Ein sagenumwobener Mann, der sich als Wanderprediger, Wunderheiler, Zarenberater und Sexbestie in Russlands Geschichte verewigte, war Grigori Jefimowitsch Rasputin. Grigori Rasputin war ein Bauernsohn, der aus dem westsibirischen Dorf Pokrowskoje stammte und als Wandermönch die Welt bereiste, bis er im Frühjahr 1903 im Alter von 34 Jahren mit seiner Ehefrau und seinen 3 Kindern in Russlands damalige Hauptstadt St. Petersburg eintraf. Rasputin war ein großer, hagerer Mann mit langen Haaren, dichtem Bart und einem stechenden Blick, der schon damals bei den Geistlichen als Prophet galt. In St. Petersburg legte sich Rasputin, dessen größte Schwäche schöne Frauen waren, schnell eine Geliebte zu, die ihn in die oberen Kreise am Hofe einführte. Dort kam es 1905 zur schicksalhaften Begegnung mit dem Zaren Nikolaus II. und der Zarin Alexandra, die Rasputin unverblümt „Batjuschka“ (Väterchen) und „Matjuschka“ (Mütterchen) nannte. Bald darauf wurde Rasputin zu einem der engsten Vertrauten, der Zarin Alexandra, die er nicht nur von ihrer Schlaflosigkeit heilte, sondern deren Sohn Alexei er als einziger Linderung von seiner Hämophilie, der Bluterkrankheit, verschaffen konnte. Die Krankheit des einzigen Zarensohnes war ein absolutes Staatsgeheimnis. Auch als Alexei 1907 hinfiel und sich an seinem Bein ein Ödem gebildet hatte, konnte ihm kein Arzt, sondern nur Rasputin mit seinen hypnotisierenden Augen helfen. Seitdem galt Rasputin als Wunderheiler, dem sogar eine Affäre mit der Zarin Alexandra unterstellt wurde. Aufgrund der Gerüchte wurde Rasputin auf Befehl des Zaren des Hofes verwiesen, der jedoch wegen der Verletzungen des Zarensohnes immer wieder an den Hof zurückkehrte. Rasputin, der einen großen Einfluss auf die Zarenfamilie hatte, war vielen ein Dorn im Auge. Er lebte deshalb in ständiger Gefahr, dass jemand ein Attentat auf ihn verüben würde. Dies geschah am 29. Juni 1914 nach dem julianischen Kalender, als ihn in seiner Heimatort eine Frau namens Chinija Gussewa ein Gewehr in den Bauch rammte. Rasputin überlebte den Anschlag wie durch ein Wunder und warnte noch im Krankenhaus vor dem Ersten Weltkrieg. Doch die Warnungen schlug der Zar in den Wind. Aufgrund von Rasputins Alkoholeskapaden und unzähligen Liebschaften nach seiner Genesung musste er St. Petersburg verlassen. Erst am 28. September 1915 durfte er dorthin zurückkehren, wo er bald schon zum Sündenbock wegen der katastrophalen Niederlage der russischen Armee mit 2 Millionen Toten im Ersten Weltkrieg erklärt wurde. Im November 1916 kam es wegen Rasputin zu einer großen Debatte im russischen Parlament, der Duma, die damit endete, dass Rasputin aus dem Weg geräumt werden musste. Aber wie? Rasputin wurde vom Fürst Felix Jussupow am 30. Dezember zum Dinner in sein Palais eingeladen, dessen Ehefrau Irina eine Nichte des Zaren war. Trotz Warnungen nahm Rasputin die Einladung an, da er Jussupow als Freund ansah. An dem Dinner nahmen auch der Großfürst Dmitri Pawlowitsch, der Duma-Abgeordnete Wladimir Purischkewitsch und der Sanitätsarzt Stanislaus Lasowert teil. Diese waren allesamt Verschwörer, die Zyankali in die Torte und den Madeirawein gemischt hatten, um Rasputin endgültig auszuschalten. Doch das Gift wirkte nicht, weshalb der Gastgeber höchstpersönlich mit seiner Browning-Pistole in Rasputins Brust schoss. Doch der Schuss war nicht tödlich, was die Verschwörer erst beim Abtransport bemerkten, da Rasputin plötzlich aufsprang und losrannte. Er wurde mit vier Schüssen niedergestreckt. Seine Leiche wurde in einem Eisloch der Newa versenkt. Die Obduktion widerlegte, dass Rasputin vergiftet oder gar erschossen wurde. Dieser war vielmehr gefoltert worden, bis er schließlich tot war. Der Zar Nikolaus II. verzichtete auf Druck der Familie auf eine Strafverfolgung. Der Tod vom Wundermönch hatte jedoch nicht die gewünschte Wirkung, denn nun lehnten sich die Bauern und Arbeiter gegen die Obrigkeit auf. Schließlich kam es am 23. Februar 1917 des julianischen Kalenders zur Russischen Revolution, die zum Sturz der Zarenfamilie führte. Bis heute bietet Rasputin zahlreichen Film- und Lesestoff, dem sogar die deutsche Discogruppe Boney M. 1978 den Song „Rasputin“ widmete, der zum weltweiten Hit wurde. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Russlands ehemaliger Hauptstadt St. Petersburg, der Geburtsstadt von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. 🙂













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