Der Saksebøl-Schlächter: Das grauenhafte Massaker des Peter Westerstrøm

Isabella Mueller @isabella_muenchen Norwegen

Ein schwedischer Serienmörder während der Napoleonischen Kriege war Peter Westerstrøm, besser bekannt als der Saksebøl-Schlächter. Dieser historische Massenmörder wurde um 1779 in in der schwedischen Stadt Ljungby geboren. Sein Vater Jonas, der örtliche Küster, starb, als Peter erst acht Jahre alt war. Nachdem auch seine Mutter 1804 verstarb, wuchs er unter der Obhut seines Bruders auf. Seine berufliche Laufbahn begann er als Dienstbote, bevor er eine Ausbildung als Schneider antrat, die er jedoch nie abschloss. Westerstrøm behauptete später, ein Unternehmen zur Baumwollspinnerei gestartet zu haben, das jedoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten scheiterte. Diese Geschichte bleibt jedoch unbestätigt, da zu jener Zeit Krieg zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden herrschte und erhebliche Zweifel an seiner Erzählung bestanden. Im Jahr 1806 zog Peter Westerstrøm nach Norwegen, angeblich um einer Inhaftierung wegen seiner immens hohen Schulden zu entgehen. Es kursierte jedoch das Gerücht, er sei nach Schweden geflüchtet, nachdem er seinen früheren Arbeitgeber, Generalleutnant Liljehorn, ermordet und ausgeraubt hatte. In Norwegen ließ er sich als Schneider in der Stadt Moss nieder und suchte auf dem Land Arbeit. Zwei Jahre strichen ins Land, bis Westerstrøm in Saksebøl ein wahres Blutbad anrichtete. In der Nacht vom 31. Dezember 1808 auf den 1. Januar 1809 brannten bei Westerstrøm alle Sicherungen durch, der in der kleinen Station Saksebøl in Hobøl eine unfassbar grausame Tat beging. Westerstrøm ermordete den Stationsleiter Johannes Jensen und dessen drei Bedienstete Lars Arvesen, Jens Svensen und Karen Olsdatter. Das Mordwerkzeug, eine Axt, hatte er eigens für dieses Verbrechen mitgebracht. Sein Motiv war Habgier. Er brach den Safe des Stationsleiters auf und raubte Wertsachen. Mit nur 20 Talern Bargeld, einigen Kleidungsstücken, Silberlöffeln, einem Paar Stiefel und einer Pfeife floh er. Er versuchte die Grenze nach Schweden zu erreichen, wurde jedoch vom schlechten Wetter daran gehindert. Die Autopsie der vier Leichen wurde von Dr. Hans Munk durchgeführt. Eine Untersuchungskommission, bestehend aus Richter Christian Magnus Falsen, Sheriff Jacob Wulfsberg aus Christiania, Oberstleutnant Hans Jacob von Scheel und Richter Ove Hiorth aus Moss, wurde eingesetzt. Eine Belohnung von 1.000 Talern wurde für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen würden, ausgesetzt. Diese Summe führte zur Ergreifung Westerstrøms durch seine eigenen Freunde, die ihn deswegen an die Polizei verrieten. Am 6. Februar 1809 wurde Peter Westerstrøm in Moss festgenommen und vor die Kommission gebracht. Nach anfänglicher Leugnung gestand er die Morde. Seine Schuld stand außer Frage: Er besaß noch einen Großteil der gestohlenen Gegenstände und konnte die Behörden zu weiteren Verstecken führen. Als Motiv gab er unterschiedliche Gründe an: Erstens nannte er Depressionen und den Wunsch, Selbstmord zu begehen. Zweitens behauptete er, ein berüchtigter Krimineller werden zu wollen, der als der größte Bösewicht in die norwegische Geschichte eingehen würde. Schließlich sagte er, Rache sei das Motiv gewesen, da er glaubte, der Stationsleiter habe seine Verlobung mit einer reichen Erbin verhindert. Am 24. Juli 1809 wurde Westerstrøm von der Kommission zu einer grausigen Strafe verurteilt: Er sollte fünfmal mit glühenden Zangen gezwickt, anschließend seine rechte Hand mit einer Axt abgeschlagen und schließlich enthauptet werden. Sein Kopf, seine Hand und sein Körper sollten öffentlich zur Abschreckung auf Pfählen ausgestellt werden, bis sie verwesten. Dies war die empfohlene Strafe für Morde innerhalb der Familie oder solche an Arbeitgebern. Am 16. August 1809 wurde das Urteil vom Obersten Gerichtshof gemildert. Westerstrøm wurde nur wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt und die Strafe auf eine einfache Enthauptung reduziert; die Folter entfiel. Nur sein Kopf sollte auf einen Pfahl gesetzt werden. Am 23. September 1809 genehmigte König Frederik VI. das Urteil des Obersten Gerichtshofs. Am 27. Oktober 1809 wurde Westerstrøm vor dem Gefängnis in Moss hingerichtet. An seiner Seite war Pfarrer Niels Wulfsberg. Der Henker Anton Lædel vollzog die Hinrichtung. Der Kopf blieb 24 Stunden lang auf dem Pfahl und wurde anschließend neben dem Körper begraben. In der norwegischen Kriminalgeschichte ist Peter Westerstrøm bis heute eine der dunkelsten Figuren. Sein grausames Verbrechen und seine widersprüchlichen Geständnisse werfen ein Schlaglicht auf die Abgründe der menschlichen Natur. Der Fall zeigt eindrücklich, wie finanzielle Not, psychische Instabilität und möglicherweise eine Neigung zur Gewalt in eine tragische Kette von Ereignissen münden können, die das Leben vieler unschuldiger Menschen zerstören. Die Geschichte des Saksebøl-Schlächters bleibt eine Mahnung der Unmenschlichkeit und der Brutalität, die selbst in jenen weit zurückliegenden Zeiten erschreckend präsent waren. Ein verhängnisvolles Kapitel des True Crime, das bis heute nachhallt. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos der norwegischen Stadt Hammerfest. 🙂

The Saksebøl Butcher: The Horrific Massacre of Peter Westerstrøm

Peter Westerstrøm, better known as the Saksebøl Butcher, was a Swedish serial killer during the Napoleonic Wars. This historical mass murderer was born around 1779 in the Swedish town of Ljungby. His father Jonas, the local sexton, died when Peter was only eight years old. After his mother also died in 1804, he grew up under the care of his brother. He began his professional career as a servant before training as a tailor, which he never completed. Westerstrøm later claimed to have started a cotton spinning business, but it failed due to financial difficulties. However, this story remains unconfirmed, as there was war between Denmark, Norway, and Sweden at the time, and there were considerable doubts about his account. In 1806, Peter Westerstrøm moved to Norway, allegedly to avoid imprisonment for his immense debts. However, rumors circulated that he had fled to Sweden after murdering and robbing his former employer, Lieutenant General Liljehorn. In Norway, he settled in the town of Moss as a tailor and sought work in the countryside. Two years passed before Westerstrøm committed a veritable bloodbath in Saksebøl. On the night of December 31, 1808, Westerstrøm snapped and committed an incredibly cruel act at the small Saksebøl station in Hobøl. Westerstrøm murdered the station manager Johannes Jensen and his three employees Lars Arvesen, Jens Svensen, and Karen Olsdatter. He had brought the murder weapon, an axe, with him specifically for this crime. His motive was greed. He broke open the station manager’s safe and stole valuables. He fled with only 20 talers in cash, some clothing, silver spoons, a pair of boots, and a pipe. He attempted to reach the border with Sweden, but was prevented from doing so by bad weather. The autopsy of the four bodies was performed by Dr. Hans Munk. An investigation commission consisting of Judge Christian Magnus Falsen, Sheriff Jacob Wulfsberg from Christiania, Lieutenant Colonel Hans Jacob von Scheel, and Judge Ove Hiorth from Moss was set up. A reward of 1,000 talers was offered for information leading to the apprehension of the perpetrator. This sum led to Westerstrøm’s capture by his own friends, who betrayed him to the police. On February 6, 1809, Peter Westerstrøm was arrested in Moss and brought before the commission. After initially denying the charges, he confessed to the murders. His guilt was beyond question: he still possessed most of the stolen items and was able to lead the authorities to further hiding places. He gave various reasons for his motives: first, he cited depression and the desire to commit suicide. Second, he claimed that he wanted to become a notorious criminal who would go down in Norwegian history as the greatest villain. Finally, he said that revenge was his motive, as he believed that the stationmaster had prevented his engagement to a wealthy heiress. On July 24, 1809, Westerstrøm was sentenced by the commission to a gruesome punishment: he was to be pinched five times with red-hot tongs, then have his right hand chopped off with an axe, and finally be beheaded. His head, hand, and body were to be publicly displayed on stakes as a deterrent until they decayed. This was the recommended punishment for murders within the family or those committed against employers. On August 16, 1809, the Supreme Court commuted the sentence. Westerstrøm was convicted only of premeditated murder, and the punishment was reduced to simple decapitation; the torture was omitted. Only his head was to be placed on a stake. On September 23, 1809, King Frederik VI approved the Supreme Court’s ruling. On October 27, 1809, Westerstrøm was executed in front of the prison in Moss. Pastor Niels Wulfsberg was at his side. The executioner Anton Lædel carried out the execution. The head remained on the stake for 24 hours and was then buried next to the body. Peter Westerstrøm remains one of the darkest figures in Norwegian criminal history to this day. His cruel crime and contradictory confessions shed light on the depths of human nature. The case impressively shows how financial hardship, mental instability, and possibly a tendency toward violence can lead to a tragic chain of events that destroy the lives of many innocent people. The story of the Saksebøl Butcher remains a reminder of the inhumanity and brutality that were frighteningly present even in those distant times. A fateful chapter of true crime that still resonates today. With that in mind, I hope you enjoy my photos of the Norwegian city of Hammerfest. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!