Eine abscheuliche Briefkampagne erschütterte im Oktober 1984 den beschaulichen Badeort Tywyn in Nordwales, in denen Einzelpersonen entsetzliche Drohungen erhielten. Keiner ahnte, dass diese der angesehene Reverend Emyr Owen, der jahrelang als Prediger und oberster Kaplan des High Sheriffs gedient hatte, verfasst hatte. Die düsteren Enthüllungen, die zum Sturz des einst respektierten Geistlichen führten, sorgten weltweit für Entsetzen. Seine Gemeinde und die gesamte Region waren geschockt über das Monster, das sich hinter der Fassade des frommen Geistlichen verbarg. Der Skandal begann im späten Jahr 1984, als eine Reihe anonymer Briefe bei der Polizei von Tywyn und dem damaligen Chef der Polizeibehörde von Colwyn Bay, David Owen, eingingen. Die Briefe waren gespickt mit obszönen Beschimpfungen und einer bizarren Bewunderung für Adolf Hitler. Doch dies war nur der Anfang, denn einer der Briefe enthielt eine grausame Drohung gegen die vierjährige Enkelin einer Frau. Die Schwere der Drohungen zwang die Polizeibehörden, den Fall ernsthaft zu verfolgen. Detective Constable Gwyn Roberts wurde beauftragt, den mysteriösen Briefschreiber zu finden, der eine ungewöhnliche und markante Schreibweise des Buchstaben „T“ hatte. Nach akribischen Untersuchungen führte die Spur schließlich zu niemand anderem als dem 62-jährigen Reverend Emyr Owen, dessen Handschrift stimmte mit derjenigen in den anonymen Briefen überein. Dieser hatte in einer Bibel eine Widmung hinterlassen, die dem Detective Constable Gwyn Roberts in die Hände gefallen war. Bei der Durchsuchung von Owens Wohnung stieß die Polizei auf verstörende und perverse Beweismaterialien. Neben einer Sammlung schwuler Pornographie, wurden Bücher über Kannibalismus und Menschenopfer sowie Fotos mit abgetrennten männlichen Genitalien gefunden. Obwohl Owen zunächst alle Vorwürfe bestritt, brach er unter intensiven Befragungen bald zusammen und gestand, der Verfasser der Briefe zu sein. Doch dies war nur der Beginn seiner schockierenden Geständnisse. Owen gab zu, die Leichen von drei Männern verstümmelt zu haben, indem er ihre Genitalien abgeschnitten hatte. Die Verstümmelungen wurden auf Fotos festgehalten, die die Polizei in Owens Wohnung fand. Während der gerichtlichen Anhörungen wurde deutlich, dass Owen die Genitalien der Toten nach deren Aufbahrung in einer Kapelle abgeschnitten hatte, bevor diese beerdigt wurden. Owen selbst gab an, dass in ihm zwei Persönlichkeiten wohnen, der gute und der böse Owen. Demnach habe der böse Owen die Taten verübt, was renommierte Psychiater jedoch nicht glaubten. Aber was trieb Owen dazu, Leichen zu schänden? Owen war ein Einzelkind, das nach dem Weggang seines Vaters nach Australien, wo dieser bei einem Unfall ums Leben kam, bei seiner Mutter und Großmutter aufwuchs. Schon früh bemerkte er, dass er homosexuell war, was seine Mutter und Großmutter als Schande ansahen, weshalb er tiefe Schuld- und Schamgefühle aufgrund seiner Sexualität entwickelte. Bis zur Entdeckung hatte Emyr Owen acht Jahre lang sieben Kapellen in und um Tywyn in Gwynedd betreut. Drei Jahre bevor sein düsteres Geheimnis aufgeflogen war, war Owen der Kaplan des High Sheriffs und saß mit einem Richter am Caernarfon Gerichtshof. Nun fand er sich selbst auf der Anklagebank wieder, beschuldigt grausamer Verbrechen an seinen eigenen verstorbenen Gemeindemitgliedern. Owen verband seine Taten mit einem Vorfall vor seiner Berufung zum Priester, als ihm während eines Initiationsrituals in einem Schieferbruch die Hose heruntergezogen wurde. Vor seiner Verhaftung fuhr Owen einen Fiat, der mit drei geflügelten, feuerspeienden Schlangen dekoriert war. Für seine schockierenden Verbrechen wurde Owen zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung zog Owen nach Penrhyn Bay und schrieb häufig Briefe an lokale Zeitungen. Er behielt den Titel Reverend bei, obwohl ihm die Presbyterianische Kirche von Wales die Predigt untersagt hatte. Owen starb am 25. Januar 2001 in Llandudno im Alter von 78 Jahren. Damit endete die Geschichte des perversen Priesters, wie Owen in den Medien genannt wurde, endgültig. Nach dem aufregenden Kriminalfall um den Priester zeige ich euch abschließend einige Bilder von Tywyn in Wales. Heute ist dieser Küstenort ein entspannter Platz für Natur und Erholung am Meer.





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