Als einer der abscheulichsten Serienmörder der amerikanischen Geschichte gilt Albert Fish, der am 19. Mai 1870 in Washington geboren wurde. Seine finsteren Taten und verstörenden Verhaltensweisen sind bis heute eine erschreckende Erinnerung an das Böse, das sich in den dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche verstecken kann. Fishs frühes Leben war von tragischen Ereignissen und psychischen Belastungen geprägt. Im Alter von 5 Jahren nahm Alberts Leben mit dem Tod seiner Vaters Randall, der Kapitän auf einem Flussdampfer und 43 Jahre älter als Alberts Mutter war, eine schicksalhafte Wendung. Alberts Mutter fühlte sich nach dem Tod ihres Mannes, der am 15. Oktober 1875 in der alten Pennsylvania Station an einem Herzinfarkt gestorben war, völlig überfordert, weshalb sie ihn in ein Waisenhaus gab. Diese Einrichtung war für Albert ein Ort des Grauens. Er berichtete später, dass die Misshandlungen und Bestrafungen der anderen Kinder seine sadomasochistischen Neigungen förderten. Diese grausamen Erfahrungen prägten sein zukünftiges Verhalten und seine kriminellen Tendenzen. Anno 1880 hatte Alberts Mutter eine Anstellung im Staatsdienst ergattert. Sie holte ihren Sohn zu sich und zog mit ihm 1890 nach New York. In seiner Jugend arbeitete Fish zunächst als Maler und Dekorateur. Im Alter von 28 Jahren heiratete er schließlich 1898 die erst 14 Jahre alte Anna, mit der er sechs Kinder zeugte. Trotz seiner Neigung zur Homosexualität und vielfacher bizarrer sexueller Vorlieben führte er lange Zeit ein scheinbar normales Leben. Doch die dunklen Triebe kehrten immer wieder zurück. Nach dem ihm seine Ehefrau Anna wegen eines anderen Mannes verlassen hatte, musste er sich allein um die Kinder kümmern. Albert war chronisch pleite, der sich angeblich Geld als männlicher Prostituierter dazu verdiente. Diese Zeit scheint ihn weiter in die Abgründe seiner sadomasochistischen Fantasien geführt zu haben. Der Serienmörder Fritz Haarmann wurde zu seinem finsteren Vorbild, und Fish verschlang alle Informationen über dessen Taten, was seine Faszination für Gewalt und Tod nur vertiefte. Bereits 1910 beging Fish seinen ersten Mord an einem Mann in Wilmington. Viele weitere sollten folgen. Während dieser Zeit bewegte er sich unauffällig durch das Land, entging mehrfach knapp der Verhaftung und zog die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich, ohne jedoch lange hinter Gittern zu landen. Er nutzte Pseudonyme und erfand Geschichten, um Zugang zu Familien zu erhalten – besonders zu solchen aus armen und benachteiligten Verhältnissen. Seine bekannteste und grausamste Tat war die Entführung und Ermordung der zehnjährigen Grace Budd im Jahr 1928. Fish trat unter dem falschen Namen Frank Howard auf. Er spielte den älteren, freundlichen Farmer, der graues Haar und einen grauen Schnurrbart hatte. Der nur 1,65 große Mann, der gerade einmal 59 Kilogramm wog, suchte einen Gehilfen für seine 8 Hektar große Farm. Er bot Grace älterem Bruder Edward, der zuvor in einer Zeitung nach einer Stelle auf einem Bauernhof gesucht hatte, eine Anstellung auf seiner Farm an, die es jedoch gar nicht gab. Er erhielt die Erlaubnis, Grace zu einer vermeintlichen Feier seiner Nichte mitzunehmen, doch stattdessen führte er sie zu einem verlassenen Haus, dem Wistaria Cottage, das nach dem Blauregen benannt wurde, der dort überall wuchs. In diesem leerstehenden Haus im Kolonialstil tötete Grace. Albert war nackt, als Grace vom Blumenpflücken ins Haus kam. Sie war entsetzt von Albert Anblick, der daraufhin Grace erwürgte. Dann legte er ihren Kopf auf den Eimerrand und sägte ihn ab, so dass das Blut in den Eimer floss. Anschließend zerstückelte er Grace. Er kochte ihre Körperteile, die er dann mehrere Tage lang genüsslich verspeiste. 6 Jahre später führte ein widerwärtiger Brief, den Fish an Graces Mutter geschickt hatte, zur Entdeckung der Überreste des Kindes und letztendlich zu seiner Verhaftung. Im Herbst 1934 hatte der Reporter Walter Winchell einen Artikel über Grace Budd veröffentlicht, nachdem ihm Detective William F. King scheinbar vertrauliche Informationen hatte zukommen lassen. Nur 10 Tage später erhielt Grace Mutter Delia einen Brief. Da sie Analphabetin war, gab sie diesen ihrem Sohn Edward, der nach dem Lesen, den Brief sofort Detective King aushändigte. Indem Brief gab der Verfasser den Mord an Grace zu, den er in allen Einzelheiten schilderte. Der Verfasser entpuppte sich nach einem Handschriftenvergleich mit einem Telegramm, dass damals der ältere Mann namens Frank Howard der Familie Budd zukommen gelassen hatte, als dieser. Doch wer war und wo war Frank Howard? Durch ein kleines sechseckiges Emblem am Rand des Hexagons am Briefumschlag waren die Buchstaben N.Y.P.C.B.A. zu erkennen. Diese standen für die New Yorker Private Chauffeur´s Benevolent Association, einer Taxifahrerorganisation. Diese suchte die Polizei auf. Der Hausmeister des Vereins gab dann den entscheidenden Tipp. Er hatte leere Briefbögen und Kuverts mitgehen lassen, die er in seinem früheren Zimmer zurückgelassen hatte, wo er zur Untermiete gewohnt hatte. Die Polizei ging daraufhin zum Haus 200 East 52nd Street, wo sie die Vermieterin nach einem älteren Herren mit grauem Haar und Schnurrbart befragten. Tatsächlich hatte so ein Mann namens Albert Fish bis vor kurzem dort gewohnt. Er hatte seine Vermieterin gebeten, einen Brief anzunehmen, den er von seinem Sohn erwartete. Sein Sohn, der in North Carolina für das Civilian Conservation Corps, einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in der Zeit der Großen Depression tätig war, schickte ihm regelmäßig Geld. Tatsächlich tauchte Albert am 13. Dezember 1934 bei seiner Vermieterin auf, um sich nach dem Brief zu erkundigen. Diese rief unverzüglich die Polizei. Sie versuchte Albert mit einer Tasse Tee hinzuhalten, was ihr gelang. Als die Polizei auftauchte, um Albert zu verhaften, kam es zu einer heftigen Rangelei, in dem Albert versuchte der Verhaftung durch ein Rasiermesser zu entgehen, doch er konnte überwältigt und festgenommen werden. Fish gestand nach seiner Festnahme, mehrere Kinder ermordet und Teile ihrer Körper gegessen zu haben, darunter den vierjährigen Billy Gaffney und den achtjährigen Francis McDonnell. Billy Gaffney hatte Fish im Februar 1927 auf einer Mülldeponie so lange gefoltert, bis dieser starb. Danach hatte er aus dessen Ohren und Nase ein Ragout kredenzt, während er aus dessen Geschlechtsteilen und Hintern einen Braten zubereitet hatte. Im Juli 1924 hatte er den neun Jahre alten Francis McDonnell mit dessen eigenen Hosenträgern stranguliert und anschließend sexuell missbraucht. Seine sadistischen Neigungen und sein religiöser Wahn machten ihn zu einer Bedrohung für die Gesellschaft. Der Prozess gegen Albert Fish im März 1935 war ein Spektakel, das die Nation schockierte. Die genaue Zahl seiner Opfer bleibt bis heute unbekannt, Schätzungen reichen von mindestens sechzehn bis über hundert Morden. Mehrere Psychiater zeugten über Fishs abnorme sexuelle Vorlieben und seine psychische Verfassung. Obwohl einige ihn als wahnsinnig ansahen, befand das Gericht ihn für zurechnungsfähig und sprach ihn schuldig. Das Urteil lautete Tod durch den elektrischen Stuhl, das am 16. Januar 1936 vollstreckt wurde. Nach seinem Tod offenbarte eine Autopsie, dass Fish zahlreiche Nadeln in seine Hüfte und andere Körperteile gestochen hatte, ein makabres Zeugnis seiner masochistischen Neigungen. Sein Fall war ein Wendepunkt in der Geschichte der Kriminalität in den USA und beeinflusste die öffentliche Wahrnehmung von Sicherheit und Vertrauen nachhaltig. Albert Fishs grauenhafte Verbrechen erzeugten weitreichende Ängste und Misstrauen gegenüber Fremden. In einer Zeit, als das Vertrauen in Mitmenschen noch stark verankert war, erzwangen seine Taten einen gesellschaftlichen Wandel hin zu größerer Vorsicht und Aufmerksamkeit. Seine beispiellose Brutalität und die Verletzung des Tabus des Kannibalismus schockierten die Öffentlichkeit und führten zu tiefgreifenden Veränderungen im Bereich des Rechtsschutzes und der Strafverfolgung. Sein Einfluss auf die Popkultur ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Bücher, Filme und Studien beschäftigen sich bis heute mit seinem Leben, seiner Psyche und den unergründlichen Motiven hinter seinen Verbrechen. Albert Fish bleibt ein düsteres Symbol für das absolute Böse und die extremen Abgründe der menschlichen Natur. Die Lebensgeschichte von Albert Fish ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie psychologische Traumata und sadistische Neigungen einen Menschen in ein Monster verwandeln können. Seine unfassbaren Verbrechen und die darauf folgende gesellschaftliche Reaktion erinnern uns daran, wachsam zu bleiben und die dunklen Seiten der menschlichen Natur nicht zu unterschätzen. Fishs Name wird weiterhin als Synonym für Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Erinnerung bleiben, ein Mahnmal für die Gefährlichkeit verborgener Abgründe. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von New York City. 🙂


















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