Ein absolut scheußliches Verbrechen ereignete sich im Jahr 1905 in Mönchengladbach. Im Oktober hatte der 46 Jahre alte Oberstleutnant Roos aus gesundheitlichen Gründen seine Pension angetreten. Zwar war Roos verheiratet, doch seine Ehefrau lebte in Paris. Roos genoss das Leben als Strohwitwer in seinem schönen Haus in Mönchengladbach, das er gemeinsam mit seiner treuen Haushälterin in Schuss hielt. Doch diese wollte aus Altersgründen in den Ruhestand, weshalb sie ihren Sohn Adolf Blömer, einen ehemaligen Korporal in der niederländischen Armee und dessen Ehefrau, die jahrelang als Dienstmädchen gearbeitet hatte, als ihre Nachfolger empfahl. Der Oberstleutnant willigte natürlich bei den guten Referenzen ein und richtete für das seit 1900 verheiratete Ehepaar und deren beiden kleinen Kinder eine Wohnung im Erdgeschoss seines Hauses ein. Doch das Geld vom Verdienst beim Oberstleutnant reichte nicht aus, um die vierköpfige Familie zu ernähren, weshalb Adolf gezwungen war, noch andere Jobs anzunehmen, die ihm der Oberstleutnant vermittelte. Aber Blömer war äußerst arbeitsscheu, was schnell bei den neuen Kunden die Runde machte, weshalb ihm Roos oft tadelte. Dann zog auch noch in die Erdgeschosswohnung Adolfs Bruder Leonard ein. Ein Junggeselle und Möbelpolierer, der das Arbeiten wie Adolf nicht erfunden hatte. Auch dieser lag lieber auf der faulen Haut, als einen Finger krumm zu machen. Die Lage spitzte sich immer mehr zu, bis dem Oberstleutnant Roos der Kragen platzte, der Leonard dazu drängte auszuziehen. Aber dieser weigerte sich energisch. Er entwickelte eine enorme Wut auf den Oberstleutnant, mit der er seinen Bruder und dessen Ehefrau ansteckte. Als der Oberstleutnant außer Haus war, durchsuchten sie dessen Wohnung im Obergeschoss. In einem Pult entdeckten sie 300 Mark. Sie glaubten, dass dieser irgendwo noch viel mehr Geld und Schmuck versteckt hatte. Aus diesen Gründen schmiedeten sie ein Mordkomplott. Sie wollten den Oberstleutnant vergiften, um so an dessen Vermögen zu gelangen. Mit dem neuen Reichtum wollten sie ein unabhängiges Leben führen. Die beiden Brüder fuhren nach Düsseldorf, wo sie in jeder Apotheke nach dem Erwerb von hochtoxischen Substanzen fragten. Doch die Apotheker verkauften diesen ohne amtliche Bescheinigung kein Gift, woraufhin die Brüder gefrustet nach Hause fuhren. Zunächst wollten sie den Oberstleutnant brutal in seiner Wohnung überfallen, nahmen dann doch davon Abstand. Ihr neuer Plan sah folgendermaßen aus. Sie wollten den Oberstleutnant Roos in den Keller locken, um ihn dort ums Eck zu bringen. Deshalb machten sie am 23. Oktober 1905 im Keller unglaublichen Krach, in dem sie mit einem Hammer und einem Beil auf die Blechwasserfässer schlugen. Der Oberstleutnant ging zwar kurz vor die Wohnungstür und bat um Ruhe, legte sich dann aber wieder schlafen. Abermals machten beide Brüder einen ungeheuren Lärm, so dass der Oberstleutnant Roos schließlich die Kellertreppe hinuntergestürmt kam. Dort wurde er von den Brüder empfangen, die immer wieder mit dem Hammer und dem Beil auf ihn einschlugen. Sein Gesicht, sein Nasenbein und der Schädel wurden dabei fürchterlich entstellt. Dann klingelte es an der Haustür. Die Brüder hörten sofort mit den Schlägen auf. Die Ehefrau von Adolf öffnete die Tür. Vor ihr stand der Wachmann Roscher, der Roos eine Notiz überbringen sollte. Die Ehefrau nahm den Zettel entgegen, mit der Aussage, dass Roos noch schlafe. Daraufhin rückte der Wachmann wieder ab. Da der Oberstleutnant noch nicht tot war, schlugen die Brüder nun mit Steinen auf ihn ein, bevor Leonard einen Dolch holte und wie von Sinnen auf den Oberstleutnant einstach, ehe er seinen Fuß auf dessen Hals drückte, um ihm die Luft abzuschnüren. Dann griff Adolf zur Säge und enthauptete damit den Oberstleutnant, der vielleicht noch am Leben gewesen war. Danach wurde dessen Leichnam in Teile zersägt. Nach der Prozedur säuberte Adolfs Ehefrau akribisch den Keller. Das Bruder-Duo durchsuchte die Wohnung des Oberstleutnants, aber außer 300 Mark und etwas Schmuck fanden sie nichts. Eine magere Ausbeute für einen Mord. Da der Siegelring des Oberstleutnants nicht abging, sägten sie dessen Finger noch ab, bevor sie in den Rumpf und Kopf in einen Koffer legten. Die übrigen Leichenteile packten sie in Sackleinen. Die Pakete zogen sie auf Karren vom Rhein nach Viersen, wo sie diese verscharrten. Danach schrieb Blömers Ehefrau einen Brief an dessen Gattin in Paris, dass Roos kurzerhand verreist war. Doch sie machte einen entscheidenden Fehler, da sie die Brötchen beim Bäckerburschen schon vor dem Mord abbestellt hatte, da sie wusste, dass Roos bei der Auslieferung nicht mehr am Leben sein würde. Nachbarn kam das plötzliche Verschwinden des Oberstleutnant Roos spanisch vor. Laut Aussage von Blömers Ehefrau war Roos verreist, aber keiner hatte diesen am Bahnhof gesehen, noch wurde ein Bahnticket von diesem gelöst. Der Kriminalkommissar Heinzerling ließ das Ehepaar Blömer und dessen Bruder beschatten, die Schmuck und Möbel des Oberstleutnant eifrig verkauften. Daraufhin verhörte der Kommissar erst Leonard Blömer, der zunächst alles abstritt, bis er im Verhör einknickte und den Mord gestand sowie den Fundort der vergrabenen Leichenteile verriet. Daraufhin wurde die schwangere Frau Blömers verhört, die nachdem sie vom Geständnis ihres Schwagers erfahren hatte, auch ein Geständnis ablegte. Alle drei Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Nach dem Urteil wurden die beiden Brüder hingerichtet. Frau Blömers hatte Glück. Aufgrund ihrer Schwangerschaft wurde sie begnadigt. Ihre Todesstrafe wurde in lebenslanges Zuchthaus umgewandelt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Kleve, das wie Viersen am Niederrhein liegt, wo das Trio Infernale einst die zersägten Leichenteile des Oberstleutnants vergraben hatte. 🙂










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