Ein traumhaftes Märchenschloss, das auf eine fast 1000 Jahre alte Geschichte zurückblickt, ist das Schloss Heeswijk. Dieses ist das Herzstück des Landgut Heeswijk im Tal der Aa unweit von Nordbrabants Hauptstadt Den Bosch, das aufgrund seiner Lage auch als Brabanter Naturtor bezeichnet wird, da es ein idealer Ausgangspunkt für Wander- und Fahrradtouren bietet. Das wunderschöne Wasserschloss geht auf eine Mottenburg aus dem 11. Jahrhundert zurück. Eine Mottenburg ist ein verteidigungsfähiger Steinturm, der auf einem geschlossenen, runden Erdhügel errichtet wurde. Erstmals erwähnt wurde die Burg 1156, deren Eigentümer der Graf Almericus war. Durch Heirat ging die Burg im 13. Jahrhundert in den Besitz der Familie Van Benthum über, die es mit einem runden Turm und einem quadratischen Torturm erweiterten. Es folgten verschiedene Besitzerwechsel und aus der Motte wurde im Mittelalter ein Schloss. Dieses Schloss wurde im Laufe der Jahrhunderte oftmals belagert. So auch während des Achtzigjährigen Krieges. Prinz Moritz von Oranien versuchte 1601 und 1603 vergeblich das Schloss einzunehmen. Dies gelang jedoch erst seinem Halbbruder Friedrich Heinrich 1629, der anschließend Den Bosch stürmte. Anno 1649 wurde Mathijs van Asperen der neue Eigentümer, der das Schloss zu einer barocken Residenz umbauen ließ. Im Jahr 1672 residierte im Schloss sogar der französische Sonnenkönig Ludwig XIV., der dort zusammen mit dem englischen König Karl II. und den Bischöfen von Köln und Münster, den Vertrag von Heeswijk unterzeichnete. Dieser regelte die Aufteilung der eroberten Niederlande. Im Jahr 1684 erwarb die Familie Van der Hoeven das Schloss, die es zu einem ansehnlichen Herrenhaus umbaute. Danach gelangte das Schloss durch Heirat in den Besitz der Familie Speelman. Während der Französischen Revolution diente das Schloss als Hauptquartier für den englischen Generalleutnant Abercrombie und den englischen Prinzen Ernst August. Danach wurde das Schloss vom französischen General Pichegru besetzt, um als Hauptquartier für seine Belagerung von Den Bosch zu dienen. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss dem belgischen Baron André Jean Louis Baron van den Bogaerde van Terbrugge, Gouverneur des Königs von Nordbrabant, der das Schloss 1835 kaufte und zu einem Wohn- und Arbeitspalast umbauen ließ. Er und zwei seiner drei Söhne waren große Kunstsammler, deren Sammlung zum Museum Van den Bogaerde führte. Als der jüngste Alberic van den Bogaerde 1895 starb, hinterließ dieser ein bizarres Testament. So sollte Schloss Heeswijk und die Burg Nemerlaer so lange unbewohnt bleiben, bis der jüngste der Erben das 80. Lebensjahr vollendet hatte. Dies geschah am 3. Dezember 1963. Damit blieb das Schloss 68 Jahre lang unbewohnt. Der letzte Besitzer des Schlosses war der Baron Willem van den Bogaerde. Nach dessen Tod 1974 ließ seine Witwe die Baronin Albertine die Gebäude, die Sammlung und den Nachlass von Schloss Heeswijk in eine Stiftung einbringen, um die Aufteilung des Anwesens zu verhindern und die Öffnung für Besucher zu garantieren. Ab 1983 gehörte der Stiftung das Schloss, dessen Hauptburg im Jahr 2000 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ein Museum eröffnet wurde. Im Jahr 2005 wurde die Restaurierung vom Torhaus, dem Kutscherhaus, dem Eisenturm und dem Zeughaus abgeschlossen. Heute wird das Schloss für kulturelle Aktivitäten genutzt. Es gibt ein Schlossmuseum, das die Wohngegebenheiten und die Sammlertradition Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt. Der Waffensaal wird als Standesamt genutzt. Das Kutscherhaus ist Kongress- und Bildungszentrum. Die Kellergewölbe können als Partyräume gebucht werden. Das Schloss Heewijk inmitten der waldreichen Landschaft zählt zum schönsten Schloss der Provinz Nordbrabant, mit dessen Fotos ich dir einfach viel Freude wünsche. 🙂
































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