Die Basilika St. Emmeram: mit mächtigem, gotischen Portal und der Vorhalle auf dem Platz des ehemaligen Thronsaals aus der Karolingerzeit

Isabella Müller Regensburg @isabella_muenchen

Bei meinem Besuch der Donaumetropole Regensburg entdeckte ich bei meinem Spaziergang durch die Altstadt das Portal zur Basilika von St. Emmeram. Die Basilika St. Emmeram war die Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei sowie die Grabeskirche des Märtyrerbischofs Emmeram um 680 und des Diözesanpatrons Wolfgang um 994. Um zu der Basilika St. Emmeram zu gelangen betrat ich ein imposantes gotisches Portal, das sich an der Stelle wie der frühmittelalterliche Zugang zur Königspfalz der Karolinger aus dem 9. Jahrhundert befand. Ich lief durch das Portal und kam im Zugang mit Vorhalle, die zur Basilika von St. Emmeram führt, an. Dieser Zugang mit Vorhalle war einst ein Thronsaal aus der Karolingerzeit. Die Halle gehörte zur Königspfalz, die Arnulf von Kärnten errichten ließ, vor allem die Doppelnischen am Kircheneingang in die Basilika St. Emmeram stammen vom Thronsaal. Denn der Pfarrhof St. Emmeram war einst die Kapelle St. Michael, die 982 durch Bischof Wolfgang, dem späteren Heiligen Wolfgang geweiht wurde. Die Existenz der Kapelle reicht bis in die karolingische Zeit zurück. Dabei handelte es sich um einen doppelgeschossigen Saalbau, dessen Sohle sehr viel tiefer lag als das heutige Terrain und dessen Stockwerke über den angebauten Turm erreicht werden konnten. Diese Bauweise wurde als Aula Regia bezeichnet. Die untere, tonnengewölbte Kapelle fungierte als Gruft, während die Oberkirche, die vom Obergeschoss des Turms vom Palast über die Westempore betreten werden konnte, dem Herrscher gehörte. Die Torkapelle St. Michael war nur von den Privaträumen der königlichen Familien zugänglich. Im Jahr 996 überließ Abt Ramwold dem Burggrafen Pabo I. die Michaelskapelle als Familien-Grablege. Sie wurde zum Bestattungsort des ersten Burggrafen. Nachdem das Geschlecht der Pabonen ausgestorben war, wurden die Gebeine in die Basilika umgebettet und die burggräfliche Krypta aufgelöst. Ein Feuer im Jahr 1166 zerstörte weite Teile der Klosteranlage St. Emmeram. So konnte der Abt Peringer die Kapelle St. Michael erst 20 Jahre später im romanischen Stil wiederaufbauen lassen. Er veranlasste eine östliche Rundapsis mit einem Blendwerk aus Quadern. Nach Fertigstellung wurde die Kirche 1189 von Bischof Konrad zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit, dem Erzengel Michael und aller Engel geweiht. Der Kupferstich „Heiliger Marterberg“ von Andreas Geyer ist die einzige Informationsquelle über das hochmittelalterliche Aussehen der Kapelle. Hier ist eine hohes Langhaus mit schmalem Westturm nahe der Portalwand zusehen. Die Kapelle St. Michael wurde ab dem 13. Jahrhundert zur Friedhofskapelle für den nördlich von St. Emmeram und St. Rupert angelegten Pfarrfriedhof. Aus dieser Zeit stammt auch das unterirdische Beinhaus, das eine Tiefe von 8,5 Metern hat und mit einem Tonnengewölbe versehen ist. So führte vom Friedhof an dessen Südseite eine Treppe bis zu einer Empore hinab, von der die Gebeine in die Tiefe geworfen wurden. An das 8 Meter lange Beinhaus grenzte östlich ein kleiner Raum mit Quertonnengewölbe an. Im Jahr 1727 war der romanische Bau renovierungsbedürftig und schlichtweg unmodern. Deshalb setzte sich der Pfarrvikar von St. Rupert, der Benediktinerpater Josef Floßmann, für eine Renovierung ein. Die Kapelle bekam durch die Gebrüder Cosmas und Damian Asam barocke Züge und die Struktur des Vorgängerbaus wurde zerstört. Der Westturm wurde abgetragen und die Apsis durch einen viereckigen Turm überbaut. Das Kirchenschiff wurde verlängert und das profane Obergeschoss aufgelöst, um den Raum einzuwölben. Leider betrachtete man die St. Michaels Kapelle ab Ende des 19. Jahrhunderts als nicht mehr sehenswert, so dass der Abbruch ab 1892 erfolgte, um den Pfarrhof St. Emmeram mit Pfarr- und Mesnerhaus im neugotischen Stil zu errichten. Das Beinhaus von St. Michael blieb als Relikt im Kellergeschoss erhalten. Die Basilika von St. Emmeram hat irgendwie etwas Mystisches, allein ihr Portal und die Vorhalle mit den Skulpturen sind beeindruckend. Ebenso sehenswert ist der legendenumwobene Heinrichsstuhl aus Dolomitgestein in der Wolfgangskrypta in der Westnische von St. Emmeram. Mich hatte die Besichtigung der Basilika mit ihrer Vorhalle richtig in ihren Bann gezogen und ich war fasziniert von diesem geschichtsträchtigen Ort, der etwas Geheimnisvolles ausstrahlte. In der Basilika St. Emmeram werden 1200 Jahre Glaubens-, Kunst- und Kulturgeschichte zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Euch wünsche ich einfach viel Freude mit meinen Fotos von der Basilika St. Emmeram in Regensburgs Altstadt. 🙂

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