Über 6 Jahre lang im Zeitraum von 1991 bis 1997 trieb ein Serienkiller und Serienvergewaltiger sein Unwesen in den Straßen von Paris, der Jagd auf junge Frauen machte. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 7 Frauen vergewaltigt, gefesselt und deren Kehle durchgeschnitten. Da die Morde im Viertel Bastille, im Osten von Paris, stattfanden, erhielt der Mörder von der Presse die Namen „Die Bestie der Bastille“ sowie „Der Mörder des Pariser Ostens“. Dieser konnte erst am 26. März 1997 von der französischen Polizei verhaftet werden, dessen Name bereits zwei Tage zuvor in der Presse durchgesickert war, das einem Skandal glich. Doch wer war die frauenmordende und vergewaltigende Bestie? Diese entpuppte sich als Guy Georges, der am 15. Oktober 1962 in Vitry-le-François als Sohn der Französin Hélène Rampillon und des Afroamerikaner George Cartwright, einem Koch beim Militär eines Nato-Stützpunktes, als Guy Rampillon geboren wurde. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte Guy abwechselnd bei seiner leiblichen Mutter und Pflegefamilien, bis er im Alter von 6 Jahren Mündel des Staates wurde. Er kam zu der Pflegefamilie Morin, die 7 leibliche und 13 Pflegekinder hatte. Im Jahr 1968 wurde Guys Nachname in Georges geändert. Seine Mutterholte Guy zu sich und zog mit diesem nach Kalifornien, wo sie einen amerikanischen Soldaten ehelichen wollte. Guy geriet früh auf die schiefe Bahn, der sich selbst „Jo“ nach der Figur „Injun Joe“ aus “ Die Abenteuer des Tom Sawyer“ nannte und mit gezücktem Messer umherrannte. Guy war eine tickende Zeitbombe, der mehrfach versuchte seine Pflegeschwestern zu erwürgen. Anno 1981 beging er seine erste Vergewaltigung und einen Messerangriff auf Nathalie C., die überlebte. Ein Jahr später griff er Violette K. an, die fliehen konnte. Dafür wurde Guy zu 18 Monaten Haft verurteilt. Danach attackierte er im Februar 1984 Pascale N., die er vergewaltigte und mit einem Messer angriff. Guy wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seines Freigangs beging Guy seinen ersten Mord. Damit begann die grausame Mordserie, die Paris über 6 Jahre lang in Atem hielt. Sein erstes Mordopfer wurde die 19 Jahre alte Literaturstudentin Passcale Escarfail, die am 24. Januar 1991 ermordet und vergewaltigt in ihrer Wohnung in der Rue Delambre 41 gefunden wurde. Drei Jahre danach ermordete er am 7. Januar 1994 die 27 Jahre alte Catherine Rocher in einer Tiefgarage auf dem Boulevard de Reuilly. Noch im selben Jahr wurde am 8. November die 22 Jahre alte Elsa Benady in einer Tiefgarage im 13. Arrondissement sowie am 9. Dezember die 32 Jahre alte Agnés Nijkamp in ihrem Haus im 11. Arrondissement tot aufgefunden. Am 16. Juni 1995 entkam Elisabeth Ortega dem Mörder. Anhand ihrer Beschreibung konnte ein Phantombild gefertigt werden. Doch die Suche nach dem Serienmörder blieb ergebnislos. Zwar hatte die Polizei DNA am Tatort der Morde sichergestellt, doch die DNA-Forschung steckte noch in den Kinderschuhen, weshalb der Serienmörder seine blutige Mordserie im Osten von Paris fortsetzen konnte. Am 8. Juli 1995 wurde die 27 Jahre alte Hélène Frinking, am 23. September 1997 die 19 Jahre alte Magali Sirotti und am 16. November 1997 die 25 Jahre alte Estelle Magd ermordet und vergewaltigt aufgefunden. Dazwischen gab es gescheiterte Mordversuche und jede Menge DNA-Spuren. Da es aber keine zentrale DNA-Datenbank in Frankreich gab, hatte die Polizei keine Möglichkeit, die am Tatort gefundene mit gesammelten DNA-Proben zu vergleichen. Guy Georges wurde erst im März als Täter überführt, nachdem ein Richter eine manuelle Suche nach Übereinstimmungen in den DNA-Aufzeichnungen von Privatkliniken angeordnet hatte, was als Verstoß gegen typische Vorschriften galt. Nachdem Guy Georges verhaftet war, gestand er die Morde in den Verhören, die er im Prozess drei Jahre später leugnete, bis er doch noch einknickte und die Morde zugab. Er wurde am 5. April 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt, die er im Gefängnis Ensisheim verbüßt. Nach dieser aufsehenerregenden Mordserie wurde in Frankreich eine nationale automatisierte Datenbank der genetischen Fingerabdrücke eingerichtet. Denn hätte diese existiert, wer Guy Georges schon früher als Serienmörder und Serienvergewaltiger überführt und weitere Morde wären verhindert worden. Aber lieber spät, als nie! In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von dem Tor zu Paris, der französischen Hafenstadt Le Havre. 🙂












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