Eine der größten Burgen der Niederlande war das Kasteel Montfort, das 1260 im Auftrag des Lütticher Fürstbischof Hendrik III. van Gelre auf einem Bergrücken im Vlootbeek-Tal unweit von Montfort in der niederländischen Provinz Limburg erbaut wurde. Noch heute erinnert an die südliche Festung des Herzogtums Geldern, die aufgrund ihrer massiven Steinmauern und ihrem polygonalen Grundriss als uneinnehmbar galt, deren imposante Burgruine. Nachdem Tod von Hendrik III. van Gelre 1285, der bereits 1274 als Bischof von Lüttich wegen seines ausschweifenden Lebensstils von Papst Gregor X. als Bischof abgesetzt wurde, gehörte das Kasteel Montfort zur Grafschaft Geldern. Unter dem Graf Reinoud I. wurde der Hauptturm der Burg, der sogenannte Grauwert vollendet. Dieser galt aufgrund seiner abgerundeten Rückseite und scharfer Spitze an der Vorderseite als architektonische Meisterleistung, weshalb das Kasteel Monfort auch Grauwert genannt wurde. In diesen Turm wurde Reinoud von seinem ältesten Sohn 1320 bis zu seinem Tod im Jahr 1326 eingesperrt. Nach dessen Tod ließ Reinoud II. van Gelre das Kasteel Montfort von 1342 bis 1343 aufwändig umbauen. Seitdem diente das Kasteel Montfort bis zum 15. Jahrhundert als Residenz der Herzöge von Geldern. Darüber hinaus lebte dort auch der Drossaard, der mit 27 Mann für die Defensive und Verwaltung des Amtes Montfort, einem Verwaltungsbezirk des Overkwartiers von Geldern zuständig war. Ab 1536 wurde das Kasteel Montfort zur Befestigungsanlage mit Bastionen unter dem Baumeister Keldermans ausgebaut. Doch während des Feldzugs von Kaiser Karl V. im Jahr 1543 wurde dieses stark in Mitleidenschaft gezogen. Es brannte völlig aus. Bis zum Ende des Achtzigjährigen Krieges hatte das Kasteel Montfort eine militärische Funktion inne. Im Katastrophenjahr 1672, dem Rampjaar, in dem England, Frankreich, Köln und Münster der Republik der sieben Vereinigten Niederlande den Krieg erklärt hatten, wurde das Kasteel Montfort von den französischen Truppen des Königs Ludwig XIV., dem legendären Sonnenkönig, in die Luft gesprengt. Im Zeitraum von 1685 bis 1686 wurden die Befestigungsanlagen abgerissen und die Kanäle zugeschüttet. Die noch übrig gebliebenen Gebäude wurden als Wohnhäuser für die Drossaards genutzt, die auf der Südseite des Huysdijk einen prächtigen symmetrischen Gartenkomplex anlegen ließen. Anno 1780 fielen die Wohngebäude der Abrissbirne zum Opfer. Nur die Ruine blieb übrig, bis um 1850 ein Papierfabrikant aus Roermond auf dem nordöstlichen Turmsockel ein achteckiges Backsteinlandhaus für Jagdgesellschaften bauen ließ, das als Jagdschloss bezeichnet wurde. Dieses wurde von 2005 bis 2006 restauriert und anschließend wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, das über die Geschichte der Burg, deren Bewohner und die Landschaft informiert. Seit 1961 ist die Burg im Besitz der Stiftung Kasteel Monfort, die von 2015 bis 2017 die mittelalterliche Kelleranlage, die 2011 entdeckt wurde, restaurieren ließ und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Auch ich besuchte das Kasteel Montfort mit seinem Gefängnis im Weißen Turm, dem Keller aus dem 14. Jahrhundert und der Schlossterrasse mit herrlichem Panorama über die Landschaft, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂



















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