„Wenn du die Ruhe des Pharaos störst, wird der Tod auf schnellen Schwingen kommen.“ Diese mysteriöse Warnung könnte auf einer kleinen Tontafel gestanden haben, die Howard Carter und sein Team bei der Entdeckung von Tutanchamuns Grab im Jahr 1922 übersehen haben sollen. Mehrere mysteriöse Todesfälle folgten der spektakulären Entdeckung – war es die Rache des jungen Pharaos für die Ruhestörung? Auch ein Jahrhundert nach der Öffnung bleiben die Legenden um den „Fluch des Pharao“ lebendig. Am 4. November 1922 fiel das entscheidende Licht auf die Geschichte, als ein kleiner Junge einen Stein im ägyptischen Tal der Könige entdeckte. Howard Carter, der britische Archäologe, hatte seit 1907 erfolglos nach dem Grab des Tutanchamun gesucht. Finanziell unterstützt wurde er dabei von George Herbert, 5. Earl of Carnarvon, der eigentlich keine weiteren Ausgrabungen mehr finanzieren wollte – bis sich das Schicksal wenden sollte. Der Stein, den der Junge gefunden hatte, führte Carter zu einer Treppe und einem versiegelten Eingang. Tatsächlich hatte Carter das Grab von Tutanchamun gefunden, der im Alter von 18 oder 19 Jahren im Jahr 1323 v. Chr. gestorben war. Dies war eine Sensation. Nach dem Fund reiste George Herbert am 23. November 1922 sofort nach Luxor, um das über 3000 Jahre alte Grab des ägyptischen Königs Tutanchamuns in Augenschein zu nehmen. George Herbert hatte Howard Carter nach seinem schweren Autounfall im Jahr 1903 kennen gelernt. Damals hatte ihm sein Arzt aufgrund seiner Folgen des Unfalls geraten, die Wintermonate in Ägypten zu verbringen. Dort entdeckte Herbert seine Liebe für Ägyptologie, wodurch er Freundschaft mit Carter schloss. Er wurde dessen Mäzen. George Herbert war durch die Heirat mit Almina Victoria Maria Alexandra Wombwell, einer angeblich unehelichen Tochter des stinkreichen Bankiers Alfred de Rothschild, äußerst vermögend. Denn dieser hatte dem Paar zur Vermählung 500.000 Pfund, umgerechnet 73 Millionen Euro zukommen lassen. Am 26. November 1922 wurde das Grab offiziell geöffnet. Was George Herbert und Howard Carter zusammen mit 23 Zeugen, war unglaublich. Denn der Schatz von Tutanchamun war nahezu unberührt. So wurden über 5000 Artefakte aus der letzten Ruhestätte des Pharaos geborgen, die einen Wert von sage und schreibe 2 Millionen Pfund-Sterling, ungefähr 138, 4 Millionen Euro hatten. Doch schnell verbreitete sich die Faszination sowie die Angst vor einem Fluch. Dies lag daran, dass sich nach der Öffnung des Grabes eine Reihe von Todesfällen ereigneten, die das Mysterium des Fluchs weiter schürten. Bereits am Tag der Öffnung des Grabes wurde der Kanarienvogel von Carter von einer Kobra verschlungen, was als erstes Vorzeichen des Fluches gedeutet wurde. Das erste menschliche Opfer des Fluches wurde George Herbert, der die Expedition finanziert hatte. Er starb bald nach der Öffnung der Grabstätte an einer infizierten Mückenstichwunde. Der Schriftsteller und „Sherlock Holmes-Erfinder“ Arthur Conan Doyle sprach in der Presse offen von übernatürlichen Kräften, die den Tod herbeigerufen hätten. Hinzu kam der beunruhigende Umstand, dass eine Narbe auf Tutanchamuns Gesicht angeblich genau an der Stelle zu finden war, wo George Herbert gestochen wurde. Der Moskitostich hatte sich durch einen Schnitt beim Rasieren entzündet, wodurch George Herbert eine Blutvergiftung erlitt, die zu einer tödlichen Lungenentzündung führte. George Herbert starb am 5. April 1923 in Kairo im Alter von nur 56 Jahren. Ein weiterer Name, der in Verbindung mit dem Fluch gebracht wird, ist Archibald Douglas Reid, der Radiologe, der als Erster die Mumie röntgte. Er verstarb kurz nach der Untersuchung unter mysteriösen Umständen, an einer Krankheit, die möglicherweise auf seine Arbeit mit ionisierender Strahlung zurückzuführen ist. Ebenso tragisch ist das Schicksal von Hugh Evelyn-White, einem Mitglied von Carters Team, der sich 1924 das Leben nahm. Einige behaupten, er sei vom Fluch verfolgt worden, andere vermuten persönliche Probleme als Ursache seines Todes. Arthur Mace, ein weiterer Archäologe, erlitt gesundheitliche Schäden, die ihn schließlich zwangen, Ägypten zu verlassen. Spekulationen über Arsenvergiftung oder übermäßigen Staubkontakt wurden geäußert. Sein plötzlicher Tod bald darauf nährte Gerüchte um magische Vergeltung. Bruce Ingram, der Carters Freund war und eine mumifizierte Hand als Briefbeschwerer erhalten hatte, erlebte nach Erhalt dieses gruseligen Geschenks mysteriöse Unglücke – von Feuern bis hin zu Überschwemmungen. Der letzte im Bunde war Richard Bethell, Carters Privatsekretär, der einige Jahre nach der Graböffnung unter unklaren Umständen starb. Der Verdacht und die Sensationslust der Zeitungen schürten die Flammen der Legende vom Fluch des Pharaos. Doch laut einem Historiker fiel Bethell keinem Flcuh zum Opfer, sondern soll vom berüchtigten Satanisten Aleister Crowley im Gentlemen´s Bath Club ermordet worden sein. Trotz all der Tragödien blieb Howard Carter selbst scheinbar unberührt vom Fluch. Nach Jahren wissenschaftlicher Aufarbeitung der Grabungsfunde zog er sich zurück und starb 1939 eines natürlichen Todes. Die Inschrift auf Tutanchamuns Grab, die angeblich den Fluch auslöste, hat bei korrekter Übersetzung wenig mit den Tod bringenden Flügeln zu tun. Stattdessen soll sie den Schutz vor der Verschüttung des Grabes durch Sand versprechen. Ob Fluch oder nicht – die Aura einer düsteren Macht bleibt bestehen und sorgt dafür, dass die Geschichten rund um den „Fluch des Pharao“ auch heute noch faszinieren. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos von Ägyptens Hauptstadt Kairo. 🙂
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