Ein Kriminalfall, der deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte, ereignete sich im Jahr 1952 in Mönchengladbach. Es war der 27. Janaur als der völlig aufgelöste 31 Jahre alte Küster Hans Helpenstein gegen 23.35 Uhr auf dem Polizeirevier in Mönchengladbach seine Ehefrau als vermisst meldete. Er hatte seine 30 Jahre alte Ehefrau Elisabeth zuletzt lebend nach der sonntäglichen Kinderandacht gegen 12.30 Uhr gesehen. Danach wollte diese noch einen Spaziergang machen, weshalb sie in Richtung Alter Markt gelaufen war. Er war daraufhin in die Küsterwohnung der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Marien im Stadtteil Rheydt zurückgekehrt, um nach dem Sonntagsbraten zu sehen und sich um den gemeinsamen 26 Monate alten Sohn Gregor zu kümmern. Als seine Ehefrau nach 1 Stunde immer noch nicht von ihrem Spaziergang zurückgekehrt war, machte sich er sich langsam Sorgen. Vielleicht hatte seine Ehefrau noch ihre Mutter besucht, die im Vorort Neuwerk, weshalb er dort nachfragte. Doch auch diese hatte nichts von ihrer Tochter gehört, weshalb sich nun Hans und seine Schwiegermutter auf die Suche nach Elisabeth machten. Sie klapperten alle Freunde und Bekannte ab und fragten selbst im Krankenhaus Mariahilf nach, da Elisabeth vielleicht Opfer eines Unfalles geworden war. Doch Fehlanzeige. Elisabeth war wie vom Erdboden verschluckt. Während seine Schwiegermutter nun die Betreuung ihres Enkels übernahm, wohnte Hans dem Gottesdienst bei. Danach fuhr er gegen 18.35 Uhr nach Düsseldorf-Bilk. Dies hatte Hans in letzter Zeit oft gemacht. Seine Ehefrau hatte ihrer Schwiegermutter erzählt, dass Hans dort Gesangs- und Klavierunterricht gab, um das bescheidene Küstergehalt von 190 DM aufzubessern. Nach der Vermisstenanzeige leitete die Polizei eine große bundesweite Fahndung nach Elisabeth Helpenstein ein, die auch auf die Sowjetzone ausgeweitet wurde. Doch die Suche blieb ergebnislos. Zwischenzeitlich tauchten Briefe auf, in denen behauptet wurde, dass Elisabeth angeblich in einem Auto aus Mönchengladbach weggebracht worden war. Zunächst verdächtigte niemand den Küster, der sein Küsteramt voller Gewissenhaftigkeit ausübte. Er hatte damals nachdem er 1948 aus der britischen Kriegsgefangenschaft aus Ägypten zurück gekommen war, sein Küsterxamen in Trier in der Kirchenlehre und dem Kirchendienst cum laude bestanden. Anno 1949 hatte er Elisabeth geheiratet. Die Ehe galt als Musterehe, deren Glück durch die Geburt des gemeinsamen Sohnes gekrönt wurde. Niemand ahnte, dass Hans seit geraumer Zeit ein Doppelleben führte. Er hatte bereits im November 1995 eine Chiffre-Kontaktanzeige in der Rheinischen Post aufgegeben. Dort gab er an, dass er 30 Jahre alt und auf der Suche nach einem katholischen Mädchen zwecks eventueller Heirat ist. Er verschwieg, dass er schon verheiratet und Vater eines Kindes war. Über das Inserat lernte er die 25 Jahre alte Küchenhilfe Anni Gerholdt aus Düsseldorf kennen, der er sich als der Montageleiter Hans Neuhofer vorstellte. Beide wurden ein Paar. Deshalb unternahm Hans die Touren nach Düsseldorf-Bilk, um sich dort mit Anni zu treffen. Diese hatte bis zum 27. Januar keinen blassen Schimmer, dass Hans Neuhofer in Wahrheit der Küster Hans Helpenstein war, der Frau und Kind hatte. An jenem Tag hatte sie Hans in der Taxe von Düsseldorf bis zu seiner Wohnung in Mönchengladbach begleitet, wo sie dessen Namen und Berufsbezeichnung am Klingenschild las. Hans beichtete Anni alles, der ihr erzählte, dass seine Ehefrau seit dem Mittag vermisst wurde. Daraufhin riet ihm Anni zur Polizei zu gehen, was Hans eine halbe Stunde vor Mitternacht auch tat. Erst am 23. April 1952 wurde die verweste Leiche von Elisabeth Helpenstein von einer Putzfrau gegen 15 Uhr hinter dem Chorgestühl des Marienaltars im linken Seitenraum entdeckt. Daraufhin wurde die Pfarrkirche St. Marien akribisch durchsucht. Im oberen Sakristeiraum fand die Kriminalpolizei Blutspitzer und ein Beil mit Blutspuren, das aus dem Haushalt der Helpensteins stammte. Die Polizei verhörte nun Hans Helpenstein, der schließlich am 24. April, einen Tag nach dem Fund der Leiche seiner Ehefrau gestand, diese am 27. Januar in den kleinen Raum im Obergeschoss gelockt zu haben, wo er sie dann mit einem Beil erschlagen hatte. Danach hatte er sie in einen Stahlschrank gesteckt, zu dem nur er einen Schlüssel hatte, in dem die wertvollen Kirchengegenstände aufbewahrt wurden. Der Stahlschrank war absolut geruchsdicht, so dass kein Verwesungsgeruch heraustrat. Den Putzfrauen hatte Hans nach dem Mord verboten den kleinen Raum zu säubern. Doch nachdem der Probst Ferdinand Koenen am 15. April das Zeitliche gesegnet hatte und dessen Nachfolger, der Kaplan Retz, die Räume besichtigen wollte, hatte er die Leiche aus dem Versteck geholt, um sie woanders zu verbergen. Doch er wurde gestört, weshalb er sie hinter dem Chorgestühl deponierte. Hans Helpenstein, der bis dato als Mustergatte galt, wurde wegen dem Mord an seiner Ehefrau zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt, die er im Gefängnis in Münster verbüßte. Immer wieder machten Gerüchte die Runde, dass Hans Helpenstein kurz vor dem Tod des Probstes Koenen, diesem dem Mord an seiner Ehefrau gebeichtet hatte, der ihm fahl, die Leiche dort zu platzieren, wo sie auch gefunden wird. Das Beil, mit dem Elisabeth Helpenstein ermordet wurde, wurde an die Pfarrkirche zurückgegeben, das jahrelang bei Führungen gezeigt und noch bei Arbeiten genutzt wurde, bis es beim Umbau der Kirche zur Citykirche auf mysteriöse Weise spurlos verschwand. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Mönchengladbach, wo sich der brutale Mord an Elisabeth Helpenstein zugetragen hatte. 🙂










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