Die beeindruckende Festung Tighina, auch bekannt als Cetatea Tighina und später von den Türken in Bender umbenannt, ist ein bemerkenswertes Bauwerk, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich während der Herrschaft von Fürst Stefan dem Großen aus Erde und Holz erbaut, thront die Festung majestätisch am rechten Ufer des Dnjestr in der heutigen Stadt Bender in Moldawien. 1538 fiel die Festung in die Hände des berühmten türkischen Sultans Suleiman I., auch bekannt als Suleiman der Prächtige, der sofort befahl, sie aus Stein wieder aufzubauen und zu erweitern. Unter der Leitung des osmanischen Architekten Sinan wurde die Festung bis 1541 in ein steinernes Bollwerk verwandelt, das auf drei Seiten von einem tiefen Graben umgeben war. Die älteste bekannte Erwähnung von Tighina als Siedlung und Zollstation stammt aus einem Handelsprivileg, das am 6. Oktober 1408 vom moldauischen Fürsten Alexandru cel Bun den Kaufleuten von Lwów gewährt wurde. Diese Dokumentation wird durch zahlreiche mittelalterliche Dokumente aus dem 15. und 16. Jahrhundert bestätigt, die die Bedeutung von Tighina als militärisches und wirtschaftliches Zentrum belegen. Archäologische Ausgrabungen unter der Leitung von Ion Hîncu im Jahr 1969 brachten Wohnkomplexe und einen Verteidigungsgraben aus dem 15. und 16. Jahrhundert zum Vorschein, was die historische Bedeutung des Ortes weiter unterstreicht. Nach ihrer Eroberung und Umbenennung in Bender, was „Flusshafen” bedeutet, wurde die Festung zum zentralen Sitz eines türkischen Raya. Trotz mehrfacher Angriffe, unter anderem durch moldauische Truppen und Saporoger Kosaken, blieb Bender in osmanischer Hand. Besonders erwähnenswert sind die erfolglosen Belagerungen durch Johann den Tapferen im Sommer 1574 und Michael den Tapferen in den Jahren 1595 und 1600. Im Laufe der drei russisch-osmanischen Kriege ging die Kontrolle über die Festung schließlich an das Russische Reich über. Die Festung war für die zaristischen Generäle von großem militärischem Wert und wurde als Kaserne genutzt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor die Festung jedoch allmählich ihre strategische Bedeutung. Seit 1991 steht sie unter der Kontrolle der Pridnestrowischen Moldauischen Republik und wurde zwischen 2008 und 2012 umfassend restauriert. Ein besonders faszinierender Aspekt der Festung Bender ist ihre Verbindung zur Legende von Baron Münchhausen. Der historische Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen diente im 18. Jahrhundert als Offizier in der russischen Armee und nahm 1738 an der Belagerung der damaligen osmanischen Festung teil. Im Inneren der Burg erinnert ein Denkmal an einen der berühmtesten Mythen des Barons: seinen spektakulären Ritt auf einer Kanonenkugel. Der Legende nach flog Münchhausen auf einer Kanonenkugel über die Festung, um die Positionen des Feindes auszukundschaften, und kehrte auf einer feindlichen Kanonenkugel zurück – eine Geschichte, die Besucher bis heute in ihren Bann zieht. Heute ist die Festung ein beliebtes Touristenziel. Besucher können auf einer symbolischen Kanonenkugel mit Sattel und Griffen Platz nehmen und so ein interaktives Erlebnis genießen. In der „Allee der Herrführer” steht auch eine Büste von Münchhausen, die an seine legendären Geschichten erinnert und die historische Bedeutung des Ortes unterstreicht. Eine Tour durch die Festung Tighina/Bender ist wie eine Reise durch Jahrhunderte der Geschichte. Von den alten Verteidigungsanlagen über die unter osmanischer Herrschaft erbauten Erweiterungen bis hin zur Nutzung als Militärkaserne im Russischen Reich – jeder Stein erzählt eine Geschichte. Die architektonischen Meisterwerke, insbesondere der Einfluss des Architekten Sinan, und die historischen Dokumente geben Einblicke in die bewegte Vergangenheit dieser Festung. Die Geschichte der Festung Tighina/Bender ist eine beeindruckende Geschichte von Krieg, Eroberung und Wiederaufbau. Sie zeigt die Bedeutung dieses Ortes als wichtiger militärischer und wirtschaftlicher Standort im Laufe der Jahrhunderte. Die Legenden, die ihn umgeben, und die archäologischen Funde machen die Festung zu einem einzigartigen Zeugnis menschlicher Errungenschaften und Herausforderungen. Heute ist sie ein Symbol für die reiche Geschichte und Kultur Moldawiens und ein faszinierendes Reiseziel für Historiker und Touristen gleichermaßen. Von einem Handelsposten aus dem 15. Jahrhundert über eine osmanische Festung bis hin zu ihrer Rolle im Russischen Reich und ihrem heutigen Status ist die Festung Tighina/Bender ein lebendiges Zeugnis der Zeit. Besuche sie und tauche ein in die bewegte Geschichte und die spannenden Legenden, die jeden Winkel dieser außergewöhnlichen Festung durchdringen. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Foto-Impressionen dieser Festung. 🙂



































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