem Job, den sie als ihren „Traumberuf“ bezeichnete. Bei der Arbeit im Schlachthaus erwarb sie eine eigene Sammlung von Fleischermessern, die sie über ihrem Bett aufhing, als Symbol ihrer Kontrolle und Vorbereitung auf mögliche Konflikte. Diese Messer sollten sich später als tragisch bedeutend herausstellen. Katherine heiratete 1974 David Stanford Kellett. Die Ehe war von Gewalt und Missbrauch geprägt. Katherine zeigte sich extrem eifersüchtig und manipulativ, und ihre Beziehung endete schließlich, als Kellett die Flucht ergriff, um seiner missbräuchlichen Partnerin zu entkommen. Wenige Tage nach seiner Flucht verursachte Katherine eine schwere Krise, indem sie ihre neugeborene Tochter auf Gleise legte und mit einer Axt drohte. Dieses Muster von Gewalt und psychischen Problemen setzte sich in ihren weiteren Beziehungen fort. Die Jahre mit David Saunders und dann mit John Price waren von einem ähnlichen Muster aus Eifersucht, Gewalt und Manipulation geprägt. Katherine schnitt sogar die Kehle von Saunders‘ Dingo-Welpen durch, um ihm zu verdeutlichen, was ihm blühen könnte, falls er einen Seitensprung hätte. Der Mord an John Price stellte den Höhepunkt von Katherines gewalttätigem Verhalten und ihren psychischen Problemen dar. Price war ein angesehener Mann, der zuvor verheiratet war und drei Kinder hatte. Price ließ Katherine sogar in sein Zuhause einziehen, obwohl er sich ihrer gewalttätigen Vorgeschichte bewusst war. Die Beziehung entwickelte sich schnell zu einer toxischen Dynamik, geprägt von guten und schlechten Zeiten, wobei die Streitereien immer gewalttätiger wurden. Als Katherine Price bei seinem Arbeitgeber wegen der Mitnahme von Gegenständen aus Rachen gezinkt hatte, weil dieser sie nicht heiraten wollte, wurde Price deswegen nach 17 Jahren entlassen. Diese führte im Februar 2000 zu einem finalen Streit. Dieser endete damit, dass Katherine Price in die Brust stach, woraufhin Price am 28. Februar 2000 eine einstweilige Verfügung gegen Katherine erwirkte. Trotzdem kam Price nicht von Katherine los, weshalb es erneut zu einem Schäferstündchen mit ihr kam, was für ihn tödlich endete. Denn als Price nach dem Sex eingeschlafen war, stach sie 37 Mal mit ihrem Fleischermesser auf ihn ein. Danach zog sie ihm die Haut in einem Stück ab, bevor sie ihn an einem Fleischerhaken im Wohnzimmer aufhängte. Danach schnitt sie seinen Kopf ab. Sie legte ihn in einen Kochtopf zusammen mit Gemüse, um daraus einen leckeren Eintopf zu kredenzen. Aus seinem Gefäß schnitt sie große Scheiben für saftige Steaks. Außerdem schnitt sie Teile seines Körpers ab, um diese mit Kartoffeln und allerlei Gemüse mit leckerer Bratensoße zuzubereiten. Sie deckte danach den Tisch und wollte ihr Essen Price Kindern servieren. Doch dazu kam es nicht mehr. Denn Katherine, die zwischenzeitlich noch 1.000 Dollar von Price Konto abgehoben hatte, bevor sie wieder in dessen Haus zurückkehrte, um eine Überdosis Tabletten sich einzuwerfen, flog auf. Besorgte Nachbarn hatten die Polizei informiert, die die Tür aufbrachen und Price Leiche sowie die bewusstlose Katherine dort vorfanden. Das Ausmaß der Brutalität ließ selbst die hartgesottensten Ermittler erschaudern. Nach dem Mord wurde Katherine Knight als „Psycho“ und „Australiens weiblicher Hannibal Lecter“ in den Medien betitelt, und ihr Fall erregte weltweit Aufsehen. Während des Prozesses plädierte ihre Verteidigung auf psychische Instabilität und versuchte, die Verantwortung für ihre Taten zu mindern. Trotz dieser Bemühungen wurde sie wegen Mordes und zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt. Der Schrecken, den sie verbreitet hatte, ließ sich nicht leugnen. In der Haftanstalt Silverwater Women’s Correctional Centre hat Katherine Knight eine Führungsrolle unter den Insassen übernommen und wird als Mediatorin in Konflikten betrachtet. Berichten zufolge hat sie in der Haft keine weiteren Gewalttaten begangen und erscheint stabil. Dies wirft Fragen auf, wie sich psychische Erkrankungen inhaftierter Menschen entwickeln und ob eine Rehabilitation möglich ist. Katherine Mary Knights Leben und Verbrechen sind nicht nur eine erschreckende Erzählung über Gewalt und Missbrauch, sondern auch ein Beispiel dafür, wie gesellschaftliche und psychologische Faktoren zusammenwirken können, um extreme Verhaltensweisen hervorzurufen. Ihr Fall bleibt nicht nur im Gedächtnis der Australier, sondern ist auch ein Lehrstück für Psychologen, Strafvollzugsbeamte und die Gesellschaft im Allgemeinen. Während sie ihre Strafe verbüßt, bleibt die Frage offen, ob der Mensch hinter dem Verbrechen jemals vollständig verstanden oder gar rehabilitiert werden kann. Die Geschichte von Katherine Mary Knight ist ein düsteres Kapitel der australischen Kriminalgeschichte, das uns daran erinnert, wie tief verwurzelt Gewalt und Trauma in unserer Gesellschaft sein können.














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