Anno 1984 entdeckte der britische Genetiker Sir Alec John Jeffrey per Zufall das Verfahren des genetischen Fingerabdrucks, das heute zum Standardrepertoire der Forensik gehört und viele Fehlurteile verhindert. Die Basis des genetischen Fingerabdrucks bildet die DNA, die wie beim Fingerabdruck bei jedem Individuum einzigartig ist. Der erste Mann, der aufgrund des genetischen Fingerabdrucks als Doppelmörder und Vergewaltiger überführt wurde, war der Brite Colin Pitchfork. Dieser erblickte am 23. März 1960 in Newbold Verdon das Licht der Welt, der nach der Schule im Jahr 1976 eine Ausbildung als Bäcker in der Bäckerei Hampshire in Leicester begann. Nach deren erfolgreichen Abschluss, bekam er dort eine Anstellung als Bäcker. Colin führte das Leben eines Durchschnittbürgers, der 1981 eine Sozialarbeiterin heiratete, mit der er zwei Kinder zeugte. Doch vor der Hochzeit war Colin wegen unsittlicher Entblößung zu einer Therapie an dem Carlton Hayes Hospital in Narborough überwiesen worden, die er brav besuchte. Keiner ahnte, dass in Colin ein Monster schlummerte. Am 21. November 1983 befand sich die 15 Jahre alte Lynda Mann auf dem Nachhauseweg von ihrer Freundin. Sie nahm eine Abkürzung über das Feld, das Teil des Geländes einer psychiatrischen Klinik im 8.000-Seelen-Ort in Narborough ist. Doch Lynda kam nie bei ihren Eltern an. Stattdessen fand ein Krankenhauspförtner gegen 7 Uhr ihre halbnackte Leiche am einsamen Fußweg am Black Pad in Narborough. Die Autopsie ergab, dass Lynda vergewaltigt und erdrosselt worden war. Die Forensik konnte die Spermaspuren sicherstellen, die bei der forensischen Untersuchung ergaben, dass der Mörder die Blutgruppe A sowie ein Enzymprofil besaß, das nur bei 10 Prozent der Männer vorkam. Zwei Jahre strichen ins Land, ohne dass der Mörder und Vergewaltiger von Lynda gefunden werden konnte. Dann fand eine Frau, die mit ihrem Hund morgens im Dorf Narborough auf dem verlassenen Fußweg Ten Pound Lane spazieren war, morgens im Gebüsch die Laub bedeckte Leiche eines Mädchen. Diese entpuppte sich als die 15 Jahre alte Dawn Ashworth, die seit zwei Tagen von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden war. Dawn hatte sich wie einst Lynda auf dem Heimweg nach dem Besuch bei einer Freundin befunden. Doch auch sie kam nie Zuhause an. Auch Dwan war vergewaltigt und erdrosselt worden. Aufgrund der Parallelen zum Mord an Lynda sowie der Tatortnähe ging die Polizei von demselben Täter aus. Die sichergestellten Spermaspuren stützten diese Annahme, da es sich um dieselbe Blutgruppe und dasselbe Enzymprofil wie bei Lynda handelte. Schnell stand der 17 Jahre alte Sonderling Richard Buckland unter dringendem Tatverdacht, der Kenntnis von Dwans Leiche hatte und sogar den Mord an ihr gestand, nicht jedoch den an Lynda. Der Detective David Baker wandte sich an Alec Jeffreys. Dieser wandte bei Richard Buckland die DNA-Fingerprinting-Technik an, die eindeutig bewies, dass Richard Bucklands DNA-Profil nicht mit den sichergestellten Spermaproben übereinstimmten. Buckland hatte gelogen und ein Justizirrtum war so verhindert worden. Danach wurde der erste Massengentest an 16 bis 34 Jahre alten Männern aus der näheren Umgebung durchgeführt. Die Abgabe der Blutprobe erfolgte auf freiwilliger Basis. In acht Monaten hatten über 5.000 Männer ihre Proben abgegeben. Aber keine stimmte mit der sichergestellten überein. Dann meldete sich bei der Polizei nach über einem Jahr nach dem letzten Mord eine Person. Diese hatte im August 1987 mit Ian Kelly einem Arbeitskollegen von Colin Pitchfork in einem Pub in Leicester ein Bier getrunken, der damit geprahlt hatte das Colin ihm 200 Pfund gegeben hatte, damit dieser in dessen Name seine Blutprobe abgebe. Nachdem die Polizei davon erfahren hatte, wurde Colin Pitchfork verhaftet und eine DNA-Probe entnommen, die mit den gefundenen Proben am Tatort übereinstimmten. Pitchfork gestand daraufhin die Mädchenmorde und Vergewaltigungen. Im Prozess vor dem Crown Court in Leicester wurde er im Januar 1988 wegen den beiden Vergewaltigungen in Tateinheit mit Mord zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Staatssekretär setzte die Mindeststrafe auf 30 Jahre fest, die nach Berufung auf 28 Jahre verkürzt wurde. Im Gefängnis betätigte sich Colin als Künstler, dessen Kunstwerk „Bringing the Music to Life“ 2009 in der Royal Festival Hall in London ausgestellt wurde. Colin Pitchfork wurde zwar im September 2021 freigelassen, musste dorthin aber wegen Verstoßes der Bewährungsauflagen wieder zurückkehren. Eine neue Entscheidung, ob er vorzeitig aus der Haft entlassen wird, wird noch geprüft. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der englischen Hafenstadt Southampton. 🙂












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