Der Exportschlager der Niederlande sind die Tulpenzwiebeln, die jährlich für rund 1,2 Milliarden Euro weltweit ins Ausland verkauft werden. Damit ist die Niederlande der größte Produzent der Welt. Die Erfolgsgeschichte der Tulpe, die heute eine holländische Ikone ist, beginnt im 16. Jahrhundert. Denn ab diesem Zeitpunkt kam die Tulpe in die Niederlande, die ursprünglich aus der Türkei stammt. Die Tulpe avancierte schnell zu einer der beliebtesten Blumensorten, die eine Tulpenmanie ab 1633 auslöste. Die Tulpenzwiebeln führten zu einer wahren Sammelleidenschaft unter den vermögenden Kaufleuten. Damals war die Niederlande die reichste und mächtigste Handelsmacht. Der Tulpenrausch ging soweit, dass die Tulpenzwiebeln für die 10- bis sogar 100-fache Menge an Gold gehandelt wurden und selbst teurer als Häuser in bester Citylage in Amsterdam waren. Im Juni 1633 wurde in der Hansestadt Hoorn ein ganzes Haus für 3 Tulpenzwiebeln verkauft. Bis zum 5. Februar 1637 stieg stetig der Preis an. Doch dann platzte die große Spekulationsblase von heute auf morgen, da niemand mehr die aufgerufenen Preise der Tulpenzwiebeln bezahlen wollte. Der Kurs brach um 95 Prozent ein und gilt bis heute als die welterste Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte. Doch der Beliebtheit der Tulpe tat dies keinen Abbruch und der Tulpenhandel floriert immer noch. Das größte zusammenhängende Tulpenfeld der Welt befindet sich im Norden Hollands. Dieses ist das Kop van Noord-Holland, das sich im Frühling in ein einziges Blütenmeer verwandelt. Bereits im März fangen die Krokusse, gefolgt von den Hyazinthen und Narzissen an zu blühen, bis Mitte April die Tulpen ihre volle Pracht entfalten. Bis Mitte Mai kann man die Tulpenfelder bewundern, bevor die Blüten der Tulpen maschinell entfernt werden, um die Tulpenzwiebeln besser wachsen zu lassen. Im Sommer werden die Tulpenzwiebeln dann aus dem Boden geholt, gereinigt und getrocknet. Denn die Blumenzwiebel soll nur von bester Qualität in die ganze Welt verkauft werden. Auch ich besuchte das Kop van Holland dieses Jahr zum ersten Mal, das mir ein Postkartenmotiv nach dem anderen mit seinen farbenprächtigen Tulpenfeldern bot. Besonders faszinierend waren die Tulpenfelder im Dorf Sint Maartensvlogbrug. Dort befindet sich auch eine malerische Windmühle aus dem Jahr 1657. Die 20 Kilometer langen blühenden Blumenzwiebelfelder, die bis zum Horizont zu reichen scheinen, bescherten mir eine unvergessliche Erinnerung, die ich mit zahlreichen Fotos festhielt und Dir viel Freude damit wünsche. 🙂




















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