Am 4. April 2005 verschwand die 27 Jahre alte Emma Caldwell. Diese arbeitete in Glasgow als Prostituierte und wurde von Familie nach sechs Tagen als vermisst gemeldet. Fünf lange Wochen bangte die Familie, um Emmas Schicksal, bis deren nackte Leiche von einem Mann, der mit seinem Hund im Wald in der Grafschaft South Lanarkshire Gassi ging, entdeckt wurde. Die Autopsie ergab, dass Emma vergewaltigt und erwürgt worden war. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren und schon bald führte eine heiße Spur zu einem türkischen Mann namens Abubekir Oncu. Mit diesem hatte Emma auf ihrem Handy am Tag ihres Verschwindens um 23.20 Uhr zuletzt telefoniert. Da dieser nach Emmas Verschwinden in die Türkei gereist war, machte ihn das schnell zu einem Tatverdächtigen. War dieser Emmas Mörder? Als Oncu erfuhr, dass die Polizei ihn verhören wollte, reiste er sofort nach Schottland zurück. Er zeigte sich dabei als äußerst kooperativ, ließ sich verhören und gab freiwillig seine DNA-Probe ab. Da zwei Prostituierte aussagten, dass sie von zwei Männern in einem türkischen Café in der Bridge Street vergewaltigt worden waren und sie zwei weitere Prostituierte kannten, die dort ebenfalls sexuell missbraucht worden waren, erhärtete sich der Verdacht der Polizei auf eine türkische Gruppe von 4 Männern, zu denen neben Oncu, Cobanoglu, Solymez und Kandil gehörten. Diese wurden im August 2007 verhaftet. Drei Monate nach ihrer Verhaftung wurden diese wieder freigelassen, da sich herausstellte, dass diese nicht die Mörder von Emma Caldwell waren. Während der Ermittlungen befragte die Polizei Hunderte von Männern, die regelmäßig die Dienste von Prostituierten, insbesondere von Emma Caldwell in Anspruch genommen hatten. Einer von ihnen war Iain Packer, der mit Emma in den Wald gefahren war, wo später ihre Leiche gefunden wurde. Konnte dies ein Zufall sein? Packer wurde zwischen 2005 bis 2007 sechs Mal von der Polizei befragt, galt aber nicht als Tatverdächtiger. Jahrelang ruhte der Fall bis dieser 2015 nach Prüfung durch Anwälte im Crown Office und dem unermüdlichen Einsatz von Emmas Mutter Margaret neu aufgerollt wurde. Dann gab anno 2018 Iain Packer dem Journalisten Sam Poling für eine Dokumentation der BBC Disclosure über den Mordfall Emma Caldwell ein Interview. Darin bestritt Packer Emma Caldwell ermordet zu haben und behauptet zudem nie gegenüber Frauen gewalttätig geworden zu sein. Als seine Ex-Freundin das Interview sah, zeigte sie Packer wegen Körperverletzung an. Es kam zum Gerichtsverfahren, in dem sich herausstellte, dass Packer in den Jahren 2007, 2008 und 2011 auch Vorstrafen wegen häuslicher Gewalt gegenüber anderen Ex-Freundinnen hatte. Iain Packer, der inzwischen über 50 Jahre alt ist, wurde des Mordes an Emma Caldwell sowie weiteren 45 Straftaten darunter 11 Vergewaltigungen beschuldigt. Sein Anwalt plädierte am High Court in Edinburgh auf nicht schuldig. Ein Verhandlungstermin wurde für Januar 2024 festgelegt, wobei der Prozess für die Dauern von 11 Wochen angesetzt wurde. Es bleibt also spannend. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Glasgow, wo Emma Caldwell bis zu ihrer Ermordung gelebt hatte. 🙂
















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